Gone too long, tell you how it ends // Mi. 27.04.2010, 21.55 Uhr

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Gone too long, tell you how it ends // Mi. 27.04.2010, 21.55 Uhr

Beitrag von Kida Masaomi am Mo Apr 24, 2017 11:07 pm

Pfeifend lief Kida durch die Straßen. Eigentlich war es für den Jungen eher ungewöhnlich um diese Uhrzeit noch alleine durch die Stadt zu laufen. Deswegen diente das Pfeifen wahrscheinlich eher seiner eigenen Beruhigung. Eigentlich war es ja auch nicht der Plan gewesen so lange unterwegs zu sein. Weil bald eine Prüfung bevorstand und Kida mal wieder ziemlich hinterher hing hatte der Junge Lewis versprochen seinen freien Nachmittag zu nutzen und in der Schulbibliothek zu lernen. Das hatte er ja auch gemacht. Er hatte gelernt bis sein Kopf qualmte  und dann hatte er auch gehen wollen. Aber viele ihrer Mitschüler hatten an dieser Schule ja noch nachmittags Unterricht und so war er einigen von ihnen über den Weg gelaufen. Er kannte noch nicht so viele Schüler hier aber ausgerechnet diese kannte er natürlich. Sie hatten ihn auf ein Eis eingeladen und wie sollte der ehemalige Hogwartsschüler das nein sagen. Immerhin ließ er eher selten eine Chance auf Eis verstreichen und noch dazu hatte er die Möglichkeit neue Freunde zu finden. Er wollte hier unbedingt noch neue Freunde finden. Er fand nicht nur dieses Land unglaublich aufregend sondern auch seine Menschen. Sie waren so anders. Viel verrückter hatte er das Gefühl. Er fand es lustig. Naja und so hatte er eben eine Weile mit ihnen gegessen. Sie hatten von hier erzählt und er hatte von da erzählt. Sie schienen sich nämlich unglaublich für Hogwarts zu interessieren. Ja selbst hier sprachen die Leute über die Schule die Voldi und Harry Potter besucht hatten. Kida hatte diese ganze Aufregung ja nie so ganz verstanden. Aber er hatte eben auch erst in Hogwarts von der ganzen Sache erfahren. Seine Großmutter hatte ihm nie davon erzählt. Sie waren wohl etwas enttäuscht von seinen Erzählungen. Er hatte keine Ahnung was sie sich von Hogwarts erhofft hatten. Eigentlich war sie für Zaubererverhältnisse eine recht normale Schule. So wie die hier eben auch war. Sie hatten ihm noch von dem Fest zur Walpurgisnacht erzählt welches hier ganz in der Nähe jedes Jahr gefeiert wurde. Es hörte sich unglaublich toll und lustig an und natürlich hatte er ihre Einladung direkt begeistert angenommen. Er musste unbedingt Lewis mitnehmen, und Shiro, und Piroska und Zelda und generell allen davon erzählen, damit sie alle kamen. Irgendwann mussten sie dann alle los und vor einer Weile haben sich ihre Wege dann getrennt. Und jetzt lief Kida hier rum. Sein Problem war nur, dass Ashvale irgendwie größer und unübersichtlicher war als Gillingham. Kida hatte nicht wirklich Erfahrung sich in großen Städten alleine zu Recht zu finden und so hatte er schon nach einigen Minuten keine Ahnung mehr wo er war. Langsam wurde es dunkler und er hatte nicht das Gefühl noch irgendwas Bekanntes zu sehen. Deswegen lief er hier nun also pfeifend durch die Gegend und hoffte einfach irgendwann irgendwo zu landen wo er etwas kannte. Oder wenigstens einen Bus zu finden der ihn irgendwohin bracht wo er sich auskannte. Natürlich hätte er einfach Lewis oder so anrufen können aber irgendwie wollte er das nicht. Nein es nervte ihn wie ein kleiner Junge um Hilfe rufen zu müssen. Er würde das doch auch irgendwie alleine schaffen.
Und dann irgendwo in einer eher ruhigen Gegend hörte er dieses Husten und erschrak automatisch. Er blieb einfach stehen und sah sich direkt um. Er war alleine auf der Straße. Jedenfalls war er sich sehr sicher nicht verfolgt zu werden. Warum hatte er trotzdem plötzlich dieses ungute Gefühl? Er holte tief Luft und wollte gerade wieder loslaufen als er wieder ein Geräusch hörte. Es hörte sich nur so an als hätte Jemand schmerzen und atmete viel zu schwer als das es gesund sein könnte. Also blieb er doch stehen. Wenn hier wirklich Jemand schmerzen hatte konnte er ja nicht einfach weiter gehen ohne sich nicht wenigstens vergewissert zu haben, dass niemand groß verletzt war oder so. Irgendwann würde ihm sein Drang den Menschen zu helfen wollen noch umbringen. Jaja, das wusste er ganz genau. Trotzdem stand Kida nun hier uns starrte in die Gasse aus der das Atmen zu kommen schien. Tatsächlich konnte er in den Schatten eine Gestalt erkennen die auf dem Boden zu sitzen schien. Zögerlich holte Kida tief Luft und ging in die kleine Gasse hinein. „Hallo…?“ Die Person am Boden antwortete nicht. Vielleicht hatte sie ihn nicht gehört. Als er ihr endlich so nahe stand, dass er sie erkennen konnte stockt der Junge. Er wusste nur nicht warum er mehr stockte. Weil es Brian Hyun war der hier vor ihm an der Wand gelehnt saß – oder eher halb lag – oder weil er vollkommen blutverschmiert war. Kida konnte nicht behaupten, dass er in seinem Leben schon einmal so viel Blut gesehen hatte. Er war sich jedenfalls sicher, dass Brians Oberteil für gewöhnlich nicht rot gewesen ist. Der Ältere schien ihn gar nicht bemerkt zu haben. Er hing dort auf dem Boden und presste sich die Hand auf die Brust. In seinem Gesicht war nichts als Schmerz zu sehen. Obwohl…vielleicht war da auch irgendwas das Kida als Leere, Trauer oder Angst bezeichnen würde. Vorsichtig, zitternd hockte er sich neben ihn. „Br…Brian?