For whom the Bell tolls // 19. April 2010 // 21.37 Uhr

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For whom the Bell tolls // 19. April 2010 // 21.37 Uhr

Beitrag von Shiro Yuudai am Mo Apr 17, 2017 7:38 pm

Irgendwie war es doch lästig. Lästig und erstaunlich gleichermaßen, dass die Beiden einander einfach nicht loswurden. Nicht, dass Shiro momentan sowieso auf seltsame Art und Weise an Brian gebunden war, durch das Versprechen, dass der Mann dem Japaner abgenommen hatte. Aber da war nicht, was er gerade meinte. Shiro redete hier von einer ganz anderen Sache. Nämlich davon, dass er Brian immer und immer wieder über den Weg lief. Und das nicht nur hier in dieser Stadt sondern auch früher in Hogwarts. Es gab tausende von Schülern an der Schule und trotzdem waren sie einander ständig begegnet. Selbst dann, wenn sie es darauf angelegt hatten niemanden zu sehen und vor allem nicht den Anderen. Aber anscheinend waren sie Beide durch irgendeine seltsame Sache aneinander gebunden und Shiro war sich nicht sonderlich sicher, ob ihm das gefallen sollte. Er schaffte es aber eben einfach nicht dem Mann aus dem Weg zu gehen. Natürlich versuchte er es immer wieder. Er hatte es versucht, aber es hatte eben nie geklappt. Deswegen hatte Shiro sich angewöhnt Brian wann immer es ging zu ignorieren. Eigentlich war das ja auch diesmal sein Plan gewesen. Blöd war halt nur gewesen, dass sie eine Zeit lang in dieselbe Richtung laufen mussten und das Shiro währenddessen gemerkt hatte, warum Brian eben genau diesen Weg nahm und was sein Ziel war. Für Shiro war das blöd, blöd, blöd, denn genau das war der Grund, warum er jetzt schon wieder eine Bandprobe wegen Brian verpassen würde. Joon würde ihn ganz sicher aufschlitzen und wenn er das nicht tat, dann bestimmt Piroska oder Zelda. Allerdings konnte er Brian jetzt einfach nicht ignorieren, dafür war die ganze Sache hier zu wichtig. Shiro konnte nur hoffen, dass die ganze Sache nicht zur Angewohnheit wurde. Also dass er wegen dem Kerl seine Proben verpasste. Das wäre ziemlich doof und vor allem nichts, was der angehende professionelle Quidditchspieler wollte.
Dennoch. Hier war er und verfolgte Brian. Das ging nur erfolgreich weil, zum einen, Shiro eben wusste wie man Leute verfolgte ohne dass sie einen bemerkten und, zum anderen, Brian momentan sehr fixiert war. Das passte Shiro gar nicht. Es wäre ihm sehr viel lieber, wenn Brian leichter abzulenken wäre. Wenn er Shiro bemerken würde und dieser Person nicht so angestrengt hinter her lief. Shiro sah sich um und fragte sich wo die dusselige Schlange von dem Mensch war. Irgendwie schien sie in letzter Zeit nie anwesend zu sein, wenn es wichtig war. Sonst wäre sie ja auch aufgetaucht, als der Mann so zusammengebrochen war. Aber das war sie nicht. Und auch jetzt war sie nicht hier und lenkte ihn ab. Aber vielleicht war es ja genau das. Vielleicht war Abby, wenn er sich richtig an ihren Namen erinnerte, ja einfach schlauer als Shiro und wusste wann es besser war Brian fern zu bleiben. Allerdings hatte das nicht wirklich etwas mit Schläue zutun. Shiro war sich durchaus bewusst, dass es wahrscheinlich besser wäre jetzt nicht in Brians Nähe zu sein. Das konnte unter Umständen durchaus blutig enden. Doch Shiro wäre es eindeutig lieber, wenn er selbst einige Verletzungen davon tragen würde, als wenn irgendein unschuldiger Mensch schändlich dahingerafft wurde. Genervt seufzend kramte der Mann im laufen seine Packung Zigaretten aus und steckte sich die letzte an. Er musste ganz eindeutig mal wieder einkaufen gehen.
Während er den Mann verfolgte rauchte er sie zu ende. Es dauerte eine ganze Weile, bis die Person vor ihnen in einen ruhigeren Bereich der Stadt ging. Aber auch das war noch nicht der richtige Zeitpunkt um auf sie überzugreifen. Shiro wusste das genauso gut wie Brian auch. Während Shiro den Beiden hinter her lief merkte er wie er immer mehr die Person fixierte, anstatt Brian. Er merkte, zu seinem Missfallen, dass er Brian nicht verachtete für das was er vorhatte. Stattdessen fiel es ihm viel zu leicht sich in den Anderen hinein zu versetzen. Shiro fiel es immer schwerer nicht der Person zu folgen sondern Brian und in dem Moment in dem er es aufgab, weil es sowieso beides an dasselbe Ziel führte, durchzuckten Shiro wilde Stöße von Adrenalin und perverser Vorfreude. Dieser Mensch war so unvorsichtig. Sie alle waren es und das machte die ganze Sache fast zu einfach. Ja, tatsächlich waren solche Vorhaben bei weitem erfreulicher, wenn die Person wachsamer war. Wenn es beinahe eine Herausforderung war an sein Ziel zu kommen. Dann machte das alles erst wirklich Spaß. Dann war es sehr viel befriedigender, wenn man den letzten Atemzug aus einem Körper weichen sah und spürte. Wenn die Person richtig gut war, dann pumpte in einem solchen Moment das eigene Herz vielleicht sogar vor Anstrengung, weil man sich mit ihr vielleicht sogar auseinander setzen musste. Doch auch bei unvorsichtigen Menschen konnte man sich schöne Momente daraus machen. Man musste sie ja nicht sofort umbringen. Man konnte sich lange mit ihnen beschäftigen. Kurz legte sich ein Grinsen um die Mundwinkel des Mannes, der einen Zug seiner Zigarette nahm. Ja. Der Japaner wusste um die Faszination des Mordes. Doch er konnte sich dieser entziehen. Was der einzige Grund war warum er jetzt hier war. Der einzige Grund, weswegen er Luft holte, aus diesem Denken auftauchte und Brian die Arme umlegte, als die Person in eine dunkle Gasse einbog und unbewusst ihre Schritt beschleunigte. Shiro waren den Beiden ein Stück in die Gasse gefolgt, aber nur weit genug, damit man von außen nicht sehen würde, dass er Brian festhielt. Das tat er äußert geschickt. Schließlich wollte nicht, dass Brian sich vorschnell aus seinem Griff befreien konnte um sich gegen ihn zu wenden und um die Person vielleicht wieder zu finden. Stattdessen beobachtete Shiro, wie sie um die Ecke bog und verschwand. Deswegen hielt er Brian nicht weniger fest. Stattdessen drückte er ihn zwischen sich und die Wand und lehnte sich leicht vor, damit sein Mund auf Höhe von Brians Ohr war. Er hatte dem Mann genug Platz gelassen, damit seine Nase sich nicht an die Mauer drückte, er würde noch frei atmen können.
„Das was du da vorhattest ist aber ziemlich ungezogen, Brian.“ Shiro lehnte ein Stück zurück und lies den Mann dann los. Die Person würde inzwischen in der Masse der Menschen, die sie hinter dieser Gasse erwartete, verschwunden sein. „Wobei. Wenn ich an deine Erziehung denke, dann vermutlich nicht.“ Shiro hob eine Augenbraue. Er war ständig in Erwartung irgendeiner Bewegung von Brian. Tatsächlich waren seine Nerven bis zum zerreißen gespannt. Egal was passieren würde, Shiro würde reagieren. Ob Brian jetzt vorhaben würde ihn anzugreifen oder ob er vorhatte der Person doch hinterherzugehen. Er war nahe genug an dem Mann, dass er sich nicht einmal würde apparieren können, ohne das Shiro nach ihm greifen und mitgehen konnte. Doch trotz seiner Anspannung mischte sich erneut Sorge in Shiros Denken. Eigentlich hätte er sich das denken müssen, trotzdem erstaunte es ihn ein wenig. Aber die Sorge war eindeutig da und sie drehte sich um Brian. Eigentlich hatte Shiro den Mann nie besonders blutrünstig eingeschätzt. Zumindest nicht so sehr, dass er unschuldige Menschen verfolgte die nichts mit dem widersinnigen Auftrag seiner Familie zutun hatte. Er hatte von Brian nicht das Töten um des Tötens Willen vermutet. Nicht aus Spaß. Er fragte sich, was den Mann dazu geführt hatte. Doch in der Welt des Blutes und Hasses in der die Beiden aufgewachsen gab es vermutlich tausende Gründe und Wege die zu solchen Anlagen führten. „Kommt das öfter vor?“
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Re: For whom the Bell tolls // 19. April 2010 // 21.37 Uhr

