All Things Change // 28.Juli // 11.30 Uhr

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All Things Change // 28.Juli // 11.30 Uhr

Beitrag von Vada Winchester am Mi Aug 09, 2017 12:40 am

Vada wünschte sich sie würde für dieses Treffen in ihren Jägermodus schalten können. Wahrscheinlich würde das für sie so einiges einfacher machen. Dann könnte sie für den Moment abschalten und verhindern, dass ihr alles was wohl kommen würde viel zu nahe ging. Aber anscheinend war ihr das nicht gegeben. Sie war viel zu aufgeregt. Und sie machte sich Sorgen. Angst hatte sie auch. Sie wollte nicht, dass das hier schief ging. Dass es sich in eine Richtung entwickelte, die für sie schrecklich war und sie wollte auch nicht ungestüm oder unüberlegt handeln. Weswegen es ihr bei weitem lieber wäre, wenn sie so tun könnte, als ob sie einfach nur zu einem Auftrag gehen wollte. Aber das hatte sie schon nicht geschafft, als sie alleine mit ihrem Vater geredet hatte. Sie hatte es versucht, aber das war ja gründlich in die Hose gegangen. Statt ruhig zu bleiben hatte sie geheult wie ein Schlosshund. Sie hatte auch nicht vernünftig mit ihm gesprochen. Hatte nicht das gesagt, was sie sich zurecht gelegt hatte. Nein, aus ihrem Mund waren ganz andere Worte gekommen und sie hatte selbst jetzt noch keine Ahnung ob das gut oder schlecht war. Natürlich, ihr Vater wollte jetzt mit Ivar reden und sie hatte sich im ersten Moment auch wirklich darüber gefreut. Aber dann waren ihr Zweifel gekommen und sie hatte nicht aufhören können sich über alles Gedanken zu machen. Darüber was sie gesagt hatte, darüber was er gesagt hatte, darüber wie er sich verhalten hatte. Darüber, dass John sie nicht umarmt hatte, als sie ihn umarmt hatte. An dieser einen Sache waren ihre Gedanken besonders lange hängen geblieben. Vor allem weil er fast direkt wieder diese Angst ausgelöst hatte, die sie schon die ganze Zeit hatte. Das ihr Vater sie eigentlich hasste. Dass er sie dafür verachtete sich auf einen Dämon eingelassen zu haben und das er eigentlich gar nicht reden wollte. Vor allem nicht mit ihr. Dass er sie nicht mehr als Tochter sehen wollte, sondern nur als Mittel um Ivar irgendwie loszuwerden. Diese Ängste, diese Gedanken waren etwas über das sie mit niemanden sprach. Sie traute es sich nicht, weil sie wusste wie alle über John dachten. Natürlich sie würden sagen, dass es bestimmt nicht so war, aber sie wären nicht überrascht, wenn es so kommen würden. Vada wusste das die meisten ihrer Freunde keine gute Meinung über ihren Vater hatten oder sonst irgendjemand. Aber sie selbst wollte solche Gedanken nicht zulassen. Eigentlich ließ sie die auch nicht zu, aber gerade jetzt fiel es ihr besonders schwer nicht pessimistisch zu sein und sie hasste sich dafür. Eigentlich war sie ja immer diejenige, die daran festhielt, dass ihr Vater nicht so schlimm waren wie alle taten. Der Meinung war sie ja eigentlich auch. Aber es war eben nicht einfach ihre Angst zu kontrollieren, die ihr so dumme Ideen in den Kopf setzte.
Es war also kein Wunder, dass sie jetzt aufgeregt war, als sie sich neben Ivar in dieses Café setzte. Sie hatte beide darum gebeten, sich hier zu unterhalten. Extra an einem Ort, der öffentlich war. Wo man nicht allzu viel Aufsehen erregen sollte, aber ob das half? Da hatte sie keine Ahnung. Außerdem wo sollten sie denn sonst hin? Ihr Vater wäre in Ivars Wohnung genauso unwillkommen wie Ivar in Johns. Was ja irgendwie der Grund war, warum sie hier saßen. Und warum sie am liebsten weglaufen wollte. Die letzte Zeit war für sie verdammt schwer gewesen und eigentlich hatte Vada sich immer gewünscht, dass die Situation eine Andere wäre, aber jetzt wo sie eindeutig auf eine Änderung zuliefen… da wollte sie einfach nur weglaufen. Denn sie wusste ganz sicher, dass irgendetwas sich danach ändern würde. Allerdings hatte sie keine Ahnung in welche Richtung diese Änderung gehen würde. Sie konnte okay, schlecht oder noch schlechter sein und sie fragte sich, ob sie das Richtige getan hatte, als sie John darum gebeten hatte der Sache wenigstens eine Chance zu geben. Aber das war eben was sie wollte. Dass er es wenigstens versuchte. Vada wünschte sich nichts mehr als die Möglichkeit zu haben mit den beiden Männern ihr Leben weiter zu führen und das am besten ohne das sie versuchten einander zu zerfleischen oder in irgendwelche Gefilde zu schicken.
Dem Mädchen wollte ein Seufzen entkommen doch sie verkniff es sich. Sie schluckte es herunter und merkte wie es in ihrer Kehle stecken blieb. Genauso tunlichst vermied sie etwas zu sagen. Sie wusste nämlich nicht was. Die letzten Tage hatte sie mit so gut wie niemanden gesprochen. Einfach weil es ihr so schlecht ging und sie hasste sich dafür, dass sie so weich und sentimental war. So hatte sie nie sein wollen. Sie wollte keins von den Mädchen sein, die wegen jeder Scheiße losweinte oder sich ständig beschwerte, aber sie hatte das Gefühl genau so geworden zu sein. Wenigstens war sie sich ziemlich sicher, dass keines dieser Mädchen jemals in so einer Situation wie ihrer gewesen war. Wie oft verliebten sich Dämonen schon in Menschen. In kleine dumme Mädchen… Vada starrte auf ihren Tisch und wartete. Vielleicht würde ihr Dad ja gar nicht kommen.