“ Er sprach ihn an und legte dabei seine Hand auf Brians um sie leicht weg zu ziehen aber in diesem Moment fuhr Brian hoch, was ihm einen Schmerzenslaut entlockte und packte Kida an den Schultern. Er starrte den Jungen für einen kurzen Moment so an als wollte er ihn gleich umbringen und für diesen kurzen Moment stieg Panik in ihm auf. Für diesen kurzen Moment wünschte er sich nur er wäre weiter gelaufen. Aber dann veränderte Brians Blick sich. Es schien als würde er den Jungen erkennen. Vielleicht tat er das wirklich, vielleicht auch nicht. Kida konnte es nicht sagen. Er merkte nur wie Brian plötzlich zusammen sackte. So als hätte er irgendwas aufgegeben. „Was…was ist mit dir passiert?“ Kida ließ seinen Blick an seinem Oberkörper entlang gleiten. In seinem Oberteil waren klar drei Löcher zu sehen und darunter blutete alles. Kida hatte so etwas mal auf Bildern gesehen. Aber in echt sah es tausendmal schlimmer aus. Angespannt drückte er Brian vorsichtig von sich und lehnte ihn wieder gegen die Wand. Sein Atem in dem er jeden Schmerz zu hören glaubte machte Kida wahnsinnig. Zitternd lehnte er sich neben ihn an die Wand und griff nach seinem Handy. Erst jetzt merkte er, dass seine Hand nun ebenfalls blutverschmiert war und im ersten Moment ließ er sein Handy fallen um seine Hand an der Hose sauber zu wischen. Dann stockte er, schüttelte über sich selber den Kopf und griff schnell zu seinem Handy um Shiro anzurufen. Er wusste nicht warum er nicht den Krankenwagen rief. Sein erster Gedanke war einfach Shiro gewesen. „Shi…Shiro?“ Seine Stimme klang unglaublich leise. Hoffentlich konnte er ihn überhaupt verstehen. „Bitte komm her. Bitte.“ Er nannte ihm die Straße die neben der Gasse herlief. Er hatte sich vorher extra den Straßennamen gemerkt. Er sagte ihm, dass er in einer Gasse war und bat ihn noch mal zu kommen. „Hier…Brian Hyun ist hier. Ich glaube…ich glaube er wurde erschossen.“ Kida wusste warum er Shiro anrief. Er vertraute ihm. Shiro war stark. Er würde wissen was zu tun war. Ja ganz sicher würde Shiro helfen können. Kida vertraute ihm mehr als irgendwelchen Ärzten. Der Junge merkte wie er immer nervöser wurde je länger er hier neben dem schwer atmenden Brian saß. Was ist wenn er starb? Wenn Shiro sie nicht finden würde? Kida konnte doch überhaupt nichts machen. Er wartete gar keine Antwort mehr ab sondern ließ sein Handy fallen und wandte sich wieder Brian zu. Er wusste nicht warum aber er zog seine Jacke aus und presste sie auf Brians Brust. Machten sie das in den Filmen nicht immer so? Brian stieß daraufhin nur wieder so einen Schmerzenslaut aus. Aber Kida musste doch irgendwie diese Blutung stoppen. „Alles wird gut. Shiro kommt gleich.“ Er wusste nicht ob er das Brian oder sich selber sagte. Und er wusste auch nicht ob der Laut der dann von Brian ausging ein Husten oder ein Lachen war.
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Re: Gone too long, tell you how it ends // Mi. 27.04.2010, 21.55 Uhr

Beitrag von Shiro Yuudai am Di Apr 25, 2017 12:23 pm

An einen Baum gelehnt, saß Shiro auf den Boden und schaute über den Abhang das Gelände entlang. Hinter ihm ragte sein Haus in den Himmel empor und auf seinem Schoß lag eine Thermoskanne. Den ganzen Tag hatte Shiro heute in irgendwelchen stickigen Gebäuden verbracht. Wenigstens jetzt wollte er ein bisschen durchatmen und seine Gedanken ordnen. Die Kälte die ihn immer wieder durchfuhr, wenn der Wind auffrischte half ein wenig dabei. So war es einfacher klar nachzudenken ohne sich ablenken zu lassen. So langsam sollte er sich entscheiden, was er machen sollte. Sollte er wirklich in dieses Team gehen und dann vielleicht andauernd auf Reisen gehen? Seine Freunde nicht mehr sehen, weil er irgendwelche Spiele hatte und ständig alleine sein? Er würde auf seine Freunde nicht aufpassen können und vor allem in letzter Zeit schien ihm das ziemlich riskant. Außerdem würde er so sein Versprechen nicht halten können. Und schon wieder fuhr Brians Gesicht durch seinen Kopf. Es war nicht das erste Mal heute, oder in den letzten Tagen, und er hatte das vage Gefühl, dass es auch nicht das letzte Mal sein würde. Alleine die Tatsache, dass er heute Nacht schon wieder von dem Mann geträumt hatte, beunruhigte ihn. Shiro wusste nicht was das bedeuten sollte. Vor allem weil er einfach nur dagesessen hatte. Sie hatten sich nicht unterhalten, eigentlich hatte er nicht einmal etwas mit dem Rest von Shiros Traum zu tun gehabt, er war einfach nur dagewesen. Aber wie sollte das auch nicht der Fall sein, wenn er auch tagsüber ständig an den Mann denken musste. Es war schwer es nicht zu tun und das lag nicht an dieser Spannung die an diesem einen Tag zwischen ihnen gelegen hatte, sondern am ganzen Rest. Daran, dass er