Beitrag von Brian Hyun am Mo Apr 17, 2017 9:17 pm

Es war zu einfach. Manche Menschen machten es ihm zu einfach. Unachtsam liefen sie durch die Gegend. Die Kopfhörer aufgesetzt und den Blick stets auf das Handy gerichtet. Sie lief der junge Mann nun schon eine ganze Weile durch die Stadt. Warnten sie nicht immer davor ständig auf sein Handy zu starren? Man könnte einen Unfall haben und ums Leben kommen. Dass man von einem Fremden verfolgt und ermordet werden konnte, davor warnte wohl niemand. Vielleicht wäre er dann aufmerksamer gewesen. Aber er hatte wohl keine Angst vor fremden Menschen. Ständig stieß er mit ihnen zusammen und entschuldigte sich nicht einmal. Er hatte keine Manieren. Wahrscheinlich war er gerade Zwanzig. Höchstens ein oder zwei Jahre älter. Er schien ziemlich von sich überzeugt zu sein. Alles was er bemerkte waren Frauen in kurzen Röcken, die er schief angrinste oder auffällig den Blick zwischen ihre Beine gleiten lies. Es wäre nicht schlimm ihn zu töten. Es wäre eine Genugtuung. Brian hasste solch ein Verhalten. Er hasste solche Männer. Vielleicht würde er ihm zuerst den Schwanz abschneiden. Erst die zarte Haut und dann Stück für Stück abschneiden. Davon würde er noch nicht sterben. Aber er würde schreien wollen. Brian würde ihn vorher knebeln. Und dem Mann würde sein schiefes Grinsen im Hals stecken bleiben. Er würde winseln, wäre plötzlich ganz klein und würde versuchen um Hilfe zu schreien. Aber niemand würde kommen. Brian würde ganz in Ruhe weiter machen können. Vielleicht würde er ihm als nächstes die Nägel ziehen. Zum Schluss würde er ihm die Augen herausschneiden. Dadurch würde er dann langsam sterben. Brian würde noch sehen können wie ihm das Leben entwich. Er würde es fühlen können und es würde sich genau richtig anfühlen. Bei der Vorstellung an all das fühlte der Mann ein Kribbeln in seinen Fingern. Für einen kurzen Moment wurde er ungeduldig. Er wollte endlich anfangen aber noch war nicht ersichtlich wann sie in eine ruhige Gegend kommen würde. Aber früher oder später taten sie es alle. Früher oder später führten sie ihn alle irgendwohin wo er mit ihnen alleine sein konnte. Gerade so als flehten sie ihn an ihnen das alles anzutun. Sie lockten ihn zu sich. Mit schwingenden Röcken die um ihre zarten Knöchel tanzten, mit einem schiefen Grinsen welches sie Frauen zuwarfen, mit ebenmäßiger Haut oder mit einer besonders interessanten Stimme die er schreien hören wollte. Sie alle lockten und provozierten ihn. Es war nicht seine Schuld, dass er sie auswählte.
Brian fühlte wie sein Körper sich anspannte als der Mann nun endlich in eine Gasse einbog. Es war nicht der perfekte Ort aber es würde gehen. Er wollte nicht länger warten. Er musste es hier tun. Bevor er seinen Schritt beschleunigen konnte um ihn zu fassen zögerte er nur eine Sekunde. Für diesen kurzen Moment sah er ihr Gesicht und fühlte einen Stich in sein Herz. Er konnte sich dieses Gefühl nicht erklären. Es war so viel auf einmal. Jetzt gerade schämte er sich, weil er wusste was er gleich machen würde. Und wie immer war da die Sorge. Aber da war auch Trauer und er wusste nicht woher es kam. Es lag nicht einfach daran, dass sie nicht hier war. Es war etwas anderes. Aber er wusste nicht wie er damit umgehen sollte. Jetzt war Hyemi schon einige Tage weg. Und Brian hatte das Gefühl ein Teil seines Lebens wurde ihm entrissen und hinterließ eine klaffende Wunde in seiner Brust. Er wusste nicht ob sie wieder kommen würde. Er wusste, dass sie bei ihrem Vater war und das war gut so. Er konnte sich einreden, dass sie dort in Sicherheit war und das half ein wenig gegen die Panik. Und trotzdem waren die letzten vier Tage die Hölle gewesen. Er merkte, dass ihm etwas fehlte. Etwas an dem er sich zu sehr festgehalten hatte. Er fand keinen neuen Halt. Alles was er fühlte war Schmerz und Verzweiflung. Er hasste diesen Zustand. Diese Machtlosigkeit die er über sich und sein Leben hatte. Nicht in der Lage zu sein sich selber zu beeinflussen. Es war ein Gefühl, dass er schon immer hasste. Diese Machtlosigkeit. Aber es gab Momente in denen er Macht hatte. Solche Momente wie diese hier. Seine Gedanken waren wieder klar. Innerhalb von ein paar kurzen Sekunden konzentrierten sie sich wieder auf den Mann vor ihm und er war bereit ihn zu fassen bevor er ihm entkam. Er wollte sich in Bewegung setzten aber er konnte nicht. Er fühlte den Griff und sein Körper spannte sich nur mehr an. Wut breitete sich in ihm aus. Auf die Person die ihn davon abhielt sein Ziel zu erreichen. Für einen kurzen Moment wurde diese Wut abgelöst von Panik. Sein Atem beschleunigte sich als er sah wie der Mann um die Ecke verschwand. Er wollte sich losreißen, ihm hinterher. „Nein…“ Er sah den Mann nicht mehr. Er war völlig um die Ecke verschwunden und Brian wurde immer verzweifelter. Mit jeder weiteren Sekunde würde es schwieriger ihn wieder zu finden. Aber er kam nicht los so sehr er es auch versuchte. Im nächsten Moment sah er die Wand und fühlte den kalten Stein auf seiner Haut. Und damit war seine Aufmerksamkeit nun auf die Person gerichtet die ihn aufgehalten hatte. Sobald er seine Stimme hörte erkannte er Brian. Ein ungläubiges Lachen entkam Brian. Warum hatte er sich das eigentlich nicht gedacht? Sie liefen sich viel zu oft über den Weg. Und der Japaner hatte ein Talent dafür zu ungelegenen Zeiten aufzutauchen und sich in Dinge einzumischen die ihn nichts angingen. Seine Stimme schickte einen leichten Schauer über Brians Nacken, weil er viel zu nahe an seinem Ohr sprach. Brians Körper war angespannt. Er verspürte in diesem Moment eine solche Abneigung gegen Shiro. Wie er hier stand und ihn festhielt. Er hätte sich nicht einmischen sollen. Es ging ihn absolut nichts an. Brian merkte wie sein ganzer Körper vor Anspannung und Wut zitterte. Er war so nah dran gewesen und dann musste er auftauchen. Er fühlte wie Shiro sich ein wenig löste und das war der Moment den Brian nutzte. Er drehte sich um und bekam den Japaner so zu packen, dass er ihn auf den Boden drücken und sich über ihn knien konnte. Fürs erste würde Shiro seine Arme so nicht bewegen können. In der gleichen Bewegung in der er ihn zu Boden gedrückt hatte, hatte er auch sein Messer gezogen und drückte er Shiro nun gegen sein Gesicht. Knapp unterhalb seines rechten Auges. Gerade so, dass er nur leicht blutete. „Habe ich dir nicht gesagt du sollst dich auf Angelegenheiten raushalten die dich nichts angehen?“ Brian legte leicht den Kopf schief und musterte mit einem verrückten Blick Shiros Gesicht. Begierig verfolgte er das Blut welches seine Wange entlanglief und ein Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. „Jetzt ist er mir entkommen. Vielleicht sollte ich stattdessen dir dein hübsches Gesicht von deinen Knochen schälen. Was meinst du? Stück für Stück…“Er brauchte ihm nichts vormachen. Shiro wusste, weshalb er den Mann verfolgt hatte. Er brauchte sich nicht rausreden sondern konnte es genau so sagen wie es war. Brian drückte das Messer nur ein klein wenig weiter in seine Haut. Wie gerne würde er es tun. Wie gerne würde er das jetzt einfach tun. Aber er wusste, dass er es nicht tun würde. Erstaunlicherweise war nicht nur ihre Abmachung der Grund dafür. Brian genoss diese Zusammenstöße mit Shiro. Wie auch immer der Japaner es schaffte aber er löste in Brian Gefühle aus. Früher waren es nur Freude gewesen und die Schmerzen die er ihm zufügen konnte. Dass Shiro sich gegen ihn wehren konnte war einer der Gründe warum er ihn gerne umbringen würde. Es würde lustiger werden als bei anderen. Aber danach wäre er eben weg. Und im Grunde brachte er ihm tot gar nichts. Jetzt waren da aber neue Gefühle. Bei ihrem letzten Treffen hatte er ihn aus seinem Loch geholt. Brian verstand es bis heute nicht und es hatte seine Neugierde geweckt. Es hatte ihn fasziniert. Diese Faszination packte ihn direkt wieder als er ihn jetzt ansah. Es war ihm vorher nicht aufgefallen aber Shiro Yuudai hatte tatsächlich etwas Packendes an sich. Brian konnte es nicht beschreiben oder verstehen. Aber es war da. Und seit er es beim letzten Mal bemerkt hatte würde es nun wohl immer da sein, wenn Shiro ihm gegenüberstand. Brian musste nur noch verstehen was es war.
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Re: For whom the Bell tolls // 19. April 2010 // 21.37 Uhr