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Re: All Things Change // 28.Juli // 11.30 Uhr

Beitrag von Ivar am Sa Aug 12, 2017 1:06 pm

Die beiden Männer wussten es vielleicht nicht, aber wenigstens in einer Sache waren sie sich absolut einig. Sie beide mochten diesen Treffpunkt überhaupt nicht und sie beide hatte nur aus Liebe zu Vada ihrer Bitte zugestimmt. Ein Treffen in einem öffentlichen Cafe band ihnen beiden irgendwie die Hände. Das war sicher der Grund weshalb Vada diesen Treffpunkt gewählt hatte aber es machte beide Männer nur irgendwie nervöser. Sie waren es eher gewohnt sich im Halbdunkeln in irgendwelchen verlassenen Gegenden zu treffen. Hätte sie entscheiden dürfen wäre das heute sicher auch der Fall gewesen. Aber nein. Stattdessen saß Ivar jetzt hier an diesem Tisch, irgendein Getränk das er eh nicht anrührte vor der Nase, stillschweigend neben Vada. Dass keiner von ihnen wirklich etwas sagte machte den Dämon nur noch verrückter. Das Warten machte ihn verrückt. Er hatte keine Ahnung was dieses Gespräch bringen würde. Ob es überhaupt etwas bringen würde. Nur kurz glitt sein Blick zu Vada. Er hoffte wirklich es würde etwas bringen. Für sie. Im Grunde war es dem Dämon egal was John Winchester von ihm dachte. Sie lebten seit Jahren mit der Abneigung des Anderen und es störte ihn nicht sonderlich. Jedenfalls bis jetzt nicht. Bis jetzt war ihre Beziehung nichts weiter als dass sie etwas von dem anderen wollten und so lange sie das nicht hatten waren ihnen die Hände gebunden. Es fiel dem Dämon vielleicht nicht leicht sich das einzugestehen, aber die Sache hatte sich für ihn etwas geändert. Ivar interessierte es nicht mehr was John in seinem Keller hatte. Gut, das war gelogen. Er würde schon gerne mal sehen welche Schätze sich da unten verbargen aber nur aus Neugier. Er wollte es nicht mehr. Er brauchte es nicht mehr. Aber er wollte etwas anderes von John Winchester. Er wollte, dass er akzeptierte, dass er seine Tochter liebte. Dass er wenigsten versuchte es zu akzeptieren. Was bedeutet, dass er ihn akzeptieren müsste. Einen Dämon, der seine Tochter liebte und sein restliches Leben mit ihr verbringen wollte. Oder so wie die Dinge gerade standen, ihr restliches Leben. Aber die Hoffnung, dass die Sache mit Paul funktionierte hatte Ivar immer noch. Er wollte das wirklich. Er wollte zusammen mit Vada alt werden. Er wollte irgendwann sterben und bei ihr bleiben. Und er wollte nicht, dass Gyda ihm irgendwann diesen Gefallen tun musste. Er wusste nur noch nicht wie er das John klar machen sollte. Wie er ihm beweise sollte, dass er seine Tochter wirklich liebte und nichts anderes wollte.
Wenn es nach John ging müsste es dieses Treffen nicht geben. Er wusste nicht einmal genau warum er es ihr versprochen hatte. Vielleicht, weil sie so sehr geweint hatte. Seiner Tochter noch mehr weh zu tun als er es die letzten Jahre getan hat war wirklich nicht sein Plan. Vielleicht hat er es deswegen gesagt. Er wusste es eben nicht, aber jetzt stand er hier vor diesem Cafe und versuchte sich mental darauf vorzubereiten mit seiner Tochter und einem … Dämon ein Gespräch zu führen für das er eigentlich nicht bereit war. Als der Mann das Cafe betrat und sein Blick auf die beiden fiel verkrampfte seine Haltung sich ein wenig. Ihm gefiel dieses Bild einfach nicht. Der Dämon den er seit Jahren tot sehen wollte und seine Tochter, die er liebte saßen dort nebeneinander als wäre es das normalste der Welt. Aber wer weiß, so lange wie das zwischen den Beiden anscheinend schon lief war es für sie vielleicht ja völlig normal. Der Mann setzte sich wortlos gegenüber von den Beiden und ließ seinen Blick zuerst ernst zu dem Dämon gleiten. Ihm sollte klar sein, dass er keineswegs wegen ihm hier war. Er war wegen Vada hier. Wenn es nach John ginge, dann würde Terence jetzt in einer Teufelsfalle sitzen und sich anhören was John zu sagen hatte. Er würde ihm ehrliche Antworten geben und darauf warten müssen wie der Mann in der Sache entschied. Tjah aber hier? John wusste nicht ob der Dämon überhaupt irgendein wahres Wort sprechen würde. Er wusste nicht was ihn danach erwartete. Vielleicht spielte es Terence ja in die Hände, dass Vada sich hier treffen wollte. Vielleicht würde er danach zuschlagen. Der Mann konnte nicht wissen, dass Ivar ungefähr die gleichen Gedanken hatte als John jetzt vor ihm auftauchte. Vielleicht würde der Tag heute noch schlimm enden. Wer wusste schon, ob John das hier nicht nur schnell hinter sich bringen wollte und dann draußen schon irgendwas auf Ivar wartete. Irgendwas wie der Jäger ihn endlich loswerden konnte. Ivar wusste sehr wohl, dass er hier heute ein recht gefährliches Spiel spielte. Trotzdem erwiderte er den Blick des Mannes und nickte ihm leicht zu. Er hatte nicht erwartet, dass der Mann seine Begrüßung erwiderte. Ivar war für ihn hier der Böse. Dass im Grunde der Mann hier diese Rolle einnehmen könnte war ihm vielleicht nicht klar. Ivar würde nichts machen. Er würde nichts machen was dem Jäger schaden könnte. Er würde sich vielleicht wehren, aber ihm nichts tun. Vada liebte ihren Vater. Und das reichte für Ivar um ihm nichts zu tun. Einiges hatte sich geändert. Wenn er musste würde er John Winchester sogar beschützen. Alles wegen Vada. Wegen seiner Tochter die der Mann jetzt ansah. „Hallo Vada.“ Der Mann legte ein leichtes Lächeln auf seine Lippen. Er vermisste seine Tochter. Sie zu sehen tat jedes Mal gut. Es war gut zu sehen, dass es ihr einigermaßen gut ging. Dass sie noch an einem Stück war. Vielleicht hatte er auch deswegen zugesagt, weil er seine Tochter vermisste. Weil sie ihm nur diese Möglichkeit gelassen hatte sie zurück zu bekommen. Sein Blick wurde wieder ernst. „Also ...“ Sein Blick glitt nur einmal kurz skeptisch zu dem Dämon neben ihr. “Ihr wolltet mit mir reden.”