sich Sorgen um den Mann machte, daran, dass er fand, dass sie Beide einander  viel zu ähnlich waren. Das ging ihm nicht aus dem Kopf. Genauso wenig wie diese kurzen Minuten, in denen er Brian in einem Zustand der Ruhe gesehen hatte, der bei Brian sonst so fern schien. Das ging ihm nicht aus dem Kopf und vermischte sich mit seiner ständigen Sorge um seine Freunde und zu seinem eigenen Erstaunen merkte Shiro, dass die beiden Dinge sich gar nicht so unterschiedlich anfühlten und genau das war wahrscheinlich keine gute Sache. Der Japaner wusste nicht, was das sollte oder wie er damit umzugehen hatte. Nein, vermutlich wäre es besser wenn er hier bliebe. Es gab zu viele Dinge um die er sich einen Kopf machte und zu viele Fragen auf die er noch keine Antwort hatte. Ja, vermutlich wäre es besser, wenn er einfach anfangen würde weiter zu lernen. Wenn er studieren würde, damit er Zaubertranklehrer werden konnte. Zwar wusste er, dass er jetzt schon besser war, als jeder Lehrer den er bis jetzt getroffen hatte, aber man konnte hier ja solche Behörden und Forderungen nicht einfach umgehen. Shiro wurde aus seinen Gedanken gerissen, als sein Handy klingelte. Er hatte ganz vergessen, dass er es überhaupt nach draußen mitgenommen hatte und vor allem, dass er es auf laut gestellt hatte. Etwas erschrocken griff er danach, schaute kurz aufs Display und nahm dann ab. Er dachte sich nichts dabei, dass Kida ihn anrief. Immerhin tat er das ja öfter. Mal wegen komplett unwichtigen Dingen, über die sie ewig reden konnten, mal über wichtiges und mal weil er Hilfe für die Schule brauchte. Dafür kamen sie irgendwie alle zu ihm. Zumindest was Zaubertränke betraf. Doch heute schien Kida aus einem ganz anderen Grund anzurufen und so wie er klang, stieg in Shiro augenblicklich ein Gefühl der Übelkeit aus. Was war passiert? Er hatte gar nicht die Zeit nachzufragen, weil Kida weiter sprach und automatisch fuhr der Mann hoch und rannte zu seinem Haus, zu dieser dämlichen Stickerei. Was ihn sonst beruhigt hatte, weil nicht jeder einfach überall bei ihm auftauchen konnte, kostete ihn jetzt wertvolle Sekunden, die er vielleicht noch brauchen würde um dem Jungen zu helfen. Was machte der überhaupt in dieser Gegend? Wie war er da überhaupt hingekommen und wenn irgendjemand ihm irgendetwas getan hatte, dann würde Shiro diese Person umbringen, das schwor er sich. Kida durfte nichts passieren. Nicht ihm. Nicht der einzigen Person, bei der Shiro sich fühlte wie ein Junge, bei der er sich benehmen konnte wie ein Junge. Ein bisschen jünger, ein bisschen verrückter und sehr viel bescheuerter. Ihm durfte einfach nichts passieren.
Doch darüber konnte er sich gar nicht viele Gedanken machen, denn sofort kreiste seine Sorge um eine andere Person. „Scheiße.“ Shiro wartete auf keine Antwort oder eine weitere Erklärung. Er drehte sich und war im nächsten Moment bei dieser Straße. Erschossen. Gott, Kida konnte einem wirklich den Schreck seines Lebens verpassen. Für einen kurzen Moment hatte Shiro das Bild eines toten Brian in seinem Kopf gehabt und das hatte irgendwie dafür gesorgt, dass sich alles in ihm verkrampfte. Das wollte er nicht. Er wollte nicht das Brian tot war. Irgendetwas in ihm sträubte sich gegen diesen Gedanken und wie sollte er das erst Hyemi erklären? Das war zu viel. Aber dann fiel ihm ein, das Kida gerne mal unabsichtlich übertrieb und Shiro klammerte sich an die Hoffnung, dass der Mann nicht erschossen sondern nur angeschossen war. Das Problem war, dass Kida wahrscheinlich in beiden Fällen ihn angerufen hätte. Aber in beiden Fällen wäre es besser so gewesen. Die Polizei zu rufen, wäre vermutlich nicht sehr schlau. Dafür gab es zu viele Dinge, die sie nicht wissen sollten. Wenn er Zeit gehabt hätte, hätte er vielleicht darüber nachgedacht, was zum Teufel es ihn interessierte, dass irgendwelche unwichtigen Muggelbehörden irgendetwas darüber heraus fanden, was der Thailänder so in seiner Freizeit trieb, wo man deren Gedächtnisse und Akten doch so einfach löschen konnte, aber dafür hatte er eben keine Zeit. Nein, jetzt musste er zu der Gasse rennen, der einzigen die er sah und hoffen, dass es die richtige war. Aber die war es. Shiro hörte Kidas Worte und Brians Lachen darauf und kurz war er froh. Wenn der Kerl in der Lage war so ein abfälliges Geräusch von sich zu geben, war er wenigstens noch nicht tod. Doch im nächsten Moment stockte er, weil er das ganze Blut sah. Sofort schluckte er und lies sich neben Kida sinken, seine Hand fuhr automatisch zu der von dem Jungen, der anscheinend seine eigene Jacke auf Brians Brust drückte und mit großer Wahrscheinlichkeit die Kugeln noch tiefer trieb. Shiro hob Kidas Hand ganz leicht an. „Nicht ganz so fest.“ Dann erst glitt sein Blick zu Brians Gesicht und augenblicklich überschwemmte ihn Sorge und sein Gesicht verzog sich zu einem angespannten, beinahe traurigem Ausdruck. Wie zur Hölle war das passiert? Keine Zeit danach zu fragen. Solche Wunden musste schnell versorgt werden und Brian lag vielleicht schon zu lange hier rum.