Beitrag von Shiro Yuudai am Di Apr 18, 2017 11:55 am

Shiro war kaum überrascht, dass Brian ihn jetzt auf den Boden drückte oder dass er das Messer zog. Nicht mal sein verrückter Gesichtsausdruck oder seine Worte erstaunten ihn. Nein, das waren alles Dinge mit denen Shiro gerechnet hatte seit er angefangen hatte Brian zu verfolgen. Wenn man so etwas machte, dann war es wichtig, dass man sich vorher Gedanken über die Gefahren machte, die einen erwarten konnten. Deswegen überraschte ihn das alles nicht. Schließlich waren das, oder so ähnlich, alles Dinge die Shiro getan hätte, hätte man ihn früher von solchen Dingen abgehalten hätte. Eigentlich wären es schlimmere Dinge gewesen als ein paar Drohungen und eine kleine Verletzungen und Shiro war sich vollauf bewusst, dass alleine der Umstand, dass er selbst es war der Brian von seinem Mord abgehalten hatte, der sein Leben rettete. Oder ihn zumindest vor einem Kampf darum bewahrte. Aber so war es eben. Brian brauchte Shiro. Immerhin er ja Hyemi beschützen wenn Brian es nicht mehr konnte und das würde schlecht funktionieren wenn eben derjenige der ihn darum gebeten hatte ihn umbringen würde. Außerdem war Shiro ziemlich überzeugt dafür, dass es dafür keinen besseren gab außer sich selbst und Brian. Zumindest nicht in dieser Stadt. Das machte ihn eben auf bestimmte Art und Weise unentbehrlich. Trotzdem war Shiro ein bisschen beleidigt, dass Brian ihm ins Gesicht schnitt. Er mochte sein eigenes Gesicht eigentlich wirklich gerne und er hatte es bis jetzt ziemlich gut geschafft, dass aus körperlichen Auseinandersetzungen heraus zu halten, was dafür sorgte, dass er keine Naben in der Fresse hatte. Wenn Brian das jetzt geändert hatte würde er noch Ärger mit dem Japaner bekommen. Kam der einfach an und meinte ihm da rein schneiden zu müssen. Überall anders wäre es Shiro recht gewesen, aber nicht unbedingt in seinem Gesicht. Allerdings musste Shiro den Mann, der da so fordernd über ihm kniete, dann doch, beinahe erfreut, angrinsen als dieser weitersprach. Das legte sich auch nicht wieder und er strengte sich auch nicht an ein ernstes Gesicht aufzulegen. Stattdessen suchte Shiro Brians Blick und er verstärkte sein Grinsen noch mehr. Es wäre fast provozierend gewesen. „Ich wusste schon immer, dass du mich hübsch findest, Brian.“
Wenn er ehrlich wäre, dann müsste Shiro zugeben, dass die Situation ihn erregte. Er war schon sehr lange nicht mehr in so einer gefährlichen Situation gewesen. Noch konnte Brian sich um entscheiden und Shiro vielleicht doch noch wirklich angreifen. Ihn vielleicht doch noch richtig verletzen und Shiro in eine Situation bringen in der er sich ein wenig anstrengen musste um wieder heil aus der Sache heraus zu kommen. Das sorgte eben dafür, dass Adrenalin und Erregung durch den Körper des ehemaligen Hufflepuffs fuhren wie Feuer, welches dabei glühende Stellen hinterließ, die noch lange später brennen würden. Ja, der junge Mann hatte schon immer auf gefährliche Situationen gestanden. Oder auf gefährliche Männer. Ja, die Male bei denen Shiro mit Kerlen ins Bett gegangen war, waren immer Male gewesen bei denen er es mit Männern getan hatte, die ihm gefährlich werden konnten und wo man das dann beim Sex auch gemerkt hatte. Als Junge hatte er eben nichts zu verlieren gewesen und er war oft gelangweilt gewesen. Auch wenn das nicht wirklich der richtige Ausdruck war. Es war eben lange so gewesen, dass Shiro gar nichts gefühlt hatte, er war leer gewesen und solche Situationen hatten ihn eben mit einer Hitze erfüllt, die er sonst nur bei Aufträgen erlebt hatte. Deswegen hatte es auch so lange gedauert, dass Shiro sich wirklich von der ganzen Sache losgesagt hatte. Er hatte es nicht gemocht Menschen zu töten. Wobei das war falsch. Er hatte es sogar sehr gemocht. Er hatte es genossen und sich einen Spaß daraus gemacht. Aber was danach kam. Diese Leere die wieder entstand und die Tatsache, dass dieser Rausch der einen dabei erfüllte einen nie für immer erfüllen würde, die Schuld die kam wenn er an Leute dachte die ihn mochten, was zu der Zeit wohl nur sein Bruder gewesen war, weil sie das nicht gutheißen würden… das waren alles Dinge die ihn letztendlich davon abgebracht hatten. Das und die Tatsache, dass Shiro von sich aus die Fehler in der Sache sah. Wenigstens hatte er nie unschuldige Menschen umgebracht und darauf war er ja ein bisschen Stolz. Aber das durfte er schließlich auch mal sein. Trotzdem. Die Erregung war immer noch da – was ihn ehrlich gesagt ein wenig erstaunte. Shiro war es, seit er in Hogwarts gewesen war, sehr viel besser ergangen und er hatte gedacht die Regungen und Neigungen, die etwas mit dieser Leere zutun hatten, die er damals ausfüllen musste, wären verschwunden – und Shiro grinste Brian immer noch an. Inzwischen war er so weit, dass er seine Arme wieder würde bewegen können. „Ich muss ja zugeben, dass hier macht mich fast ein bisschen an.“ Jetzt zog er blitzschnell seine Arme hervor, schnappte sich Brians Handgelenke und drehte sich mit ihm so, dass sie jetzt genau anders herum lagen. Shiro kniete über Brian, dem es jetzt erstmal schwer fallen würde sich zu bewegen. Mit einer schnellen Bewegung knallte Shiro Brians Handgelenk so auf den Boden, dass der das Messer loslassen musste. Dann wischte Shiro das mit Brians eigener Hand weg. Kurz kniete er so über ihm und machte nichts, bis er merkte, dass sein eigenes Blut jetzt auf Brians Gesicht tropfte und beinahe sein Auge traf. Das konnte potenziell problematisch werden. Shiro richtete sich ein wenig auf und aus irgendeinem Grund war seine Besorgnis um den anderen Mann jetzt wieder da. Shiro seufzte und legte den Kopf schief. „Weißt du ich hab dich nicht unbedingt davon abgehalten, dass du den Kerl umbringst, um mich in deine Angelegenheiten einzumischen.“ Aus irgendeinem Grund war Shiros Tonfall beinahe sanft. Bis zu einem gewissen Grad stimmte es wirklich, dass das nicht seine Motivation gewesen war. „Ich dachte da eher daran, dass er Kerl, so arschig er sich auch den ganzen Weg aufgeführt hatte, wahrscheinlich eher ein unschuldiger Mensch war, der es nicht verdient hat zu sterben, wo er sich vielleicht noch ändern kann und so.“ Shiro seufzte kurz. „Außerdem möchte ich nicht unbedingt das Hyemi, wenn sie zurück kommt, irgendwie mitbekommen solltest, dass du Leute umbringst. Da kann man vorsichtig sein wie man möchte, man kann immer erwischt werden.“ Er würde sich hüten dem Mädchen das zu erzählen. Das war eine ganz andere Tatsache als die, das Brian ein Todesser war.
Shiro spannte sich an, als er Schritte an der Gasse vorbeigehen hörte und drückte Brian ein wenig fester auf den Boden. Die Schritte verschwanden aber wieder und Shiro sah den Mann besorgt an. Sie sollten hier nicht bleiben, aber Shiro vertraute nicht darauf, dass Brian heute nicht noch einmal los ging. Es wäre nicht unmöglich diesen Menschen wieder zu finden und , so musste er ehrlich zugeben, wollte Shiro nicht, dass Brian jemanden umbrachte… oder eher noch jemanden umbrachte. Er wollte nicht, dass Brian immer weiter in diese widerliche, rot und feucht glänzende Welt abtauchte, aus der man so schwer wieder heraus kam. Alleine der Gedanke daran verstärkte seine Sorge und lies Shiros Gesicht direkt wieder sanfter werden. Leise sprach er die nächsten Worte, die er ehrlich meinte. Er murmelte sie beinahe. „Außerdem bist du mehr Wert als das.“ Es war wahr. Dass war, was Shiro über Brian dachte. Er war mehr Wert, dass konnte er alleine daran festmachen, dass Brian in der Lage war, jemanden wirklich zu lieben.
Shiro stand auf und zog Brian mit hoch. Genau im richtigen Moment, denn als sie gerade standen, vielleicht wollte Brian ja gerade wieder zu einem Konter ansetzen, wer weiß, tauchte am anderen Ende der Gasse ein Mann auf, beobachtete die Beiden skeptisch und leicht angewidert und ging dann wieder. Vielleicht war er ja auch schon eine Weile länger dort gestanden und hatte Shiros letzten Satz gehört und sich Gott weiß was gedacht. Shiro wusste es nicht, allerdings zog er Brian jetzt so nahe wie möglich an sich und sah ihn an. „Komm.“ Dann disapparierte er mit dem Mann und wenn der nicht zersplintern wollte, dann musste er wohl oder übel mitkommen.
Im nächsten Augenblick standen sie im zentralsten Raum von Shiros Haupthaus. Ihr Blick war auf einen kleinen Garten gerichtet, in dem ein Pflaumenbaum den Teich unter sich mit seinen fallenden Blüten schmückte. Shiro hatte beim Bau seines Zuhauses sehr darauf geachtet, dass man immer auf ein Stück Natur sehen konnte. Das war auch jetzt der Fall obwohl sie in dem Raum waren, der am weitesten innen gelegen war. Doch es war ihm eben wichtig gewesen immer den freien Himmel zu sehen. Er wollte nie wieder eingesperrt sein. Im ganzen Haus konnte man wohl diese starke Ruhe und Wärme fühlen, die Shiro in sich trug, aber hier war sie wohl am präsentesten. Deswegen hatte Shiro dies zu einem der wenigen Orte gemacht an die man apparieren konnte. Aber auch nur, wenn man genau wusste, wo man hin wollte.
Der junge Mann sah zu Brian und er vergewisserte sich, ob er noch intakt war. Dann lies er ihn los und automatisch entkam ihm eine Frage aus purer Höflichkeit. „Möchtest du einen Tee?“ Brian konnte annehmen, oder auch ablehnen und ihn angreifen, aber alleine würde er aus diesem Haus nicht wieder herauskommen. Zumindest würde er sehr lange brauchen und wenn er es doch ohne Shiros Hilfe schaffte, dann würde er vergessen wo Shiros Grundstück gelegen hatte. Dafür hatte der Asiate mit Zaubern gesorgt. Allerdings wären diese hinfällig, wenn Brian von Shiro herausgeführt werden würde. Oder wenn er Shiro umbrachte.
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Re: For whom the Bell tolls // 19. April 2010 // 21.37 Uhr