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Re: All Things Change // 28.Juli // 11.30 Uhr

Beitrag von Vada Winchester am Mo Aug 14, 2017 11:41 pm

Die Nervosität hatte sich nicht gelegt. Die ganze Zeit war geblieben. Aber Vada musste zugeben so langsam beruhigte Ivars Gegenwart sie. Irgendwann hatte sie, ganz automatisch seine Hand genommen und angefangen mit ihrem Daumen Kreise auf seinem Handrücken zu ziehen. Irgendwie war diese unterbewusste Handlung genau das was sie gebraucht hatte. Wenn sie es bemerken würde, dann würde sie das vermutlich nicht wundern. Immerhin fühlte sie sich bei Ivar immer wohl. Und sicher. Und geborgen. Was wahrscheinlich der Grund war, warum sie mit ihm zusammen war. Also ja, dass sie seine Gegenwart beruhigte bewunderte war kein Wunder. Allerdings bemerkte sie das eben nicht. Es war ihr nicht bewusst, dass sie Ivars Hand hielt, geschweige denn das sie kleine Kreise darauf zog. Denn ihre Nervosität war zwar besser geworden, aber ganz gelegt hatte sie sich dennoch nicht. Angesichts des Gespräches das auf sie zukam war das auch kein Wunder. Immer wieder glitt der Blick des Mädchens zu der Uhr die in diesem Café hing aber es schien einfach keine Zeit zu vergehen. Sie hatte das Gefühl Stunden vergingen aber es waren, wenn überhaupt, nur Minuten. Irgendwie zog sich das alles und es gefiel ihr überhaupt nicht. Vor allem weil sie sich sicher war, dass sie selbst Schuld daran war. Allerdings sollte es nicht mehr so lange dauern, bis sich die Situation ändern sollte.  Denn nicht lange später ging die Tür des Lokals erneut auf und Vada sah hoch. Mit ein zwei anderen Leuten betrat ein Mann den Raum. Allerdings gehörte er nicht zu diesen Leuten und trennte sich relativ schnell von den anderen um auf Vada zuzukommen. Als John sich ihnen gegenüber setzte war Vada kurz erst noch nervöser, weil ihr Vater Ivar so ansah, wie er ihn eben ansah. Doch als sein Blick zu ihr glitt überkam Vada pure Erleichterung, weil er sie anlächelte und sie konnte einfach nicht anders als dieses Lächeln zu erwidern. „Hallo Papa.“ Allerdings hielt dieser Ausdruck ja nicht lange. Nein, kaum eine Sekunde später veränderte sich Johns Gesichtsausdruck und Vada sackte das Herz in die Hose. Ja, wahrscheinlich machte sie sich wirklich zu viel Hoffnung darauf, dass ihr Vater sie doch noch mochte. Dass er sie irgendwann doch wieder lieb haben würde. Sie verstand es nur nicht. Gut, sie verstand es. Sie verstand wie ihr Vater Ivar sah, sie verstand, dass er einem Dämon nicht traute, aber sie verstand nicht, dass das zwischen ihnen beiden alles ändern musste. Aber das tat es. Es änderte alles. Ja, John schaffte es ja nicht einmal mehr sie richtig zu umarmen, oder länger als eine Sekunde ein falsches Lächeln aufrecht zu erhalten. Und es tat weh. Es tat unglaublich weh. Vadas Blick senkte sich kurz auf den Tisch, als John weitersprach, bevor sie tief Luft holte und dann wieder zu ihm aufsah. Irgendwie fragte sie sich gerade, warum sie sich überhaupt die Mühe machte. Was würde ihr das schon bringen? Es würde eh nichts ändern. Gerade war das Mädchen sich ziemlich sicher, dass sie ihren Vater für immer verloren hatte und das es absolut nichts bringen würde hier zu sitzen. Aber jetzt saßen sie schon hier und aus irgendeinem Grund fiel ihr gerade jetzt Bobby ein. Was würde ihr grummeliger, liebenvoller Onkel wohl zu ihren Gedanken sagen. Zu ihrem Bedürfnis jetzt einfach zu gehen und es alles zu lassen. Er wäre wütend auf sie. Weil sie sich so dämlich verhielt und sie wollte nicht, das Bobby auch noch wütend auf sie war. Aus irgendeinem Grund vermisste Vada den Mann, bei dem sie schon öfter ein paar Wochen am Stück verbracht hatte und der sie wahrscheinlich genauso sehr liebte wie ihr Vater es mal getan hatte, wirklich sehr. Sie wünschte sich er wäre hier. Wahrscheinlich würde seine Anwesenheit die Situation nicht leichter machen, aber er wäre da. Und er wäre wie immer wie ein Fels in einem Sturm. Er wäre stark und da und … Bobby. Vada fasste sich ein Herz und sah ihren Vater an. „Ja…“ Auch wenn das nicht ganz richtig war. Also Ivar wollte mit John reden und tatsächlich war es auch Johns Frage gewesen, warum Ivar nicht hier war und warum er nicht mit ihm redete oder so ähnlich. Deswegen hatte sie das ja auch vorgeschlagen. Deswegen hatte sie ihm das gesagt. Und deswegen war es ihr auch wichtig geworden. Aber im Grunde hatte er ja etwas gewollt, zumindest soweit sie sich erinnerte. „Du wolltest das Terence dir irgendwie beweist, dass du ihm vertrauen kannst… also sind wir hier… ich… ich würde gerne wissen, was du dir vorstellst… wie er das schaffen könnte…. Aber wahrscheinlich ist meine Meinung hier am unwichtigsten...“ Das Mädchen wusste nicht, warum sie das alles sagte und sie kam sich unglaublich blöd vor. Trotzdem sprach sie weiter und wahrscheinlich sah man ihr auch ziemlich an, dass sie sich fragte, warum sie das tat. „Und soweit ich mich erinnere, hattest du auch noch ein paar Fragen.“ Dann hielt Vada endlich den Mund und sah auf ihre Tasse. Am liebsten würde sie über sich selbst den Kopf schütteln, aber stattdessen legten sich ihre Hände, die eine löste sich jetzt von Ivars Hand, um ihre Tasse und sie klammerte sich daran. Wahrscheinlich wäre es wirklich besser, wenn sie einfach den Mund hielt. Sie hasste es sich so hilflos und unsicher zu fühlen. So hatte sie sich früher nie gefühlt. Erst seit sie hier in dieser Stadt war und lange hier geblieben war, seit sie wusste das sie hier für immer bleiben konnte – oder zumindest die Hoffnung darauf hatte – fühlte sie sich immer mal wieder so. Vielleicht weil sie erst seitdem Dinge hatte bei denen sie Angst hatte sie vielleicht wieder zu verlieren.
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Re: All Things Change // 28.Juli // 11.30 Uhr

Beitrag von Ivar am Do Aug 17, 2017 9:50 pm

Die ganze Situation war einfach schrecklich. Die Blicke die John dem Dämon immer wieder zuwarf. Die Spannung die in der Luft lag, weil keiner sicher sagen konnte wie der Andere noch reagieren würde. Und so eine blöde Angst und Last die auf Ivars Schultern lag. Er kannte so ein Gefühl eigentlich nicht und er verspürte dieses Verlangen weg zu rennen. Eigentlich schrie die ganze Situation danach zu fliehen. Mal ehrlich, welcher Dämon setzte sich mit einem Jäger an den Tisch nur um zu reden. Irgendwie über die gemeinsame Zukunft. Ivar wüsste jedenfalls niemand bei dem so etwas mal normal ausgegangen ist. Aber das hier war wohl nicht normal. Noch vor einigen Wochen hätte er jeden ausgelacht der behauptete er und John Winchester würden bald zusammen in einem Cafe sitzen und darüber sprechen wollen … ja worüber überhaupt? Darüber, dass er Ivar akzeptierte. Ja, so konnte man es wohl sagen. Ivar wollte nur, dass der Mann ihn an Vadas Seite akzeptierte, damit sie zurück zu ihrem Vater konnte. Wäre es nicht für das Mädchen, dessen Hand er die ganze Zeit unbewusst ein wenig fester gehalten hatte, dann würde Ivar auch nicht hier sitzen. Aber er liebte Vada. Und er würde alles für sie tun. Tatsächlich schien ihm das was sie noch geplant hatten halb so schlimm wie das hier. Auch wenn er keine Ahnung hatte was bei diesem ganzen Ritual auf ihn zukommen würde.