„Tut mir leid,“ sagte er als er den Mann packte und vorsichtig, aber schnell, nach oben zog. Gott, er musste stehen um sie hier wegzubringen. Shiro zog auch Kida näher an sich, so dass der Junge die Jacke immer noch auf Brians Brust drücken konnte und wieder überließ er sich dem Sog, der ihn woanders hinbringen sollte. Doch diesmal vermischten sich seine Gedanken an diese Stickerei mit Sorge und mit dem Anblick von Brians Blutverschmierten Oberkörper. Sie kamen nicht alle heil an, aber Brian und Kida ging es den Umständen entsprechend gut. Shiro ignorierte seinen Schmerz an der Schulter. Das würde heilen. Es war nicht viel passiert. Vorsichtig legte er Brian auf den Boden und übernahm es ihm die Jacke auf die Brust zu pressen. Sein Blick glitt zu Kida und er bat ihn einige Dinge aus dem Bad zu holen. Den Rest ließ er mit einer Bewegung seines Zauberstabs von alleine zu ihm kommen. Solange Kida weg war, packte Shiro Brians Hand und legte sie auf seine Brust. Nur für kurz musste er selbst festhalten, denn Shiro musste seine Schulter doch verbinden. Dazu riss er ein Stück seines T-Shirts ab und band es einfach um die Wunde, das würde reichen. Allerdings war Kidas Jacke zu hart und nahm zu wenig Flüssigkeit auf. Also nahm Shiro das nächstbeste, solange noch kein Handtuch hier war. Er zog sein T-Shirt aus und drückte es jetzt statt der Jacke auf Brians Wunde. Er hatte es vermieden den Mann anzusehen, aber jetzt glitt sein Blick zu dessen Gesicht. „Wehe, du stirbst mir weg!“ Und im nächsten Moment wusste er, warum er vielleicht die ganze Zeit über den Mann nachgedacht hatte. Brian war der Einzige der wusste wie es war in dieser scheiß Welt, in der sich Shiro befunden hatte, festzustecken. Brian war der Einzige, der alle Abgründe, alle Schmerzen und alles Leid kannte, das ihn immer noch verfolgte. Er war der einzige, der verstand. Da konnte Shiro ihn nicht einfach verlieren. Aber statt darüber nachzudenken, nahm er die Flasche Alkohol, die jetzt mit den restlichen Sachen aus der Küche und ein paar anderen Räumen, neben ihm landete und drückte sie Brian in die Hand. „Trink! Oder ich zwing dich dazu.“ Der Alkohol würde nicht sehr viel helfen aber wenigstens ein bisschen.
Kida kam wieder - er war vermutlich schnell gewesen, aber Shiro war es vorgekommen als ob er ewig gebraucht hätte – und Shiro nahm ihm die Sachen ab. Dann sah er ihn fest an. „Jetzt geh!“ Vermutlich hatte er in der ganzen Zeit in der sie sich kannten nicht so ernst mit Kida gesprochen. Nicht einmal damals, als er entdeckt hatte, das Brian ihn verletzt hatte und er nach demjenigen gefragt hatte, der das getan hatte. Aber Kida sollte das nicht sehen. Er sollte Brian nicht schreien hören. Doch das würde passieren, wenn er blieb. Denn egal wie stark man war, Kugeln zu entfernen die so viel Blut verursachten, tat höllisch weh. Da konnte man sich nicht wirklich dagegen wehren. „Ich sag dir später Bescheid.“ Sein Ton alleine akzeptierte kein nein. Sobald der Junge sich umdrehte um zu gehen, wandte Shiro sich Brian zu und fing an. Er entfernte sein eigenes T-Shirt von der ersten Wunde, schnitt danach Brians Oberteil von ihm herunter, und band die provisorische Kompresse dann mit Mullbinden um die anderen Wunden, damit sie nicht frei bluten konnten. Er schüttet desinfizierenden Alkohol, den Kida aus dem Bad gebracht hatte, über das Einschussloch, seine Hände, die Pinzette und war erleichtert, dass er seine alten Angewohnheiten diese Dinge bei sich zu im Haus zu haben, nie abgelegt hatte. Dann entfernte er die erste Kugel und fühlte sich hundsmiserabel dabei. Vor einer Weile hätte es ihn vielleicht noch irgendwie zufriedengestellt dem Mann vor sich Schmerzen zu bereiten, aber inzwischen waren einige Dinge passiert, die das verhinderten. Und vielleicht hätte er es auch nie wirklich gut gefunden. Die Pinzette war ein scheiß Folterinstrument und Shiro war froh als er das Pling der ersten Kugel in einer Schüssel hörte und zu Nadel und Faden greifen konnte, nachdem er die Blutung mit einem Zauber gestillt hatte. Hier hatte der Mann schon einmal Glück gehabt. Nichts Lebenswichtiges war getroffen worden. Sobald die Wunde vernäht war, verfuhr Shiro mit den anderen ebenso. Eine Kugel allerdings lag tiefer als die Anderen. Und auch sehr viel gefährlich. Shiro sagte die ganze Zeit schon nichts, während er hier an dem Mann rumoperierte, aber jetzt war er noch angespannter und konzentrier. Bis jetzt war es relativ gut gelaufen und er hatte keine Lust dazu, dass Brian ihm jetzt verstarb, weil er das nicht richtig machte. Aber irgendwann war auch das geschafft und Shiro wurde ruhiger. Das schlimmste war vermutlich vorbei. Außer Brian würde Fieber bekommen und so weiter. Bei so einem Blutverlust wusste man nie. Der Japaner überlegte ob er vielleicht irgendwo eine Transfusion klauen sollte, aber damit konnte er sich beschäftigen wenn er den Mann sauber gemacht hatte. Doch eigentlich war er sich ziemlich sicher, dass es, bis auf diese eine Wunde, schlimmer ausgesehen hatte, als es war.