Beitrag von Brian Hyun am Di Apr 18, 2017 8:53 pm

Wie er ihn angrinste. Dieses Grinsen machte Brian fast wahnsinnig. Shiro zeigte ihm damit, dass er ihn nicht im Geringsten ernst nahm. Diese ganze Situation hier schien er einfach amüsant zu finden. Brian würde ihn nicht umbringen und Shiro wusste das. Er wusste, dass er nichts zu befürchten hatte. Er hätte ihn hier auslachen können aber Brian wäre nicht in der Lage gewesen seinem Leben ein Ende zu setzen. Aber stattdessen gab der Japaner natürlich nur einen seiner dämlichen Sprüche von sich. Brian reagierte nicht darauf. Er verzog keine Miene sondern hatte stattdessen seine ausdruckslose Maske aufgesetzt für diesen Moment. Wie gerne würde er Shiro jetzt sein dämliches Grinsen aus dem Gesicht schneiden. Davon konnte ihn doch eigentlich niemand abhalten oder? Es wären nur ein paar Schnitte die sein Gesicht für immer entstellen würden. Dann wäre es sicher nicht mehr hübsch. Brian gab ja zu, dass Shiro hübsch war. Auch das sorgte dafür, dass er dieses Verlangen verspürte ihm die Haut abzuziehen nur um sich danach Schicht für Schicht weiter zu arbeiten. Heute war nicht das erste Mal gewesen, dass er dieses Verlangen verspürte wenn er Shiro ansah. Nur heute war es eben am präsentesten. Weil er ihm sein Ziel genommen hatte und weil Brian das Messer an seinem Gesicht, sein Blut gesehen hatte. Das alles nährte dieses Verlangen und zerriss ihn fast vor Verlangen. Für Brian war es ein relativ normaler Gedankengang wenn er hübsche Menschen sah. Es war eben das was er mit ihnen tat. Sie Schicht für Schicht zu betrachten. Er wollte sie erforschen und die Schönheit hervorlocken die sich unter dem Offensichtlichen versteckt hielt. Shiro bildete da keine Ausnahme. Aber mehr als Fantasie würde es wohl nicht bleiben. Mehr als eine Vorstellung in der Brian schon das ein oder andere Mal versunken ist. Jetzt gerade war sie so nahe. So real in seinem Kopf wie noch nie. Die Bilder schickten ein angenehm warmes und kribbelndes Gefühl durch seinen Körper. Für einen kurzen Moment nahmen sie ihn so sehr ein, dass er unaufmerksam wurde und diesen Moment konnte Shiro nutzen.
Die Worte des Anderen rissen Brian zuerst aus seinen Gedanken. Sein Blick fixierte ihn angespannt. Den Moment den Brians Kopf brauchte um die Worte zu verarbeiten, der ihn fast verwirrte und irgendwie aus dem Konzept brachte nutzte Shiro um jetzt die Oberhand zu gewinnen. Brian hatte es eigentlich erst gemerkt als er auf dem Boden lag, sein Messer nicht mehr fühlte und jetzt Shiro von unten anstarrte. Sein Kopf war immer noch damit beschäftigt seine Worte zu verarbeiten. Damit hätte Brian einfach nicht gerechnet. Sie schockierten ihn nicht. Um ihn zu schockieren brauchte es mehr. Er würde sagen sie verwunderten und irritierten ihn. Er wusste nicht ob Shiro es ernst meinte. Eigentlich hätte er es nicht von ihm erwartet. Und die Frage war wie er das meinte. Auf welche Weise machte es ihn fast an? Brian konnte sich diese Frage nicht beantworten. Für einen kurzen Moment wurde seine Atmung schwerer während er versuchte die Antwort in Shiros Blick zu finden. Meinte er es genauso wie er es gesagt hatte? Sein Körper spannte sich an und er versuchte sich von dem Mann los zu reißen. Aber Shiro hielt ihn zu feste. Brian fühlte seinen starken Griff um seine Handgelenke, er fühlte wie er schwer auf ihm hockte und hatte das Gefühl Shiros Muskeln an seinem Körper von Anspannung zittern zu fühlen. Wut legte sich auf Brians Gesicht. Wut, weil er ihn machtlos machte. Und Wut, weil er mit seinen Worten und seinem Blick irgendwo in Brian ein Gefühl auslöste das er nicht zuordnen konnte und das irgendwie unangenehm war. Sein Körper zitterte, sein Herz schlug viel zu schnell vor Aufregung und ihm war unglaublich heiß. Er wollte Schreien und davon laufen. Er wollte Shiro packen und ihm wehtun. Sein Körper schrie förmlich vor Verlangen. So sehr, dass es schmerzte.
Brian zuckte sichtlich zusammen als das Blut auf sein Gesicht tropfte. Die warme Flüssigkeit auf seiner Wange sorgte dafür, dass Brian sich entspannte, dass er wieder klar denken konnte. Es sorgte dafür, dass er die Worte die Shiro sprach wahrnehmen konnte. Auch wenn er sie lieber nicht gehört hätte. Shiro mischte sich in Angelegenheiten ein die ihn nichts angingen. Ob er das nun selber auch so sah oder nicht. Brian war es egal ob dieser Mann sich ändern konnte oder nicht. Darum ging es ihm nicht. Er hatte ihn umbringen wollen, weil er seine Aufmerksamkeit erregt hatte. Weil er seine Nerven beruhigen wollte. Weil er das Gefühl brauchte wieder irgendwas schaffen zu können. Zurzeit entglitt ihm alles. Sein Leben raste dahin ohne, dass Brian irgendwas fassen konnte. Ohne, dass er irgendwas lenken und beeinflussen konnte. Alles geschah einfach und er war machtlos. Darum ging es ihm. Er wollte die Kontrolle über etwas haben. Die Kontrolle über das Leben eines Anderen wenn schon nicht über sein eigenes. Es war ihm egal ob Menschen sich änderten oder nicht. Wenn es Shiro nur darum gegangen ist, dann hätte er sich einfach raus halten sollen. Als Shiro es auch noch wagte in dieser Situation ihren Namen auszusprechen stieg in Brian die Schuld und die Wut auf. Er hatte kein Recht jetzt an sie zu denken oder ihn darauf anzusprechen. Brian wollte selber nicht, dass Hyemi das alles hier jemals erfuhr. Er sprach damit nichts anderes als Brians Gedanken aus die er hatte seit Hyemi ihm wichtig war. Aber da er mit diesen Gedanken schon so lange zu kämpfen hatte konnte er ruhig bleiben. Sie lösten keine neuen Gefühle aus. Nicht so wie Shiros nächsten Worte. Diese Besorgnis in seiner Stimme und seinem Blick irritierten Brian nur viel mehr. Und da war sie wieder diese Faszination mit der er den Mann ansah, weil er ihn einfach nicht verstand. Wahrscheinlich würde er Shiro nie verstehen. In dem einen Moment hatte er das Gefühl, dass er die gleiche Abneigung empfand wie Brian und im nächsten Moment sagte er ihm nette Worte die Brian ihm ohne Probleme glaubte. Worte die er von anderen Menschen hätte hören sollen. Die er von seinem Vater hätte hören sollen. Er hätte ihm sagen sollen, dass er mehr wert war. Er hätte das erkennen müssen und ihm sein Leben lassen sollen. Stattdessen war jetzt Shiro einer der wenigen Menschen die ihm das sagten. Und letztlich hatte er es doch noch geschafft ihn zu schockieren. Shiro hatte ihm gesagt, dass er mehr wert war und Brian glaubte ihm. Er hatte es auch Hyemi geglaubt, aber einfach weil er ihr vertraute. Er war nicht selbst davon überzeugt. Aber jetzt sagte Shiro es ihn und in diesem Moment stellte Brian es nicht in Frage, er glaubte es und er sah es selber so. Er hatte das Gefühl, dass er mehr wert war. Brian war verwirrt. Er hatte diese Gedankengänge nie gehabt und jetzt waren sie so klar. Er nahm nicht wirklich war wie Shiro ihn hochzog. Er nahm den Mann nicht wahr und kam erst wieder zu sich als sie disapparierten. Brian konzentrierte sich in diesem Moment auf nichts anderes bis sie ihr Zeil erreicht hatten. Als erstes fiel sein Blick nach Draußen und er fragte sich wo sie waren. Es sah nicht mehr aus wie in Ashvale. Das Bild wirkte zwar vertraut aber nicht aus seinem jetzigen Leben. Es war wie eine Erinnerung. Nur, dass der Anblick real war. Skeptisch ließ er den Blick durch den Raum gleiten. Sie konnten nicht weit gekommen sein. Dafür ging es ihm zu gut. Eine Strecke bis nach Japan würde sich definitiv anders anfühlen. Sein Blick blieb an Shiro hängen und schlagartig kamen alle Gefühle zurück die er gerade in der Gasse erlebt hatte, die jetzt so weit weg wirkte. Eine Zeit lang stand er da und starrte den Mann an. Musterte ihn eine Weile. Denn Schnitt unter seinem Auge, seine Hände und seinen Mund der Worte gesprochen hatte die Brian so sehr verwirrten. Er wandte seinen Blick wieder ab. Gab ihm keine Antwort auf seine Frage. Sollte sich Shiro daraus ableiten was er wollte. Ob er ihm jetzt einen Tee machte oder nicht interessierte Brian nicht wirklich. Langsam ging er ein paar Schritte durch den Raum um den Ausblick besser betrachten zu können. Er konnte sich nicht erklären wo sie waren. „Was ist das für ein Ort?“ Brian wandte sich wieder dem Mann zu. Ob er sich daran gewöhnen würde, dass Shiros Anblick irgendwas in ihm auslöste? Nach wenigen Schritten stand er ihm direkt gegenüber und grinste ihn leicht provozierend an. „Warum hast du mich hier her gebracht?“ Brian hob jetzt seine Hand und fuhr dem Japaner mit dem Daumen über die Wange. Fuhr den Schnitt nach und verwischte dabei das Blut welches noch immer aus der Wunde trat. Sein Blick fixierte ihn. „Wie ich das einschätze sind wir hier ganz alleine. Für mich wäre es hier viel einfacher alles zu Ende zu bringen.“ Brian blieb einen Moment so stehen sah den Anderen an mit einem leichten Grinsen auf den Lippen. Er konnte nicht sagen warum aber er hatte plötzlich seinen Spaß an der ganzen Situation. Er legte nur leicht den Kopf schief und musterte dabei den Anderen. Er ließ seinen Blick Shiros Hals runter gleiten und konnte ganz genau die Adern des Mannes sehen. Sie lösten ein Verlangen in ihm aus. Sie ihm aufzuschlitzen. Oder seine Finger an ihnen entlang gleiten zu lassen und die zarte Haut über ihnen zu fühlen. Brian stockte und hob leicht eine Augenbraue. „Mh…“ Dann löste er den Blick wieder. Sah Shiro an und nickte fordernd. „Wo bleibt mein Tee?“ Brian wandte sich ab und entfernte sich wieder. Sein Blick fixierte den Baum und den Teich vor dem Gebäude und irgendwie beruhigte sich in seinem Inneren vieles was eben noch angespannt war. Tatsächlich hatte er das Gefühl eine solche innere Ruhe noch nie empfunden zu haben.
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Re: For whom the Bell tolls // 19. April 2010 // 21.37 Uhr