Ivar und Vada hatten vielleicht nicht bemerkt, dass sie ihre Hand hielten. Aber John hatte es gesehen. Ihre Hände lagen so offensichtlich auf dem Tisch vor ihm, dass er es gar nicht übersehen konnte. Immer wieder hatte er hinsehen müssen. Und immer wieder zogen sich bei diesem Anblick leicht seine Augenbrauen zusammen. Es gefiel ihm nicht sie so zu sehen. Er wollte sie so nicht sehen. Das war überhaupt nicht richtig. Wie ihre Hände dort lagen. Wie die eine immer wieder die andere streichelte. Es wirkte so natürlich und so vertraut. Aber das war nicht richtig. John sah auch wie der Dämon leicht stockte, als seine Tochter ihre Hand wieder zu sich nahm und ihn damit wohl irgendwie aus seinen Gedanken riss und hier her zurück brachte. Ivar sah nur für einen kurzen Moment zu Vada. Richtig, er hatte mit John reden wollen. Hatte er ja die ganze Zeit gesagt. Und der Mann schien ja auch irgendwas zu erwarten. Sonst wäre er nicht hier. Aber er hat nur hier gesessen und dumm geschwiegen. Hat Vada sprechen lassen obwohl er selber direkt hätte anfangen sollen. Da konnte er nur die Hoffnung haben, dass er damit nicht alles kaputt gemacht hatte. „Also John…“ Ivar sah wie die Haltung des Mannes, wie jeder Muskel sich automatisch anspannte als er jetzt das Wort an ihn richtete und damit auch seinen Blick auf sich zog. Er wollte gerade ansetzten weiter zu sprechen als wie aus dem Nichts diese überglückliche, kunterbunte Grinsebacke von Kellnerin an ihrem Tisch auftauchte. Ivars Blick verfinsterte sich automatisch ein wenig als die irgendwas von Huppdi Hey faselte und John nach seiner Bestellung fragte. Am liebsten würde er ihr den Kopf abreißen damit sie aufhörte so zu grinsen und zu quietschen. Wenigstens war sie so aufgedreht, dass sie sehr schnell wieder weg, mit dem Kaffee zurück und endlich wieder weg war. Das Problem war nur, dass dieser kurze Moment gereicht hatte um Ivar aus dem Konzept zu bringen. Jetzt sah John ihn so erwartungsvoll an und er hatte überhaupt keine Ahnung mehr was er hatte sagen wollen. Etwas unsicher nickte er nur. „Ich würde auch gerne wissen was ich machen kann um es dir zu beweisen.“ John hob nur eine Augenbraue und sah den Dämon etwas ungläubig an. Ja das war wohl das Falsche gewesen. Wäre ja auch irgendwie zu einfach. Aber nicht mit John Winchester. Nein, der wollte, dass man sich selber bewies. Dazu war er leider auch noch viel zu stur. Was wohl der Grund dafür war, dass Dean es nie wieder geschafft hat zu dem Mann durchzudringen. Was etwas war was Ivar besser nicht ansprach sonst wäre wohl jede Mühe umsonst. Ivar räusperte sich nur ganz kurz. „Hör zu. Für mich ist das ganze genau so seltsam wie für dich.“ John entkam ein amüsiertes Schnauben als er diesen Satz von dem Dämon hörte. Ganz sicher war es für ihn nicht so seltsam wie für den Jäger. Der Mann war sich immer noch ziemlich sicher, dass alles ganz genau nach dem Plan dieser Kreatur lief. Er musste nur noch herausfinden was das war und wie er das Vada klar machen konnte. Die schien es nicht zu sehen. Oder nicht sehen zu wollen. Gut, dass John nicht sah wie sich bei seinem kleinen Lachen Ivars Hand unter dem Tisch verkrampfte. Das würde ihn nachher nur in allem bestätigen. Er würde nicht auf die Idee kommen, dass es den Dämon einfach nur aufregte, dass der Mann das nicht ernst nahm. Ivar nahm das nämlich unglaublich ernst und das sah man auch in seinem Gesichtsausdruck. Trotz des kleinen schiefen Grinsens das man jetzt sehen konnte. „Glaube mir. Mit einem Jäger in einem Cafe zu sitzen und ein solches Gespräch zu führen ist seltsam. Jedenfalls hatte ich nie geplant, dass je zu machen.“ John verschränkte die Arme und lehnte sich ein wenig nach hinten. „Aber ihm seine Tochter weg zu nehmen war schon geplant oder?“ Ivar stockte kurz. Er hörte diesen provokanten Unterton und er konnte sich vorstellen was John sich dachte. Dass das hier alles nur ein Spielchen von ihm war. Irgendein dummer Plan um irgendwas Dummes zu machen. Der Mann hatte den Ernst der Lage wirklich nicht verstanden. Ivars leichtes Grinsen war jetzt verschwunden. Er sah den Mann nur noch ernst an. Vielleicht etwas wütend. Und brachte den Jäger mit seiner nächsten Aussage zum Stocken. „Ich nehme dir deine Tochter nicht weg. Das machst du selber.“ Es war Ivar egal ob er ihm glaubte. Ob er seine Entscheidung gut fand. Ob er ihn ernst nahm oder was auch immer. Aber hier ging es auch um Vada. Vada hatte ihm versucht alles zu erklären. Sie war ehrlich zu ihm gewesen. Sie wollte, dass er sie verstand. Dass er sie ernst nahm. Und er benahm sich so. Ja John Winchester brauchte sich nicht wundern, dass ihn so viele für ein Arschloch hielten. Er schaffte es immer bestens diesen Ruf aufrecht zu halten. Aber wie er sich benahm machte Ivar so wütend. Wie er sich seiner Tochter gegenüber benahm die ihn so sehr liebte. Vielleicht war es nicht nur die Aussage sondern auch der Blick des Dämon der John jetzt ebenfalls so ernst werden ließ. Er sagte darauf nichts. Nur ganz kurz huschte sein Blick zu seiner Tochter und ihr Anblick stach kurz in seiner Brust. War das wahr? Sorgte er selber dafür, dass er seine Tochter verlor? So wie er es auch bei Dean getan hatte. War er dabei den gleichen Fehler noch einmal zu begehen? Er wusste es nicht. Er wusste nicht was er denken sollte. Nun … er wusste was er eigentlich denken sollte. Dass, das hier alles falsch war. Zu denken … oder das hier zuzulassen war falsch. Wie könnte er das hier akzeptieren. Er wusste es nicht. Er wusste nicht was sie machen sollten. Er wartete. Er wartete, dass irgendwas passierte, was alles löste. Die Frage war nur was das war und was das am Ende bedeuten würde. Er wandte seinen Blick wieder zu dem Dämon als der jetzt weiter sprach. „Aber wie du dich verhältst ist eine Sache zwischen euch beiden. Ich kann nur versuchen dir zu beweisen wie ernst mir das ist.