Shiro ließ ein weiches Tuch in warmes Wasser gleiten, in das er vorher Kräuter gegeben hatte, die etwaige Entzündungen vorbeugten, und entfernte, solange es sich vollzog, die Reste von Brians Oberteil von dem Mann. Dabei achtete er die ganze Zeit darauf, dass Brian nicht einschlief oder ohnmächtig wurde. Das konnte er machen, wenn er gleich etwas getrunken und gegessen hatte, auch wenn das vermutlich das letzte war, was der Mann tun wollte. Aber Shiro musste sowieso erstmal das ganze Blut und den Schweiß vom Körper des Mannes entfernen. „Tut mir leid,“ sagte er wieder, als er mit dem vollgesogenem Tuch sanft über den Körper des Mannes fuhr und ihn reinigte. Die ganze Mische brannte vermutlich wie die Hölle, aber es war nötig. Danach trocknete Shiro Brian ab und besah sich den Rest vom Mann. Seine Hose war auch vollgesogen mit Blut und Dreck, aber nicht in Nähe der Wunden, sodass Shiro sich damit später beschäftigen konnte. Jetzt war was anderes wichtiger. Er nahm die Wasserflasche neben sich und zwang Brian zu trinken. Erst wollte er nicht, aber Shiro war geduldig und irgendwann bekam er ihn doch dazu. Die ganze Zeit war er einfach nur erleichtert und das merkte man vermutlich auch. Der Kerl würde schon wieder werden. Dann nahm er den Brei, den er vorher hatte mischen lassen – er war immer wieder erfreut darüber, wie praktisch Zauberei manchmal war – und zwang Brian auch das zu sich zu nehmen. Aber er war nie aggressiv dabei. Nur sanft. Wo das her kam wusste er selbst nicht, aber so war er eben immer wenn er Kranke pflegte. Dann sah er ihn an. „So… Ich hol dir jetzt ein Futon und etwas anderes zum anziehen.“ Shiro stand auf, schlenkerte mit seinem Zauberstab und alle Utensilien waren verschwunden, waren in der Küche oder in der Waschküche und reinigten sich von allein, während Shiro in sein Schrankzimmer ging, einen Futon, Unterwäsche und eine Jogginghose holte und dann alles zu dem Mann zurück brachte. Es war nicht unbedingt einfach Brian umzuziehen und auf den Futon zu verlagern, ohne ihm dabei wehzutun, aber irgendwie klappte es schon und irgendwann konnte Shiro Brian die Decke überlegen und sich neben ihn an die Wand lehnen um für nur einen kleinen Moment auszuruhen.
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Re: Gone too long, tell you how it ends // Mi. 27.04.2010, 21.55 Uhr

Beitrag von Brian Hyun am Di Apr 25, 2017 8:34 pm

Es kam Brian vor wie eine halbe Ewigkeit. Wie eine schmerzende halbe Ewigkeit seitdem der kleine Ravenclaw ihm gesagt hatte, dass gleich alles gut werden würde, weil Shiro unterwegs war. Natürlich war es Shiro. Es sollte Brian doch gar nicht wundern, dass in dieser beschissenen Situation seinem Leben nichts anderes einfiel als ihm Shiro Yuudai zu schicken. War wohl neuerdings sein kleiner persönlicher Schutzengel. Aber dann konnte sich dieser Wichser bitte auch beeilen hier aufzukreuzen. Wenn man sich schon dafür entschied ihn hier nicht einfach sterben zu lassen. Vielleicht wäre sterben einfacher gewesen. Irgendwann wären die Schmerzen vorbei gewesen und Brian wäre in eine ihm fremde Welt getaucht. Wahrscheinlich war es das Nichts was auf der anderen Seite wartete. Aber war das Nichts eine so schlechte Aussicht? Aber anscheinend war es noch nicht seine Zeit diese Welt jetzt hier so zu verlassen. Lieber bereitete dieser kleine Junge ihm noch unheimliche Schmerzen indem er immer und immer wieder in seine Wunden drückte. Zuerst fühlte Brian nur die Schmerzen doch dann schienen genau diese alles um ihn herum zu dämpfen. Er wusste hinterher nicht mehr wie lange er hier lag, bis er irgendwo ganz weit weg Shiros Stimmt hörte. Er bekam nicht mit wie der Japaner ihn auf die Beine zog oder was genau er zu ihm sagte. Brian war dabei in einen Zustand der Ohnmacht zu sinken. Er hatte keine Kontrolle über seinen Körper oder seine Gedanken. Er wusste schon lange nicht mehr wo er war oder was vor sich ging. Nur die Schmerzen nahm er war, die Dunkelheit die sich immer enger um ihn schloss und jetzt die Übelkeit die ihn so plötzlich überkam. Im nächsten Moment schien er noch einmal sein Bewusstsein zurück zu erlangen. Er fand sich in dieser eigentlich noch fremden aber doch schon ziemlich vertrauten Umgebung wieder. Er erkannte die Ruhe selbst in diesem Moment. Sie überkam ihn mit einer solchen Wärme und umschloss ihn. Brian nahm Shiro die Flasche ab und trank ein paar große Schlücke. Die Flüssigkeit brannte und schmerzte in seiner Kehle aber Brian wusste, dass sie nichts gegen das war was auf ihn zukommen würde. Es dauerte nicht lange bis der Alkohol anfing seinen Kopf zu benebeln. Zusammen mit der Ruhe die ihn umschloss sorgte es dafür, dass Brian versank. Noch vor einigen Minuten war alles so klar gewesen und jetzt verschwamm die Welt vor seinen Augen und tauchte ihn in tiefste Dunkelheit. In ein Gefühl der Leere. Es war sowohl schrecklich und beängstigend als auch friedlich. Als hätte er längst auf diesen Moment der absoluten Leere gewartet. Er hatte das Gefühl, dass er hier bleiben wollte. Es war ihm egal ob sie ihn retten wollten oder nicht. Sie sollten ihn einfach nur in dieser Welt lassen.