Beitrag von Shiro Yuudai am Mi Apr 19, 2017 1:19 pm

Shiro wartete. Er wartete auf Brians Antwort und darauf, was als nächstes passieren würde. Es blieb ihm auch gar nichts anderes übrig, weil Brian ihn so intensiv musterte, dass Shiro seinen Blick nicht abwenden konnte. Vor allem nicht mit diesem bescheuerten Verlangen, dass immer noch durch seinen Körper geisterte und darauf wartete wieder an die Oberfläche gezogen zu werden. Es machte Shiro ganz kribblig und dass Brian ihn so ansah machte es nicht besser. Hier, bei sich zuhause, wo Shiro eigentlich zur Ruhe kam, fragte er sich was das ganze sollte. Wie kam es, dass ausgerechnet Brian solche Regungen bei ihm auslöste? Aber die Frage hatte Shiro sich schon in der Gasse selbst beantwortet. Trotzdem kam er sich unglaublich seltsam vor. Er konnte auch nicht definieren ob dieses seltsam unangenehm oder angenehm war. Er wusste nur, dass er erleichtert war, als Brian den Blick abwandte und sich wieder der Aussicht zuwandte. Shiro straffte sich ein wenig und schüttelte kurz seinen Kopf. Eigentlich war er immer noch in einer Situation wo er sich nicht ablenken lassen sollte, aber das ging nun einmal schwer wenn die Libido plötzlich verrückt spielte.
Jetzt war es allerdings an Shiro Brian zu beobachten. Er folgte den Schritten des Mannes und sein linker Mundwinkel verzog sich zu einem schiefen Grinsen. Er konnte Brians Verwirrung durchaus verstehen. Allerdings hätte er es doch besser gefunden, wenn der Kerl auf seine Frage geantwortet  hätte, anstatt ihn jetzt selbst etwas zu fragen. Aber bitte, dann wollte er eben keinen Tee. Damit konnte Shiro genauso gut leben, wie mit einer anderen Entscheidung auch. Und auch wenn er kein Fan von unbeantworteten Fragen war, war es jetzt an ihm Brian nicht zu antworten. Er traute seiner Stimme nicht und eigentlich war er sich ziemlich sicher, dass der Mann von selbst darauf kommen könnte, dass das hier Shiros zuhause war. Wie sonst sollte man erklären, dass sie hier an einem Ort waren der aussah als wären sie einer Dokumentation über historische Häuser Japans gelandet? Zumindest in einer Folge über Wohnhäuser reicher Leute. Shiro gab ja zu, dass er es vielleicht ein wenig übertrieben hatte mit dem Haus hier, aber immerhin war sein Geschmack immer noch sehr viel schlichter als der von seinem Vater. Er hatte hier keine kitschigen, goldenen Elemente die alles andere als subtil auf die Summen seines Kontos schließen ließ. Nein, eigentlich war es hier recht… schlicht gehalten. Zumindest eben ohne irgendwelche übertriebenen Verzierungen. Außer ihm würde es vermutlich keiner als dezent beschreiben, aber die meisten die er kannte waren ja sowieso noch nie in einem richtigen japanischen Haus gewesen. Auf jeden Fall antwortete Shiro Brian nicht und selbst wenn er es vorgehabt hätte wäre es ihm in der nächsten Sekunde schon wieder unmöglich gewesen, denn auf einmal drehte Brian sich wieder um und kam auf ihn zu. Augenblicklich spannte sich der Körper des Japaners an. Ob vor Erwartung irgendeines aggressiven Aktes oder vor sexueller Anspannung die ihn auf einmal wieder durchfuhr, konnte er nicht sagen und er hatte ehrlich gesagt auch gerade nicht die großartigste Lust sehr viel tiefer in die verschlungenen Wege einzutauchen die zu den Gründen führten warum sein Körper gerade nun mal so nahm. Dieses Grinsen von Brian. Shiro könnte reinschlagen. Er hatte keine Ahnung warum er Brian hier her gebracht hatte und nicht irgendwohin anders. Momentan könnte er ihm tausend Gründe nennen, aber keiner davon schien ihm richtig. Natürlich, sein zuhause war ihm als erstes eingefallen, aber warum war das so? Weil er sich hier sicher fühlte? Weil er das Verlangen hatte Brian auf den Boden zu drücken und so lange durchzunehmen bis der Andere nicht mehr gerade laufen konnte? Vor allem jetzt, als Brian ihm diesen Schnitt nachfuhr und ihn so ansah, schien der Grund ziemlich zutreffend, aber eigentlich wusste Shiro dass das auch nicht stimmte. Vor allem, da er nicht wirklich vorhatte Brian zu vögeln. Klar, das war gerade eine ziemlich nette Vorstellung und Gott, wenn er nur einen Schritt nach vorne tun würde, dann könnte er es machen. Er war sich sicher irgendwie könnte er es schaffen, dass Brian da mitmachte, immerhin fühlte er eine ähnliche Anspannung von dem anderen Mann ausgehen, aber nein. Das war nicht in Ordnung. Das würde er nicht tun. Nicht weil es Brian war. Das war Shiro relativ egal. Aber weil Brian Hyemis Freund war und das wiederum war ihm ganz und gar nicht egal. Er war vielleicht ein bisschen krank im Kopf, aber er war kein Arschloch. Nein, wahrscheinlich war der wahre Grund, dass Shiro Brian hier her gebracht hatte irgendetwas von wegen, dass er genau wusste, dass er hier zur Ruhe kam. Und damit würde er sich dann vielleicht auch von solchen Gedanken, die nichts in seinem Kopf zu suchen hatten, ablenken. Es hätte bestimmt auch geklappt, wenn Brian seine Finger von Shiros Gesicht weggelassen hätte. Jetzt stand er nur da, schluckte und sagte nichts.
Ihm war sehr wohl bewusst, dass Brian hier alles Mögliche zu Ende bringen konnte und vor allem, dass sie hier keiner stören würde. Aber wie er eben schon zuvor festgestellt hatte, war er sich sicher, dass Brian ihn nicht umbringen würde, auch wenn er die Vorstellung gewiss angenehm fand. Also nicht Shiro, dass er von Brian umgebracht wurde. So verrückt war er noch nicht. Er hatte davon geredet, dass Brian es bestimmt angenehm fand Shiro umzu-  ach war ja auch egal. Brian würde nichts hier zu Ende bringen und damit Basta. Und woanders auch nicht. Shiro war sich auch ziemlich sicher, dass der Hansel das genauso gut wusste, wie er selbst auch. Gott, es wäre für ihn nur wirklich sehr viel leichter, wenn Brian ihn nicht so mustern würde. Wie konnte man eigentlich so verdammt provokativ dabei aussehen, wenn man den Kopf schief legte? Und warum war das so verdammt attraktiv? Generell fragte sich Shiro gerade, warum ihm nie aufgefallen war, das Brian verdammt gut aussah, aber hatte er sich nicht gerade eben noch angestrengt solche Gedanken loszuwerden? Dennoch, wie sollte er das, wenn auf einmal dieses Glitzern in Brians Augen auftauchte? Shiro hatte keine Ahnung was das war, woher es kam oder warum es so war, aber er war sich ziemlich sicher, dass irgendetwas an ihm gerade das Interesse des Mannes weckte und das sorgte automatisch dafür, dass sein Kiefer sich anspannte und sein Körper sich leicht versteifte. Er konnte merken wie seine Sehnen an seinen Armen und seinem Hals ein wenig mehr hervor traten. Gott, das war seltsam. Vor allem weil er selbst nicht anders konnte als Brian zu beobachten, wie er ihn beobachtete. Als der dann auf einmal „Hm“ machte zuckte Shiro aus irgendeinem Grund leicht zusammen und sah automatisch wieder in die Augen das Mannes und zwar in genau dem Moment in dem Brian das ebenfalls tat. Im nächsten Moment fiel die Anspannung von ihm ab und Shiro schnaubte belustigt, als Brian sich abwandte.
„Jetzt will er auf einmal doch Tee.“ Shiro schüttelte den Kopf und ging zu der Tür, die zu seiner Küche führte. Er schob sie auf und lies sie auch offen, so konnte er Brian weiter beobachten. Was eigentlich unnötig war, schließlich konnte er nicht einfach disapparieren, dafür stand er auf der falschen Stelle.
Shiro zog seine Lederjacke aus und schmiss sie auf die Kücheninsel. Dann machte er sich daran alles für seinen Lieblingstee heraus zu suchen. Und weil er sich dabei ein wenig beruhigte beschloss er auch noch andere Sachen vorzubereiten. Er richtete ein wenig Essen, dass er sowieso für heute vorbereitet hatte, in Schüsseln an, Reis, Gemüse, Fleisch, und stupste die dann mit seinem Zauberstab an, damit sie zu dem Tisch schwebten, der sich in dem Raum befand in dem Brian den Baum beobachtete. „Wir sind übrigens bei mir zuhause.“ Er wusste nicht, warum er diese Frage jetzt noch beantwortete, aber es erschien ihm irgendwie passend. Dann stupste er die Teekanne und die Tassen an, die sich jetzt ebenfalls zum Tisch begaben und schnappte sich dann eine Flasche Sake und zwei von den kleinen Trinkbechern dazu. Damit ging er an den Tisch und setzte sich hin. Seinen Schnitt an der Wange hatte er vor der ganzen Prozedur mit einem Pflaster versorgt. Er hatte nur noch welche von Piroska übrig, weswegen Hello Kitty jetzt unter seinem rechten Auge saß und mit einer Gieskanne in der Hand den schnitt hütete. Er hatte nie verstanden, was dieses Mädchen an dieser hässlichen Katze fand. Im Gegensatz zu einem Großteil seiner Landsleute fand Shiro das Ding nur nervig. Vermutlich weil sie überall gewesen war. Shiro sah zu Brian und deutete dann auf den Tisch. „Setz dich.“ Dem Mann war es relativ egal, ob Brian sich ihm gegenüber neben ihn oder gar nicht setzte. Er hatte jetzt Hunger, also nahm er sich Stäbchen und einen Löffel und häufte essen auf seinen Teller. Inzwischen war seine Anspannung besser geworden und auf seinem Gesicht lag ein ruhiger, zufriedener Ausdruck. Irgendwie war der immer da, sobald er zuhause war. Außer er war krank. Dann war er eher grün im Gesicht als ruhig, aber das tat ja nichts zur Sache.
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Re: For whom the Bell tolls // 19. April 2010 // 21.37 Uhr