“ Ivar griff in seine Jackeninnentasche und ließ John direkt ein wenig aufschrecken. „Oh man. Ich werde schon kein Messer ziehen und euch abstechen. Ehrlich mal. Wenn ich die Winchesters umbringen wollte hätte ich mir ja wohl was Lustigeres überlegt.“ Er verzog kurz seine Lippen zu einem Grinsen bevor er die Pergamente hervor holte und vor John auf den Tisch legte. „Bitte schön.“ Er wartete einen Moment bis der Mann die Pergamente endlich nahm und sich genauer ansah. Er beobachtete ihn. Er sah erst die Skepsis, dann den Unglauben und zum Schluss die Verwirrung. Es dauerte sogar eine kleine Weile bis John endlich reagierte. Der Mann hielt die Unterlagen leicht hoch und sah Ivar jetzt eher wieder skeptisch an. „Was soll das? Warum gibst du mir das jetzt?“ Das war wohl eine berichtigte Frage und Ivar zuckte nur ganz leicht mit den Schultern. „Du wolltest es doch haben oder? Jetzt wo du es hast … hast du vielleicht keinen Grund mehr mit mir in Kontakt zu bleiben, wenn ich hier versage. Vielleicht habe ich einfach die Hoffnung, dass du mich dann in Ruhe lässt. Ich meine wenn ich …“ John nickte leicht und richtete den Blick wieder auf die Pergamente. „Wenn du mich nicht überzeugen kannst.“ Er sah nicht, dass Ivar zustimmend nickte. Er war zu abgelenkt. „Ich hoffe du denkst nicht, dass mir das reicht. Außerdem werde ich sie von Bobby überprüfen lassen. Für den Fall, dass sie falsch sind.“ Der Dämon konnte nicht anders als die Augen verdrehen. Warum waren die Jäger eigentlich immer so misstrauisch. Sie gingen immer direkt davon aus, dass die Dämonen sie reinlegen wollen. Dass sie irgendwas geplant habe, lügen und so etwas. Aber eigentlich waren Dämonen verdammt ehrlich. Wenn sie sagten ich reiße dir den Kopf ab wenn du das und das machst, dann rissen sie dir den Kopf ab wenn du das und das machst. Vor allem bei ihren Deals und ihren anderen Geschäften waren Dämonen sehr ehrlich. Es gehörte sich einfach nicht einen Geschäftspartner zu verarschen. Und das waren er und John doch bis jetzt gewesen. Nur, dass Ivar jetzt eben nichts mehr von dem Jäger wollte. Nun ja außer … seine Zustimmung zu ihm und seiner Tochter aber die würde er dafür wohl nicht bekommen. Einen kurzen Moment herrschte Stille. John musterte noch immer die Pergamente und Ivar überlegte für diesen kurzen Moment wie er weiter machen sollte. Bis der Mann die Pergamente jetzt in seine Tasche steckte und seinen Blick erwartungsvoll auf den Dämon richtete. Noch hatte er nichts gehört was ihn von seiner … Liebe oder wie die beiden das nennen wollten überzeugen konnte. John wusste auch noch nicht wie man ihn überhaupt davon überzeugen sollte. Er war nicht der Meinung, dass ein Dämon zu solchen Gefühlen fähig war. Dessen war er sich ziemlich sicher. Trotzdem wollte er sich das weiter anhören. Es würde interessant werden. Und zumindest eine gute Sache hatte das Treffen heute vielleicht schon mit sich gebracht. Trotzdem war es jetzt an einer Reihe weiter zu machen und der Dämon sprach ja auch weiter. „Mein richtiger Name ist übrigens Ivar.“ John stockte und sah den Dämon eine Weile nur an. Ivar? John wusste ja, dass Terence nur ein Deckname war. Hatte er immerhin oft genug getestet. Aber Ivar sollte jetzt sein richtiger Name sein? „Ich dachte … wenn ich will, dass du mir glaubst und traust. Solltest du das wissen.“ Wieder Stille. Wieder dieser skeptische Blick von John. Und Ivar der jetzt irgendwie nervös wirkte, weil das ein verdammter Fehler gewesen sein konnte. Nach einer kurzen Zeit sah John jetzt seine Tochter wieder an. „Und? Wusstest du das? Hat er dir das auch erzählt?“ John sprach sanft mit Vada. Sobald er sie ansah konnte er nicht anders. Aber er wollte wirklich verstehen was hier vor sich ging. Was hinter all dem steckte. Was das alles wirklich bedeutete. Und da wollte er mit beiden drüber reden. Vada steckte da schließlich unglaublich tief drin. Und John wollte verstehen wieso.
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Re: All Things Change // 28.Juli // 11.30 Uhr

Beitrag von Vada Winchester am Di Aug 22, 2017 12:36 am

Ganz im Gegensatz zu ihrem Vater bemerkte Vada ganz und gar nicht, dass Ivar stockte, als sie ihre Hand wegnahm. Wahrscheinlich lag das an der kribbelnden Ungewissheit und der nagenden Angst, die die ganze Zeit durch ihren Körper fuhr. Eigentlich fiel es ihr ziemlich schwer an irgendetwas anderes zu denken. Aber das wollte sie gar nicht. Sie wollte sich konzentrieren und zuhören, wenn sie schon nichts machen konnte. Und das konnte sie ja nicht. Immerhin hatte sie ja schon genug geredet und jetzt war es an den beiden Männern etwas zu sagen, aber eben nichts sagen zu können und hilflos oder wortlos daneben zu sitzen war einfach nicht angenehm. Wenn sie die Gedanken ihres Vaters hätte hören können, dann hätte sie vielleicht etwas gesagt, weil es für sie eben ganz natürlich war Ivars Hand zu halten. Es wirkte nicht nur so. Ja, vielleicht war es nicht unbedingt normal das Mensch und Dämon, und vor allem nicht Jägerin und Dämon, so beieinander saßen, aber für Vada und Ivar… sie konnte sich nichts Natürlicheres vorstellen. Weil sie sich erst seit sie ihm so nahe war, richtig ganz fühlte. Auch wenn das einfach schrecklich kitschig klang und sie sowas sonst eigentlich nicht einmal denken wollen würde. Auch wenn sie vorher nie gemerkt hatte, dass ihr irgendetwas fehlte. Aber das würde es. Ivar würde ihr schrecklich fehlen. Wahrscheinlich machte ihr die ganze Sache mit dem Ritual deswegen auch so Angst. Wenn er wieder leben würde, dann… dann konnte er auch krank werden oder sterben oder sonst irgendeinen anderen Kram. So war das nicht der Fall. Wenn er jetzt ein Messer in die Brust gerammt bekam, dann war das vollkommen egal. Aber danach… danach könnte er an einer verdammten Lungenentzündung sterben oder irgendeine Treppe doof runterfallen. Es würde so einfach werden ihn zu verlieren und das machte ihr Angst, aber dagegen konnte sie nichts machen. Und sie wollte auch nichts dagegen machen. Immerhin hatte der Mann seine