Brennender Schmerz durchfuhr seinen gesamten Körper und ließ Brian zum ersten Mal aufschreien. Er riss ihn aus seiner friedlichen Welt und durchbrach die Dunkelheit. Mit einem Mal war sein ganzer Kopf klar und Brian hatte das Gefühl alles hundertmal intensiver wahrzunehmen als es normal war. Adrenalin schoss durch seinen Körper und er fühlte genau wo der Alkohol auf seiner Haut brannte. Dann folgte dieser unbeschreibliche Schmerz. Als würde Shiro ihm ein Stück seines eigenen Fleisches rausreißen. Ein ziemlich widerspenstiges Stück Fleisch. Immer und immer wieder zerrte er daran und schickte diesen Schmerz durch Brians gesamten Körper. Immer wieder schrie er vor Schmerzen auf oder biss sich dabei so sehr auf die Lippe, dass er sein eigenes Blut schmeckte. Die nächsten Minuten kamen Brian vor wie Stunden. Sein Körper verkrampfte sich bei jeder Kugel die Shiro entfernte mehr und irgendwann krallte er sich irgendwo an den Japaner fest. Er hatte das Gefühl sich irgendwo festhalten zu müssen um nicht durch den Schmerz ohnmächtig zu werden. Er musste sich an irgendwas aus dieser Welt festhalten um nicht zurück in diese Leere zu gleiten. Wieder schrie Brian auf als der Schmerz ein letztes Mal viel schlimmer wurde als zuvor. Brian wurde schwarz vor Augen und für einen kurzen Moment hatte er das Gefühl doch noch ohnmächtig zu werden. Dann holte ihn ein Zucken aus dieser Dunkelheit zurück und im nächsten Moment hörte er die letzte Kugel in einen Behälter fallen. Sein ganzer Brustkorb pulsierte. Noch war Brian sich nicht sicher ob er Erleichterung empfinden sollte. Für einen Moment vermisste er die leere Welt. Diese hier war schmerzhaft. Aber, wenn er ehrlich war, dann war er nicht bereit zu gehen. Nicht so jedenfalls. Nochmal fühlte er brennenden Schmerz als Shiro mit irgendwas über seinen Körper fuhr. Aber langsam war er in der Lage wieder mehr wahrzunehmen als nur Schmerzen. Er sah jetzt den Japaner neben sich hocken, der so konzentriert und ernst aussah. Er sah den Raum wieder in dem er lag und fühlte einen leichten Wind der über seinen Körper fuhr. Brian fühlte wie ihm unglaublich heiß wurde. Wahrscheinlich war es die ganze Zeit schon so aber erst jetzt nahm er es wahr. Brians Blick glitt zu Shiro als dieser sich bei ihm entschuldigte. Wäre Brian dazu in der Lage gewesen hätte er ihn wahrscheinlich angegrinst aber er konnte nichts anderes als da zu liegen und ihn anzusehen. Sein Blick ruhte auf dem Mann während er ihn mit diesem Tuch wusch. Shiro sah dabei so unglaublich sanft aus. Ihn so zu sehen sorgte dafür, dass Brians Atem sich ein wenig beruhigte. Es war immer noch sehr schwer und anstrengend zu atmen aber seine Atmung wurde regelmäßiger und sorgte dafür, dass Brians Körper sich ein wenig entspannte. Nur kamen mit der Entspannung auch die Erschöpfung und die Müdigkeit. Brian hatte plötzlich das Bedürfnis die Augen zu schließen und so lange zu schlafen bis der Schmerz verschwunden war. Er wollte nichts trinken und auch nichts essen. Er wollte nur seine Ruhe haben. Aber Shiro konnte zu anstrengend sein. Er ließ nicht locker und letztlich bekam er Brian doch dazu, dass er irgendwie etwas trank und aß. Vielleicht lag es wieder daran, dass Shiro so sanft wirkte. In diesem Moment vertraute er einfach darauf, dass egal was Shiro sagte schon das Richtige war. Hätte Brian seine Gedanken klar fassen können, dann hätte er sich bestimmt gefragt warum er so dachte. Warum er Shiro so vertraute. Noch vor einigen Tagen hatte er sich vorgenommen sich nicht weiter auf den Japaner einzulassen. Er hatte beschlossen, dass er Shiro Yuudai schon zu sehr in sein Leben gelassen hatte. Er hatte nicht gewollte, dass es so weiterging. Und nun lag er hier und beschloss ihm wieder zu vertrauen. Nicht weil er musste sondern weil er es wollte. Ja hätte er seine Gedanken klar fassen können, dann hätte er sich in diesem Moment für ziemlich dumm erklärt. Während er alleine in dem Zimmer lag starrte er die Decke an. Er fühlte sich elend. Sein ganzer Körper schmerzte und die Hitze machte ihn wahnsinnig. Brian schloss seine Augen und fühlte wie sein Oberkörper und sein Kopf pulsierten. Er fühlte noch wie Shiro ihn umzog und irgendwie auf den Futon legte. Er hätte ihm gerne geholfen aber er war zu erschöpft um auch nur irgendein Gliedmaß an seinem Körper zu bewegen bewegen. Und dann wurde es still und dunkel. Zuerst war da nur Dunkelheit und Hitze während er schlief. Aber irgendwann tauchte er ab in wirre Träume. Immer wieder sah er seinen Vater, fühlte den Schmerz den er ihm bereitete, weil er versagt hatte. Er sah Phoung, sah sie sterben immer wieder. Er sah Malee. Sie rannte und schrie um Hilfe aber Brian war einfach nicht schnell genug um zu ihr zu kommen. Immer wieder verschwand sie kurz bevor er sie zu packen bekam. Und im nächsten Moment war da Hyemi. Hyemi und Aby voller Blut, leblos verfolgten sie ihn überall hin. Egal wie weit er weg lief. Ihre toten Körper waren immer da.