Beitrag von Brian Hyun am Mi Apr 19, 2017 10:05 pm

Brian wandte sich nicht noch einmal um. Seine Lippen verzogen sich kurz zu einem Grinsen bei seinen Worten. Er konnte sich sogar vorstellen wie der Andere guckte und wahrscheinlich den Kopf schüttelte. In Shiros Fall könnte es auch wildes Armefuchteln sein. Man wusste nie. Aber Brian wandte sich nicht um um nach zu sehen. Ganz bewusst mied er jetzt den Anblick seines ehemaligen Mitschülers. Wenn er ihn jetzt weiter ansehen würde, dann wusste Brian nicht was das auslösen würde. Gerade seine Adern zu sehen hatte schon irgendwas in Brian ausgelöst. Die ganze Spannung die in diesem Moment, eigentlich seit der Situation in der Gasse, zwischen ihm und Shiro lag ließ seinen Körper förmlich erzittern. Er fühlte Hitze und Erregung auf ganz neue Weise. Auf eine solche Weise hatte Shiro das noch nie ausgelöst. Aber jetzt war diese Spannung zwischen ihnen und sie kratzte irgendwo in Brians Kopf. Sie wollte Bilder an die Oberfläche locken die er jetzt noch nicht definieren konnte. Aber er hatte das Gefühl er wollte sie nicht sehen. Er wollte diese Gedanken die sich irgendwo versteckt hielten nicht haben. Bilder in denen Shiro eine ganze andere Rolle spielte als sonst. In denen Brian ihm die Hände um den Hals legte aber nicht um ihn zu töten. In denen Shiro daraufhin stöhnte. Nicht vor Schmerzen und Todesangst sondern vor angenehmen Schmerzen, Erregung und Lust. Es waren solche und andere Bilder die sich in seinen Kopf drängen wollten. Deswegen sah Brian ihn jetzt nicht an sondern konzentrierte sich auf den Plaumenbaum und diesen kleinen Teich. Automatisch trugen ihn seine Schritte durch den Raum während seine Gedanken sich langsam wieder klärten. Sein Körper beruhigte sich langsam und hörte auf zu zittern. Stattdessen legte sich diese Ruhe über ihn. Es war eine Ruhe die Brian vorher nie erlebt hatte. Er war sich nur nicht sicher ob sie von diesem Ort hier ausging oder von dem Mann den er nur ein paar Meter von sich entfernt atmen hörte während er irgendwas in der Küche machte. Es musste dieses Haus sein. Der Baum und der Teich. Würde sie von Shiro ausgehen, dann hätte Brian sie schon früher bemerken müssen. Oder hatte er sich dafür selber im Weg gestanden? Kurz verhärtete sich sein Blick als er darüber nachdachte. Es passte ihm nicht, dass er in letzter Zeit so viele Fragen ohne Antworten hatte. Das war etwas was den jungen Mann unglaublich störte.
Vorsichtig schob er die Tür zur Seite die ihn und den Baum voneinander trennten. Direkt atmete er tief ein, als ihm leicht der Wind entgegen  blies und einen angenehmen Geruch mit sich trug. Das Rauschen der Blätter übertönte den Atem von Shiro und verschleppte Brian. In diesem Moment hatte er Shiro vergessen. Er hatte alles vergessen was heute passiert war. Er war längst nicht mehr hier. Seine Schritte trugen ihn hinaus auf den kleinen Holzgang  der wahrscheinlich das ganze Haus umrundete. Seine Gedanken wurden Eins mit dem Glitzern auf dem ruhigen Wasser. Am Ufer saßen ein Mädchen und eine Frau. Sie unterhielten sich über irgendwas. Sie lachten und kitzelten sich. Das Mädchen schrie begeistert auf. Die Frau gab ihr einen Kuss auf die Haare, auf die Stirn und auf die Nase und drückte sie an sich. Brian konnte sie nicht hören. Aber sie waren so glücklich. Lächelnd hockte er sich hin und beobachtete sie. Sein Blick folgte dem Mädchen, das mit ausgestreckten Armen um den See rannte und sich vorstellte sie wäre ein mächtiger Drache. Sie liebte Drachen und hatte immer davon geträumt irgendwann auf einem echten Drachen zu fliegen. Die Frau lachte und schüttelte den Kopf. Sie musste erstmal lernen sicher auf einem Besen zu sitzen. Das hatte sie immer gesagt, weil selbst das bei dem Mädchen hoffnungslos schien. Wie sollte die Frau sie da auf einen Drachen steigen lassen. Das Mädchen verzog das Gesicht aber lachte wieder als ein Windstoß ihr die Blüten des Baumes ums Gesicht wehte. Lachend drehte sie sich im Kreis aber stockte als ihr Blick auf Brian fiel und blieb stehen. Sie sagte etwas zu ihrer Mutter. Beide sahen sie ihn erst ungläubig an. Dann lächelten sie und winkten ihm. Das Mädchen grinste breit und rief immer wieder seinen Namen während sie ihm mit beiden Händen winkte. Brian lächelte zurück. Es war ein trauriges Lächeln. Als hätte er genau gewusst wie es weiter ging. Ihre Bewegungen froheren ein. Ihre Gesichter verzogen sich auf eine solche Weise die die meisten als unmenschlich bezeichnen würden. Brian wusste, dass es absolut menschlich war. Es gab Momente voll solch grausamen Schmerz die einen so aussehen ließen. Schmerz der kaum auszuhalten war. Der einen umbringen konnte. Für immer mit diesem Gesicht einfrieren konnte. In diesem stummen Schrei. Ihre Körper verkrampften sich und langsam färbte das Wasser sich rot. Dickflüssig stieg es ans Ufer, ertränkte die Beiden und kroch immer näher auf Brian zu. Gierig streckte es seinen Finger nach dem Mann aus, denn es wusste, dass er ihnen folgen musste. Es legte sich um seinen Hals und drückte ihm die Luft ab, ließ die Panik in ihm aufsteigen und war schlagartig verschwunden als er Shiros Stimme hörte. Er saß wieder hier in diesem Haus. In Shiros Haus. Er sah den friedlichen Pflaumenbaum, den ruhigen glitzernden See. Er hatte sich nicht bewegt. Shiro würde ihm wahrscheinlich nicht anmerken, dass seine Gedanken ihn gerade in eine verlassene Welt geführt hatten. Nur eine Sekunde länger blieb Brian sitzen und zog die Ruhe die ihn wieder umgab in sich auf. Es war so viel einfacher als er erwartet hatte. Es wunderte ihn nicht, dass dies hier Shiros zu Hause war. Es war ein schönes Haus und er konnte verstehen, dass der Mann sich hier wohl fühlte.
Brian stand auf und wandte sich um. Zuerst musterte er den gedeckten Tisch. Das war mehr als nur Tee. Leicht schüttelte er den Kopf. Ein bisschen wegen Shiro, weil er einfach so gut darin war zu übertreiben. Ein bisschen über sich selber, weil er jetzt zurück in den Raum ging. Seine Schuhe zog er dabei aus und ließ sie draußen auf dem Holz stehen. Wahrscheinlich lockte diese Umgebung die alte Angewohnheit wieder hervor. Er setzte sich Shiro gegenüber auf das Kissen und wagte es erst jetzt den Mann anzusehen. Kurz stockte er, weil er befürchtete, dass seine Gedanken über den Anderen wieder zurück kamen. Aber er musste zugeben Hello Kitty rettete in diesem Fall ein wenig die Situation. Brian stieß nur kurz amüsiert Luft aus und nahm dann eine Tasse Tee vom Tisch. Sein Blick war währenddessen trotzdem durchgehend auf Shiro gerichtet. Er pustete den Tee leicht an und trank dann einen Schluck. Angenehme Wärme breitete sich in ihm aus und er löste seinen Blick von Shiro. Auf dem Tisch stand einiges zu Essen. „Sieht fast so aus als hättest du geplant mich heute hier her zu entführen.“ Nur noch einmal glitt sein Blick zu dem Mann und lächelte ihn schief an bevor er wieder zu dem Baum sah. Eine Weile schwieg er und trank dabei langsam den Tee. „In Thailand gibt es ein kleines Dorf. Tief versteckt in den Wäldern und wenn man den Weg nicht kennt ist es wohl sehr unwahrscheinlich, dass man sich je dorthin verirrt. Am Rande dieses Dorfes liegt ein Teich. Größer als dieser aber ebenso ruhig. Genau wie hier steht dort ein solcher Pflaumenbaum. Direkt am Ufer. Es ist der schönste Platz im ganzen Dorf aber kaum einer schien ihn entdeckt zu haben. Ich habe oft dort gesessen. Ich hatte dort meine Ruhe.“ Für Brians Verhältnisse legte sich ein sanfter Ausdruck über sein Gesicht. Er selber merkte es nicht. Er wusste auch nicht warum er Shiro das erzählte. Aber er hatte plötzlich das Bedürfnis gehabt es zu tun. Dieser Ort sorgte definitiv dafür, dass Brian sich merkwürdig verhielt. Aber was sollte er dagegen machen. Er sah wieder Shiro an und lächelte leicht. „Ich kann verstehen, dass du hier dein zu Hause gefunden hast. Es ist schön.“ Brian hörte einfach auf sich über sich selber zu wundern. Er hatte es bei Phoung auch irgendwann aufgeben sich über irgendwas zu wundern. Jedenfalls in diesen Momenten. Wundern konnte man sich hinterher. So würde er es jetzt gerade auch einfach machen. Deswegen dachte er nicht weiter über seine ausgesprochenen Worte nach sondern fing an sich etwas von dem Essen zu nehmen.
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Re: For whom the Bell tolls // 19. April 2010 // 21.37 Uhr