Entscheidung treffen und Vada wollte und würde nicht versuchen ihn von etwas anderem zu überzeugen. Das war nur sehr begrenzt ihre Angelegenheit. Wenigstens verstand sie jetzt einigermaßen, warum er das wollte. Immerhin hatte er es ihr ja erklärt. Trotzdem konnte sie sich immer noch nicht vorstellen, dass sie wirklich der Auslöser für diese ganze Sache war. Aber anscheinend war das ja so Vada war ganz in Gedanken versunken gewesen, als Ivar auf einmal sprach und sie zuckte zusammen als sie aus eben jenen dann wieder aufschreckte. Sie hoffte nur ihr Vater würde das nicht als irgendeine Reaktion aus Angst vor dem Dämon neben ihr sehen. Sie war einfach nur in Gedanken gewesen und war deswegen aufgeschreckt. Aber vermutlich brachte es nichts sich darüber Sorgen oder Gedanken zu machen. Das Mädchen setzte sich ein bisschen aufrechter hin, umklammerte aber wieder ihre Tasse und versuchte einfach zuzuhören.  Was gar nicht so einfach war, wenn auf einmal eine schrille Stimme durch die Luft schnitt und einfach viel zu gut gelaunt war. Vada war sich eigentlich ziemlich sicher, dass man die Stimmung an ihrem Tisch relativ einfach spüren konnte. Die Anspannung lag für sie in der Luft wie ein Film, aber vielleicht war die Kellnerin ja deswegen über alle Maßen freundlich und aufgedreht. Damit das besser wurde… oder damit sie das nicht abbekam. Ganz automatisch ließ Vada den Becher mit einer Hand los und legte diese dann beruhigend auf Ivars Bein. Eigentlich wünschte sie sich die Frau gerade genauso sehr weg wie er, aber jetzt jemanden den Kopf abzureißen würde sie auch nicht weiter bringen. Außerdem konnte die Arme Frau ja nichts für ihren Job, beziehungweiße wie sie den ausführen musste. Vada holte tief Luft und sah wieder auf den Tisch, weil ihr ihre Gedanken immer bildlich durch den Kopf geschossen waren. Und sie hatte sich vorstellen müssen, wie Ivar dabei aussehen würde und dann waren ihre Gedanken ganz automatisch weitergewandert und sie hatte sich erinnert wie gut er ausgesehen hatte, als er überall Blut an sich hatte, als er sich um… dieses Ding gekümmert hatte und wie sie das daran erinnert hatte, dass er danach frei sein würde. Zumindest so frei wie er sein konnte. Und dann waren ihre Gedanken weitergewandert zu den Dingen die sie dann gemacht hatte. Dahin dass sie gar nicht anders gekonnt hatte als Ivar zu küssen und so weiter. Vada hatte sich von diesen Gedanken losreißen müssen damit es niemand merkte und da war dieses tiefe Einatmen dringend nötig gewesen. Es war wahrscheinlich ihr Glück, dass das zeitgleich mit dem wieder auftauchen der Kellnerin passierte sonst hätte Ivar vielleicht gemerkt woran sie gedacht hatte und das wollte sie gerade wirklich nicht. Auf einmal kam es ihr allerdings so vor, als ob sie alles Mögliche viel schärfer wahrnahm. Sie roch Johns Kaffee total und die Stimmen der anderen Menschen im Laden kamen ihr unglaublich laut vor. Sie sah auch den ungläubigen Blick ihres Vaters als Ivar dann weiztersprach und konnte sich denken, was er gerade dachte, aber was erwartete er eigentlich? Natürlich fragte Ivar sich was er machen konnte und natürlich wollte John nur eine Sache. Dass er sich selbst bewies. Aber John war so stur, dass es wahrscheinlich egal war, was der Dämon machte, es wäre nie genug. Schon wieder schoss dem Mädchen die Frage durch den Kopf was sie eigentlich hier machte und wieder schob sie sie weg. Sie wartete einfach auf die Veränderung, ob die jetzt positiv oder negativ war.
Momentan war es noch negativ, vorallem solange John sich noch so verhielt. Natürlich war es seltsam für Ivar. Welcher Dämon fühlte sich schon bei einem Jäger wohl der ihn umbringen oder zurückschicken wollte und dazu wahrscheinlich auch in der Lage war. Noch dazu wenn sie in so einer bizarren Situation waren. Dass empfand man doch automatisch als seltsam.
Im nächsten Moment holte sie beinahe erschrocken Luft und kurz darauf biss sie die Zähne zusammen. Natürlich. Sicher. Ivar nahm sie weg. Warum hörte er nicht einfach zu? Sie hatte sich das selbst ausgesucht. Außerdem war sie nicht dumm genug um sich einfach von irgendjemandem einlullen zu lassen und so schlau das er das hinbekommen würde war Ivar auch wieder nicht. Zwar war sie beleidigt aber trotzdem sah sie gleich darauf Ivar etwas überrascht an, als er sagte was er eben sagte. Es stimmte. Aber sie wusste nicht, ob er das John unbedingt ins Gesicht sagen musste. Zum einen deswegen weil er bei ihr schon nicht darauf gehört als sie ihm das gesagt hatte und zum anderen nicht, weil John das vielleicht in den falschen Hals bekommen würde und wer weiß wie darauf reagieren würde. Aber anstatt irgendetwas dummes zu machen sah John sie nur ganz kurz und ganz unvermittelt an und Vada hatte nicht einmal Zeit dafür ihr Gesicht unter Kontrolle zu bekommen. Was Ivar gesagt hatte, hatte sie traurig gemacht. Vor allem weil es stimmte und weil sie es nicht verneinen konnte und wahrscheinlich hatte man ihr das auch angesehen. Aber sie konnte nichts dazu sagen. Sie hatte schon genug dazu gesagt, aber das war John ja anscheinend egal gewesen. Aber wie gesagt Ivar hatte recht. Auch damit, dass es Johns Sache war wie er sich verhielt. Allerdings verhielt er sich manchmal doch ziemlich doof. Ihr Freund allerdings auch. Vada legte den Kopf in die Hand als der Mann das sagte und unterdrückte ein genervtes Stöhnen. Wenigstens einer hatte seinen Humor nicht verloren. Ihrer war ja momentan irgendwie auf Eis gelegt. Ihr Kopf aber blieb nicht lange in ihrer Hand liegen. Stattdessen hob sie ihn ruckartig und starrte die Sachen an. Ihr Blick glitt fragend zu Ivar weil sie keine Ahnung hatte, was das alles sollte und was das für Dokumente waren. Sie nahm einfach mal an, dass die das waren, was John die ganze Zeit von dem Dämon gewollt hatte, aber trotzdem würde sie gerne wissen, was darin stand. Außerdem was meinte er mit wenn er John nicht überzeugt bekam und so weiter. Was glaubte er denn was