Irgendwann schreckte Brian nach oben. Ein Schmerzenrlaut entkam ihm als er sich leicht aufrichtete. Das Licht der Sonne blendete ihn und sorgte im ersten Moment dafür, dass Brian nichts sah. Blinzelnd sah er sich in dem Raum um. Erst hatte er vergessen wo er war. Die Erinnerungen waren da aber sie waren nicht direkt greifbar. Der Schmerz in seiner Brust holte langsam alles zurück. Die verschwommenen Bilder der letzten…Stunden? Die klaren Bilder von Shiro. Brians Blick glitt weiter durch den Raum und blieb an dem Japaner hängen der ein Stück von ihm entfernt saß und anscheinend schlief. Er beobachtete ihn eine Zeit lang wie er atmete. Er verstand nicht wirklich warum er hier saß. Er verstand nicht warum Shiro sich so um ihn kümmern wollte. Wahrscheinlich hätte er jedem das Leben gerettet aber irgendwas zwischen ihnen war nun seit einigen Tagen anders. Früher hatte er einzig und alleine Abneigung empfunden wenn er Shiro ansah aber jetzt empfand er so etwas wie Dankbarkeit. Dankbarkeit dafür, dass er ihn nun schon zum zweiten Mal aus einem Loch gerettet hatte. Nur wäre Brian in dieses Loch gefallen, dann hätte er es nie wieder heraus geschafft. Trotzdem verstand er den andere nicht. Es war nicht nur, dass er ihn heute vor dem Tod bewahrt hatte. Wenn sie sich die letzten Male gesehen haben hatte Brian fast das Gefühl, dass Shiro sich um ihn sorgte. Und das verstand er nicht. Warum interessierte Shiro sich für ihn? Oder täuschte er sich vielleicht. Brians Blick ruhte noch immer auf ihm. „Shiro?“ Er sprach etwas lauter, aber er war sich sicher, dass der Japaner einen fast ebenso aufmerksamen Schlaf hatte wie er und es bemerken würde, wenn er ihn ansprach. Brian wusste nur nicht warum er wollte, dass Shiro aufwachte. Aber alleine zu sein machte Brian Angst. Noch immer hing sein Traum an ihm und quälte ihn. Er wollte nicht alleine sein. Shiro öffnete wirklich irgendwann die Augen und dem jungen Mann entkam ein erleichterter Seufzer. Er merkte nicht, dass er den Anderen im nächsten Moment anlächelte und er merkte auch nicht wie beschissen er aussah. Er war Schweißgebadet und noch immer zitterte sein ganzer Körper leicht wegen den Schmerzen die er noch immer fühlte. „Hallo…“ Hallo war vielleicht ein bescheuertes Wort in dieser Situation aber wenn Brian ehrlich war, dann wusste er einfach nicht was er jetzt anderes sagen sollte. Erst jetzt löste er seinen Blick von Shiro und richtete ihn auf seine Hände. Automatisch schienen sie nach etwas zu greifen aber er wusste im ersten Moment nicht was. Verwirrt zog er die Augenbrauen zusammen während er weiter seine Hände anstarrte. Es dauerte nicht lange bis es ihm einfiel und im nächsten Moment schreckte er zusammen und wollte aufspringen. Es war der Schmerz der durch seinen Körper fuhr der ihn wieder zu Boden riss und ihn aufstöhnen ließ. Er atmete ein paar Mal entspannt ein um den Schmerz ignorieren zu können. Sein Blick glitt zu Shiro. „Aby…wo ist sie?“ Er hörte das Zittern in seiner Stimme. Die Schlange war bei gewesen bevor diese Leute aufgetaucht sind. Wenn ihr etwas passiert war. Wenn… Brian fühlte die Panik in sich aufsteigen. Aber nein…wenn sie bei ihm gewesen wäre, dann hätte Shiro sie mitgenommen. Richtig? Brian holte tief Luft. Die Schmerzen waren schrecklich. „Wenn sie nicht bei mir war dann … dann ist sie nach Hause gegangen…“ Ja so musste es sein. Die Schlange würde zu Hause auf ihrem Platz liegen und auf ihn warten. So wie sie es immer tat. Brian wünschte sich nur sie wäre jetzt bei ihm. Er wünschte er könnte sie sehen und streicheln um zu sehen, dass es ihr gut ging. Um ihr zu zeigen, dass es ihm gut ging.
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Re: Gone too long, tell you how it ends // Mi. 27.04.2010, 21.55 Uhr

Beitrag von Shiro Yuudai am Mi Apr 26, 2017 11:18 am

Dass er eingeschlafen war hatte Shiro kein einziges Mal gemerkt. Die Erschöpfung hatte ihn wohl einfach übermannt und er war abgedriftet ohne es zu merken. Was er allerdings jedes Mal merkte war, das Shiro immer wieder aufschreckte. In diesen Moment würde er sich dann am liebsten selbst schlagen. Er konnte nicht einfach einpennen, wenn er eigentlich auf Brian aufpassen musste. Allerdings konnte er auch nicht die ganze Zeit stehen oder herum laufen. Dafür war er zu kaputt. Eigentlich war das so schon kaum möglich und Shiro fragte sich, wie es kam das er so fertig war. Immerhin war er ja nicht derjenige, der drei gott verdammte Kugeln im Körper gehabt hatte. Nein, er hatte die nur herausgeholt. Aber das war ihm sehr an die Nerven gegangen, wahrscheinlich war er so müde, weil das Adrenalin, welches in dieser Zeit durch ihn geflossen war, danach verschwunden war. Wenigstens war das eine Erklärung die logisch war. Vielleicht war er aber auch einfach so erschöpft gewesen. Doch wenn Shiro dann wach wurde nutzte er die Zeit um nach Brian zu sehen. Als er am vergangenen Abend den Mann abgewaschen hatte, hatte er gemerkt, dass Brians Körpertemperatur immer höher gestiegen war und sich das, von Shiro befürchtete, Fieber doch noch eingeschlichen hatte. Immer wieder stand Shiro auf, so schwer es ihm auch viel, und legte Brian eine neue feuchte, kalte Kompresse auf die Stirn, wischte ihm den Schweiß vom Körper, sah ob seine Wunden nicht wieder aufgerissen waren und gab ihm mit Hilfe von einem Schwamm etwas zu trinken, bevor er ihn wieder zudeckte, damit Brian das Fieber ausschwitzen konnte. Immer wieder fragte er sich in diesen halbwachen Zuständen, warum er das alles auf sich nahm. Warum kümmerte es ihn, was mit Brian passierte? Der Mann hatte sich den Gefahren, die er in seinem Leben hatte, vermutlich bewusst ausgesetzt. Wieso sollte Shiro jetzt dafür sorgen, dass er nicht an diesen Gefahren zugrunde ging? Hätte er sich, wenn Kida nicht gewesen wäre, um den Mann gekümmert, wenn er ihn selbst gefunden hätte? Shiro wusste, dass die Antwort ein Ja war. Denn dass er das auf sich nahm – nach den Wunden zu schließen war das definitiv ein mehrtägiger Aufenthalt den Anderen in seinem Haus – lag nicht daran, dass er Kida nicht hatte enttäuschen wollen, sondern an dieser seltsamen Sorge die Shiro um Brian hatte. Der Japaner hatte immer noch nicht herausgefunden, wie die sich in sein Denken geschlichen hatte. Sie war auf einmal da gewesen und es war ihm eben nicht schwer gefallen sie zu akzeptieren. Deswegen stand er immer wieder auf, obwohl sein Körper sich bleischwer anfühlte, und kümmerte sich um Brian. Und jedes Mal zog die Nacht länger, bis Shiro irgendwann das Gefühl hatte, dass sie nicht mehr enden würde.