Beitrag von Shiro Yuudai am Sa Apr 22, 2017 10:34 pm

Zwar hatte Shiro behauptet, dass es ihm egal wäre, aber eigentlich war er doch ganz froh, dass Brian doch nicht neben ihm saß. Shiro konnte sich vorstellen was auf einmal wieder durch seinen Kopf, seinen ganzen Körper fahren würde, wenn Brian ihm so nahe wäre. Wenn er ihn vielleicht zufällig berühren würde. Wenn er vielleicht aus Versehen Brians Haut berühren würde, die so viel weicher aussah als sie sein sollte. Shiro holte tief Luft und schöpfte sich etwas Essen auf seinen Teller. Ja, er war wirklich froh, dass Brian ihm gegenüber saß. Als er seinen belustigten Laut hörte musste er selbst ebenfalls Lächeln. Ja, dieses Pflaster war auch einfach nur lächerlich, aber was sollte er auch schon großartig dagegen machen? Es war das letzte, welches er noch im Haus hatte. Trotzdem sah Shiro immer noch nicht hoch. Noch war es ihm zu gefährlich den Mann anzusehen. Er traute sich selbst nicht. Das war etwas vollkommen neues und es passte ihm nicht. Er fühlte sich als würde ihm die Kontrolle über sich selbst entgleiten und das hatte er eigentlich nicht. Egal wie er sich benahm, selbst wenn er sich gehen ließ und er sich daneben benahm, wusste Shiro genau was er tat. Dass es ihm schwer fiel sich zurück zu halten, weil auf einmal unkontrollierte Gedanken an Brian ihn durchfuhren, machte ihn unsicher und es passte ihm nicht. Auch wenn es irgendwie aufregend war. Shiro presste seine Lippen zusammen, als dieser Gedanke ihn durchfuhr. Es hörte einfach nicht auf. Irgendwie musste er sich doch davon ablenken können… Shiro fand die Lösung in diesem dusseligen Pflaster. Im Grunde fand er die Lösung in dem Schnitt, aber wenn er an den denken würde, würde das nur wieder unerwünschte Wege gehen. Wobei das auch nicht ganz richtig war. Der Schnitt war nur die Auslösung der Ablenkung. Das Pflaster nämlich, das stach ihm bei jedem Bissen den er kaute in die Haut unter seinem Auge, die sich morgens nur zu gerne durch Augenringe auszeichnete. Natürlich tat das Pflaster das. Brian hatte es ja auch fast geschafft in Shiros Auge zu schneiden. Vermutlich hatte er den Schnitt sehr bewusst an dieser Grenze gesetzt. Auf jeden Fall stach das pinke Stück Plastik immer und immer wieder und lenkte ihn so von unerwünschten Gedanken ab. Allerdings wurde es jetzt, wo Shiro es einmal bemerkt hatte, immer nerviger. Irgendwann wurde es wirklich sehr anstrengend und Shiro war froh als Brian sprach. Er hatte nicht gemerkt, dass der Mann ihn beim Essen beobachtet hatte. Doch selbst als Brian sprach sah er immer noch nicht auf. Stattdessen lachte er leicht auf. „Tjah. Irgendwie hatte ich gestern das Gefühl ich sollte mir für heute mal etwas richtiges zu Essen machen… Hat sich ja jetzt gelohnt.“ Der junge Mann hatte keine Ahnung, warum er das sagte, aber danach war er auch wieder still. Die Ruhe störte ihn nicht, es war sogar recht angenehm. Mal den Atem von jemand anderem zu hören, wo sonst nur Stille war, war wirklich ein sehr schöner Kontrast zu seinen sonst einsamen Abenden. Auch wenn Shiro nie erwartet hätte das Mal über Brians Atmen zu sagen.
Gerade hatte er aufgehört zu essen. Nicht weil er keinen Hunger hatte, sondern weil er sich gerne Zeit ließ. Außerdem hatte er noch keinen Schluck von seinem Tee getrunken. Mit der Tasse in der Hand, kurz vor seinem Mund, stockte er. Brian fing an zu sprechen und das was er sagte hatte Shiro nicht erwartet. Interessiert sah er von seiner Tasse hoch, die immer noch in seiner Hand vor seinem Mund schwebte, und sah den anderen Mann an während er sprach. Brian kam auf einmal aus die Idee aus seinem Leben zu erzählen und gab somit Informationen preis, die Shiro lange gesucht hatte. Thailand also. Interessant. Noch interessanter war allerdings, dass Shiro diese Informationen gerade sehr viel weniger interessierten, als er gedacht hätte. Momentan hatte er nicht das Bedürfnis ihnen nachzugehen, im Leben des Mannes herum zu schnüffeln und so weiter. Shiro wusste, dass das an der Ruhe lag die ihn gerade erfüllte und daran, dass er es gerade sogar genoss Brians Gesellschaft um sich zu haben. Nicht, weil er sich gerade noch von ihm angezogen gefühlt hatte, sondern weil er ihn jetzt grade einfach gerne um sich hatte. Ja, momentan interessierte ihn viel eher, dass Brian das überhaupt erzählte. Wie war er darauf gekommen, das jetzt zu tun? Shiro verstand es nicht. Doch er fand es irgendwie gut. Ein wenig ehrte es ihn sogar. Vor allem, weil Brian so unendlich ruhig klang als er das sagte, auch wenn Shiro meinte ein wenig Trauer heraus zu hören und er fragte sich, woher diese Trauer kam und wieso sie da war, was für eine Art von Trauer es war. Direkt machte er sich wieder Sorgen, allerdings machte er sich jetzt auch die Müge sich das nicht anmerken zu lassen. Stattdessen lächelte er und Brians Gesichtausdruck zu sehen gab ihm auch allen Grund dazu. Er sah unendlich sanft aus und Shiro selbst versank kurz in diesen Anblick. Er nahm ihn einfach in sich auf mit einem Lächeln auf dem eigenen Gesicht. Shiro überkam der Wunsch, den Mann immer so zu sehen und er wünschte sich ihm dabei helfen zu können immer so ruhig zu sein. Ein wenig war er froh, dass Brian ihn nicht ansah, denn gerade hatte er das Gefühl, dass er sein Gesicht nicht unter Kontrolle halten zu können. Da sein Herz plötzlich bis zu seinem Hals schlug, hatte er das Gefühl das wäre nicht sonderlich großartig. Shiro hatte sich gerade wieder unter Kontrolle gebracht, als Brian ihn ansah und lächelte. Automatisch kehrte erwiderte Shiro das Lächeln. Dann wurde es breiter, dankbarer und sehr viel glücklicher. Endlich nahm der Mann einen Schluck von seinem Tee. Brians Satz freute ihn unheimlich. Jedes Mal wenn jemand so etwas in der Richtung sagte, freute er sich, aber das aus Brians Mund zu hören machte ihn irgendwie noch glücklicher. „Danke,“ Shiros Stimme klang unendlich zufrieden und jetzt noch erfüllter von dieser Ruhe, weil er so furchtbar stolz war. „Ich habe mir viel Mühe gegeben, damit es hier so aussieht.“ Shiro stellte seine Tasse weg und sein Blick glitt wieder zu Brian. Erst nach einer Weile bemerkte er, dass er dort hängen geblieben war und er den Mann beim Essen beobachtete. Sein Mund verzog sich jetzt zu einem Grinsen, weil er die ganze Situation ja irgendwie lustig fand. Er hätte eben einfach nie erwartet, dass er hier mit Brian lag und mit ihm zusammen zu Abend aß. Und er lächelte, weil ihm das so viel mehr gefiel, als er gedacht hätte. „Ich hoffe, es schmeckt dir.“ Shiro konnte seinen Blick einfach nicht von Brian lösen. Warum war das so schwierig?
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Re: For whom the Bell tolls // 19. April 2010 // 21.37 Uhr