passierte, wenn er ihre Vater nicht überzeugt bekam. Dachte er Vada würde sagen, tjah du hast es versucht war schön mit dir, aber das wars und dann würde er verschwinden oder was? Jetzt gerade war es ihr ziemlich egal, was ihr Dad sagte. Sie starrte nur unsicher in die Gegend und kaute auf ihrer Wange herum, trug weiterhin ihren Teil zur Stille bei und trank ab und an einen Schluck. Leider trank sie auch genau dann etwas als Ivar wieder sprach und sie verschluckte sich prompt weil sie zischend Luft einholte. Nachdem sie einigermaßen zu Atem gekommen war, sie hatte sich gezwungen nicht zu husten, sah sie nur ihren Vater an, der ihr ja eine Frage gestellt hatte. Es konnte gut sein, dass er ihre Reaktion als Überraschung auf Ivars Namen aufgenommen hatte, allerdings war das nur Überraschung, und pures Grauen, wegen der Tatsache, dass der Dämon ihn John verraten hatte. Ihr unsicherer Blick glitt von Ivar weg zu John und wurde dabei fest. „Ja. Das hat er mir schon ziemlich früh gesagt. Ich hab ihn nach seinem Namen gefragt, immerhin klingt Terence ziemlich bescheuert…“ Sie wollte damit nichts andeuten, merkte auch nicht dass man in einer anderen Situation vielleicht irgendetwas aus diesem Satz ziehen konnte, sondern antwortete einfach nur. „Ist das so wichtig?“ Sie fand es nicht wichtig. Er hätte sie auch anlügen können, aber sie hatte irgendwie gewusst, dass er es nicht getan hatte. Sie wusste nicht warum und wieso sie sich dessen so sicher gewesen war, aber sie hatte ihm sofort geglaubt. Vada wusste nicht wo ihre nächste Reaktion herkam und sie mochte sie auch nicht, aber das hieß nicht, dass sie sie zu verhindern wusste. „Wahrscheinlich denkst du ich hätte dir das sofort sagen sollen oder?“ Dieser Satz kam mit einem kalten schrägen Lächeln über ihre Lippen, gegen das sie nichts machen konnte. „Ich hab auch drüber nachgedacht…“ Aber sie hatte es nicht getan und das nicht einmal weil sie damals noch ein wenig Angst vor Ivar gehabt hatte. Sie hatte es einfach genossen das ihr mal jemand vertraut hatte. Es hatte ihr nicht gefallen ihrem Vater das nicht zu sagen. Ihm nichts zu sagen, die ganze Zeit nicht, aber jetzt so im Nachhinein war sie sich ziemlich sicher, dass sie das richtige getan hatte. Wäre es anders gewesen, würde Ivar jetzt bestimmt nicht mehr hier sitzen. Wahrscheinlich würde die Asche seiner Knochen jetzt als kleine Trophäe in Johns Keller ruhen. Vada hatte es satt. Sie hatte solche Gedanken satt, sie hatte es satt, dass sie ständig traurig und unsicher war und irgendwie kam das gerade hoch. Genervt stieß sie Luft aus und legte ihr Gesicht kurz in ihre Hände um sich zu beruhigen. Warum war das so schwierig. Sie wollte doch nur das ihr Vater sie verstand. Sie wollte nicht lügen müssen, sie wollte ihn nicht verraten und vor allem nicht verletzen müssen, aber ständig tat sie das und sie hasste sich dafür. Aber sie wusste auch nicht mehr was sie sagen sollte. Irgendwie waren ihr in den letzten Wochen die Worte ausgegangen.
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Re: All Things Change // 28.Juli // 11.30 Uhr

Beitrag von Ivar am Di Aug 22, 2017 9:45 pm

Ivar wusste nicht welche Gedanken durch den Kopf des Mädchens gingen. Er wurde aus ihrem Blick nicht schlau. Eigentlich hatte er in seiner ganzen Zeit auf der Erde gedacht er hätte die Menschen gut verstanden. Aber jetzt gerade konnte er nicht sagen was sie sich dachte. Warum sie ihn so ansah. Er verstand ihren Blick nicht. Aber, dass er in letzter Zeit vieles nicht verstand damit hatte er sich irgendwie abgefunden. Seine Gefühle nicht oder wie dieses Mädchen das geschafft hatte. Wie sie es geschafft hatte, dass er jetzt hier saß und diese Unterhaltung mit John Winchester führte. Ein kurzes Seufzen entkam dem Dämon als der Mann das Wort an Vada richtete und sie fragte ob sie davon wusste. Als ob er ihr das nicht gesagt hätte. Als ob er gewollte hätte, dass sie ihn weiter Terence nannte. Aber natürlich war John misstrauisch. Im Grunde konnte Ivar es verstehen. Er wäre wohl nicht anders. Mit der Reaktion von Vada hatte John aber wohl weniger gerechnet als Ivar. Der Mann sah seine Tochter geradezu überrascht an. Er hatte sie die ganze Zeit immer wieder beobachtet. Er hatte immer wieder sehen wollen wie sie reagierte wenn der Dämon sprach. Meistens wurde man aus den unterbewussten Reaktionen der Menschen schlauer als aus allem anderen. Er hatte gesehen wie sie plötzlich traurig aussah. Er wusste auch, dass sie dazu jedes Recht hatte und er wusste, dass er schuld daran war. Vielleicht hatte der Dämon … Ivar … recht damit. Der Einzige der wirklich dafür sorgte, dass seine Tochter sich so von ihm abwandte war er selber. Er wollte es nicht. Aber was sollte er denn machen. Vada war ihm so wichtig. Er liebte sie. Sie war seine Familie und im Grunde das einzige was er noch hatte. Und zu erfahren, dass sie sich auf einen Dämon eingelassen hatte. Es machte ihm Angst. Er hatte Angst sie zu verlieren. Er hatte Angst, dass man ihm seine Tochter auch noch nahm. Er konnte nicht einfach einem Dämon vertrauen. Er konnte nicht einfach diesen Kreaturen eine Chance geben so wie sie es immer tun wollte. Für sie waren sie alle nur böse und schlecht. Das war es was er gelernt hatte. Das war es was er auf schmerzliche Weise lernen musste. Und sein Stolz machte es zu schwer etwas anderes zu zulassen. Aber Vada von sich stoßen. Das hatte er nie gewollt. Er wollte seine Tochter nicht verlieren. Und er wollte nicht, dass seine eigene Sturheit schuld daran war. Deswegen saß er doch jetzt hier. Der Mann hatte recht gehabt. Lieber ließ er zu dass seine eigene Sturheit zwischen ihm und Vada alles kaputt machte als wenigstens zu versuchen die Dinge etwas anders zu sehen? Wenigstes zu versuchen eine neue Möglichkeit in Betracht zu ziehen? Es wäre dumm es nicht wenigstens zu versuchen. Er würde sie so auf jeden Fall verlieren und ihr wehtun. Und gerade letzteres hatte er oft genug getan.