In seinem Traum schrie jemand. Immer und immer wieder und der Schmerz saß tief, tief in seiner Brust. Oder seinem Bein. Mal auch in seinem Arm. Er brannte sich in die Stelle wie eine heiße Eisenstange, die man zu lange an sein Fleisch hielt und die sich so immer und immer tiefer den Weg in seinen Körper bahnte. Doch so sehr sich dieser Eisenstangenschmerz von einem Ort zum anderen bewegte so gleich blieb ein viel schlimmerer Schmerz. Drei lange Schnitte, Risse, Furchen, Täler, Krater in seinem Fleisch, seinen Sehnen, Muskeln und Knochen.  An seiner Hüfte, seinem Schlüsselbein und seinem Rücken rieben Sägen immer wieder die gleichen, langen Bahnen entlang, rissen ihm Stücke seiner Selbst heraus und erinnerten ihn daran, wie lange es gedauert hatte oder dauern würde, bis nur noch diese schwülstigen Narben an ihm zurück blieben. Brians Verletzungen hatte Shiro an viele ähnliche Wunden an sich selbst erinnert, aber vor allem an die, die seine eigene Familie ihm zugefügt hatte und die er nie wieder vergessen würde, weil er deren Auswirkungen für immer sehen würde. Shiro wusste nicht ob die Schreie die er im Traum hörte seine eigenen waren oder die von Brian, die er immer wieder hörte. Irgendwann erstarben aber auch die, genauso wie die Sägen und die Bilder die sich in seinem Kopf abspielten und er glitt tiefer in den Schlaf. Allerdings war auch diese angenehme Schwärze nicht von langer Dauer, denn die Laute kamen wieder. Oder war es nur ein Laut? Auf jeden Fall zerrte der an Shiros müdem Geist und versuchte ihn an die Oberfläche zu holen. Das Geräusch erinnerte ihn an irgendetwas, das er kurzzeitig vergessen hatte, irgendetwas wichtiges und Shiro kämpfte darum sich zu erinnern, aufzuwachen und nachzusehen, was es war. Doch erst als er seinen eigenen Namen von einer ihm viel zu vertrauten Stimme hörte, wurde er wirklich wacher. Trotzdem fiel es ihm unglaublich schwer wirklich aufzuwachen. Es war lange nicht so schwierig gewesen die Augen aufzumachen und kurz hatte der Mann Panik, dass er es vielleicht nicht schaffen würde. Er hatte keine Kontrolle über seine Bewegungen, weil der Schlaf noch in seinen Gliedern stand und die kurzen Sekunden in denen er sich eben nicht zwingen konnte die Augen zu öffnen waren äußerst unangenehm. Aber irgendwann schaffte er auch das und langsam nahm er die Welt wieder war. Shiro kniff die Augen zusammen, weil das Licht in seinem Haus so hell war. Er war sich ganz sicher, dass es das letzte Mal, als er die Augen offen hatte, noch dunkel gewesen war und augenblicklich fühlte er sich schlecht, weil er wusste was er vergessen hatte. Automatisch glitt sein Blick zu Brian, der aufrecht saß, was Shiro nicht wirklich gutheißen konnte, und zu dessen Gesicht. Der Japaner war erstaunt dort ein Lächeln zu sehen. Irgendwie war dies das Letzte was er erwartet hätte. Trotzdem fiel es ihm nicht schwer diesen Ausdruck mit einem schiefen Heben seiner Mundwinkel zu erwidern. Für ein richtiges Lächeln war er zu müde und auch wenn er eigentlich wusste, dass er aufstehen sollte und Brians Tücher wechseln sollte, blieb er sitzen. Ihm entkam ein belustigter Laut, als Brian einfach nur Hallo sagte, aber er erwiderte den Gruß. Als Brian seinen Blick von ihm löste, gelang es auch Shiro so langsam sich zu bewegen und es schien als ob es gerade der richtige Moment war, denn Brian machte Anstalten aufzuspringen und Shiro hätte ihn zwingen müssen sich wieder hinzulegen, wenn es geklappt hätte. Allerdings tat es das nicht und so konnte der Mann einfach nur zu dem anderen rüber gehen und sich neben ihn setzen. Während Brian versuchte ruhiger zu atmen und Shiro ihm ein neues Tuch auf die Stirn legte, fragte er sich was den Kerl gestochen hatte. Im nächsten Moment bekam er auch schon eine Antwort. Natürlich. Aby. Es musste Brian beunruhigen, dass sie nicht bei ihm war. Shiro konnte sich von den Worten des Anderen ableiten, dass sie es wohl gewesen war, bevor er angeschossen wurde und automatisch machte Shiro sich auch Sorgen um die Schlange. Na das war ja großartig. Aber wie sollte er das auch nicht tun, wenn Brian die nackte Panik auf dem Gesicht stand. Shiro holte tief Luft und sah den Mann dann beruhigend an. „Ich kann nach ihr sehen und sie holen gehen, wenn du möchtest.“ Shiro stand auf und ging kurz in die Küche um Brian eine Flasche Wasser und ein wenig Obst zu holen. Das stellte er neben ihn, bevor er ihn wieder ansah. „Du musst mir nur sagen, wo deine Wohnung ist und ich bring sie hier her, wenn sie da wartet.“ Es war Shiro ja eigentlich herzlich egal, wo Brian wohnte, aber wenn Aby wirklich die ganze Zeit da auf ihn wartete konnte er sie und Brian ja auch erlösen.
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