Es stimmte. Der Mann war über ihre Reaktion überraschter als Ivar. Glaubte sie wirklich es ging ihm darum? Leicht zog er die Augenbrauen zusammen und drückte seine Tasse ein kleinwenig fester. „Das sollte kein Vorwurf sein, Vada …“ Nein. Im Grunde wunderte es ihn nicht, dass sie das glaubte. In den letzten Jahren hatte er sie wohl viel zu wenig behandelt wie eine Tochter. Eher wie seine Partnerin auf der Jagd. Natürlich glaubte sie das. Denn wäre dieser Dämon ihr gemeinsames Ziel gewesen, dann würde es ihn tatsächlich stören. Dann wäre er tatsächlich wütend, dass sie es ihm verschwiegen hatte. Aber das hier war etwas anderes. Er wollte wissen wie ehrlich der Dämon mit ihr war. Er wollte wissen ob er ihr vertraute und es ihr erzählt hatte. „Ich wollte nur wissen was er dir erzählt hat.“ John ließ seinen Blick auf die Tasse gleiten. Er hatte noch nicht einen Schluck von seinem Kaffee getrunken. Er hatte eh nicht das Gefühl, dass er auch nur einen Schluck runter bekommen würde. Für den Moment saß Ivar nur daneben und beobachtete die beiden. Man sah wirklich, dass sie Vater und Tochter waren. In ihren Bewegungen und ihrer Mimik waren sie sich so ähnlich. Der Dämon fragte sich ob die Beiden das überhaupt sahen. Ob ihnen das bewusst war. Bevor die Stille aber wieder zurückkommen würde die Ivar so störte richtete er das Wort wieder an John. „Eigentlich habe ich ihr alles erzählt. Wer ich bin oder was ich mache.“ Sein Blick glitt kurz zu Vada. Er merkte erst jetzt, dass seine Hand schon eine ganze Weile auf ihrem Bein lag. Er ließ sie dort liegen. Es beruhigte ihn ihr ein wenig näher zu sein. „Ich wollte, dass sie weiß wer ich wirklich bin. Und sich dann entscheidet ob sie bei mir bleiben will oder nicht.“ Johns Blick glitt zu seiner Tochter. Es war nicht nötig zu fragen. Er wusste wie sie sich entschieden hatte. Er sah wie sie sich entschieden hatte. Vada wollte diesem Dämon vertrauen. Aus irgendeinem Grund tat sie es. Und John würde sagen es war falsch. Er sah nicht wie man einem Dämon vertrauen konnte. Vielleicht wollte er es auch nicht sehen. Aber er wollte Vada vertrauen. Er wollte ihr diese Chance geben. Er wusste nur noch nicht wie. Er konnte es nicht einfach hinnehmen. Selbst wenn er es wollte ging es nicht. Sein Blick wurde ernst und glitt jetzt wieder zu dem Dämon. Er nickte nur kurz. Gut. Wollte er ihm das erstmal glauben. Er hatte Vada also alles erzählet was es über ihn zu wissen gab. Und trotzdem hatte sie sich entschieden ihm weiter zu vertrauen. Das heißt sie sah etwas ihn ihm was John nicht sah.
Jetzt war auch der Blick des Dämonen ernster und direkt auf John gerichtet. „John ich … ich liebe Vada.“ Für einen kurzen Moment war sein Blick fast traurig. Ivar hatte eigentlich noch nie mehr die Wahrheit gesprochen als jetzt. Dass er Vada liebte war das Aufrichtigste was er je gesagt hatte. Und so ziemlich das Wichtigste was er je gesagt hatte. Und doch war es wahrscheinlich vergebene Mühe. Vada glaubte ihm. Aber John würde ihm das vermutlich nie glauben. Egal was er tat er würde den Mann nie davon überzeugt kriegen, dass dies seine einzigen Absichten waren. Das dies der einzige Grund war warum er das hier alles auf sich nahm. „Das wirst du mir nie glauben, richtig?“ Kurz hob er einen Mundwinkel. Auch wenn ihm nicht wirklich nach Lächeln zu Mute war. Eher nach Schreien oder irgendjemandem die Kehle durch zu schneiden. Irgendwas Lustiges machen. Sein Blick wurde wieder ernst. „Aber ich würde alles dafür machen, damit du uns diese Chance gibst. Ich würde sogar aufhören mit dem ganzen Dämonenzeug. Naja … du weißt schon.“ John hob eine Augenbraue. „Ach ja? Und dann? Willst du dann auf unserer Seite kämpfen?“ Ivar hörte den Spott in seinem Tonfall und für einen kurzen Moment verkrampften sich seine Hand und sein Kiefer. Konnte der Mann die Sache nicht einmal ernst nehmen? Aber vielleicht war das so auch einfach zwischen den Beiden. Sie haben sich gegenseitig noch nie sonderlich ernst genommen. Deswegen verzogen sich seine Lippen nun doch zu einem schiefen Grinsen. „Also … soweit würde ich vielleicht nicht gehen. Tut mir leid aber ich habe nicht gerade eine hohe Meinung von euch Jägern. Die meisten sind Stur und egoistisch.“ Er sah den Blick des Mannes. Ja wahrscheinlich war das die Meinung die John eher über die Dämonen hatte. Töten um des Töten willens. Ohne nachzudenken und Fragen zu stellen. Im Grunde waren sie sich vielleicht nicht so unähnlich. Bevor John allerdings darauf irgendwas erwidern konnte sprach Ivar weiter. „Aber vielleicht finde ich einen anderen Weg als den, den ich bis jetzt gegangen bin. Irgendwas, was ich tun kann. Ganz ehrlich…“ Er zuckte mit den Schultern. „Wie es für mich weiter geht weiß ich noch nicht. Ich weiß nur, dass ich Vada an meiner Seite haben möchte. Dass ich bei ihr bleiben möchte. Solange sie mich lässt.“ Sein Blick glitt nun wieder zu Vada. Für diesen Moment sah er nur sie. Vielleicht hatte er die Worte zu John gesagt aber sie waren nicht alleine für ihn bestimmt. Er hoffte, dass auch sie diese Worte aufnahm und sie ihm glaubte. John beobachtete die Beiden. Er sah wie … Ivar seine Tochter ansah. Er sah wie sich sein Blick zwar nur für einen kurzen Moment änderte aber er änderte sich. Für einen kurzen Moment ließ der Mann den Blick sinken. In diesem kurzen Moment wurde ihm klar, dass Vada ihre Meinung nicht ändern würde. Sie hatte sich in diesen Dämon verliebt. Er konnte es vielleicht nicht verstehen. Aber er würde es nicht ändern können. Ausdruckslos richtete er den Blick auf seine Tochter. „Vada?“ John machte eine kurze Pause bis seine Tochter ihn ansah. „Was möchtest du?“ Mehr fragte er nicht. Der Dämon hatte ja klar gesagt was er wollte. Ob es nun der Wahrheit entsprach oder nicht. Aber er wollte wissen was Vada wollte. Er wollte hören was sie dazu zu sagen hatte.
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