Beitrag von Brian Hyun am So Apr 23, 2017 5:49 pm

Während Brian aß fragte er sich wie er in diese Situation hier gekommen war. Er wusste wie er in diesem Haus gelandet ist. Das war nicht die Frage. Aber warum saß er hier, trank Tee, aß und erzählte Shiro Yuudai von seinem Leben. Er hätte einfach gehen können. Wenn sie mal ehrlich waren, dann war es für die Beiden alles andere als normal zusammen an einem Tisch zu sitzen und Tee zu trinken. Das komische daran war wohl, dass Brian es gerade nicht störte. Es störte ihn nicht, dass er hier saß und Dinge über sich preisgab oder, dass er Shiro anlächelte als wären sie Freunde und nicht so etwas wie eine Art Feinde. Die Ruhe die ihn umgab sorgte dafür, dass es ihn nicht störte und sie sorgte zugleich dafür, dass Brians Laune sich veränderte. Er war sich ziemlich sicher, dass diese Ruhe von Shiro ausging. Weil es sein Haus war strahlten die Wände diese Ruhe aus. Ja er schien sich wirklich alle Mühe gegeben zu haben. Gerade so als hätte er ein Stück seiner Seele und seiner Art in die Wände gestrickt. Gedankenverloren aß Brian weiter aber fühlte dabei ein unangenehmes Gefühl in sich aufsteigen. Er kannte dieses Gefühl. Es war Neid nur hatte er ihn noch nie so stark empfunden. Shiro hatte hier ein schönes zu Hause gefunden, er schien ein Leben zu führen in dem er diese Ruhe entwickeln konnte. Ein Leben, das ihn glücklich machte und ihn zu erfüllen schien. Obwohl er aus ganz ähnlichen Verhältnissen kam führten sie ein Leben, das wohl unterschiedlicher nicht sein konnte. Shiro war hier. Er war alleine und hatte seine Ruhe und war im Grunde doch nie alleine. Brian hatte nie seine Ruhe, er war nie alleine weil er immer Leute hatte die irgendwas von ihm wollten und trotzdem war er eigentlich immer einsam. Shiro hatte die Möglichkeit diese Ruhe zu genießen und Brians Leben war immer angespannt, erfüllt von Angst und Machtlosigkeit. Er hatte nicht die Stärke sein Leben zu verändern und er hatte auch keine Ahnung wie er das anstellen sollte. Ja er war neidisch, weil er nie an dieser Stelle stehen würde an der Shiro stand. Brian stellte die Schüssel zurück und sah den Mann der ihm gegenüber saß und auf eine verdrehte Art so anziehend wirkte an. Sein Lächeln und auch der sanfte Ausdruck auf seinem Gesicht waren verschwunden. Stattdessen musste er wieder aussehen wie der alte Brian. Nein, vielleicht sogar ein wenig wütend. „Es kommt sehr oft vor.“ Brian begann die Antwort auf eine Frage zu geben die Shiro ihm zu Anfang ihrer Begegnung gestellt hatte. Provozierend hob sich sein Mundwinkel und da war wieder dieses verrückte Funkeln in seinen Augen. Ja er war eben ein Freak. Da brauchten sie sich doch nichts vor machen. So etwas wie das hier könnte nie Brians Leben sein. Dafür war er von Anfang an zu verrückt gewesen. „Ungefähr so oft wie wir in Hogwarts aneinander geraten sind. Du warst quasi mein Ersatz dafür.“ Brian stieß leicht Luft aus und trank einen letzten Schluck von dem Tee. Seine Stimme klang so kalt und gleichgültig. Er ekelte sich selber an. Es kam nicht selten vor, dass Brian eine solche Abneigung gegen sich selber hegte. „Seit ich ein Kind bin spiele ich mit dem Leben anderer. Erst mit Tieren, dann mit Muggeln. Das hat nichts mit meiner Ausbildung zu tun. Ihre kleinen bedeutungslosen Existenzen auszulöschen ist mein Leben. Diese Macht zu haben über andere zu bestimmen ist das einzige was mich erfüllt.“ Vielleicht hatten die Erziehungsmethoden seines Vaters ihn zu diesen Eigenschaften geführt. Selber Qualen zu durchleiden die ihn noch heute verfolgten und ihn immer wieder einholten. Schmerzhafte Erinnerungen die so präsent waren. Es waren Schmerzen die man nicht vergaß. Er fühlte sie sobald er in den Spiegel sah und seinen vernarbten Körper betrachtete, er fühlte sie wenn er einen Fehler machte, wenn er falsche Gedanken hatte oder wenn er davon laufen wollte. Sie machten ihn wahnsinnig. Das alles hatte ihn geformt. Er hatte wissen wollen was sein Vater so toll daran fand. Und er hatte er herausgefunden. Er hatte sich plötzlich nicht mehr wie ein kleiner, schwacher Junge gefühlt. Er war derjenige der alles in der Hand hatte und dieses Gefühl hatte ihn damals gerettet. Weil er mehr davon hatte haben wollen hat er alles durchgehalten. Mittlerweile war es ein Zwang den er nicht ablegen konnte. Ein Verlangen, dass ihn so sehr einnahm, dass er manchmal an gar nichts anderes denken konnte. „Nicht jeder findet seine Freude daran sich für den nächsten Tag etwas zu Essen zu kochen und ist dann zufrieden. Ich brauche mehr als das.“ Brian stockte. Einen Moment lang starrte er Shiro an. Plötzlich war das wider die Abneigung gegen den anderen Mann. Auch wenn er gerade vielleicht noch andere Gedanken bei seinem Anblick hatte waren diese jetzt verschwunden. Er hasste ihn in dem Moment. Für sein Leben Und dafür, dass er Brian Worte entlockte die er nicht sagen wollte. Mit einem Mal stand der Mann auf und ging zu seinen Schuhen um sie anzuziehen. Sein Blick glitt wieder zu Shiro. „Ich werde jetzt gehen.“
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Re: For whom the Bell tolls // 19. April 2010 // 21.37 Uhr

Beitrag von Shiro Yuudai am Mo Apr 24, 2017 11:25 am

„Nein.“ Shiro wusste nicht genau ob das Wort eine Antwort darauf war, das Brian jetzt gehen wollte oder darauf, was dessen Worte in seinem eigenen Denken ausgelöst hatte. Die Erinnerungen an sich selbst und daran wie er nie wieder sein wollte, weil er sich mit jeder Faser seines Seins dafür gehasst hatte und das obwohl er es so sehr genossen hatte. Unglaublich schnell spielten sich noch einmal Brians Worte in seinem Kopf ab und er musste die Zähne aufeinander beißen um nicht zu schreien, weil es ihm auf einmal wehtat, dass er Brian so viel ähnlicher war, als er immer gewollt hatte. Aber auch weil es weh tat Brian an dieser Stelle stehen zu sehen. Shiro hatte den Hass auf sich selbst auch kurz auf Brians Gesicht gesehen und im Grunde hatte er damit gewusst, dass Brian das vielleicht genoss und das es ihm auch in dem Moment Freude und Befriedigung bereitete, aber dass er es eigentlich auch nicht wollte. Dass er sich das nicht für sich ausgesucht hatte. Shiro sah den Mann fest an und weinte. Warum wusste er nicht genau. Weil diese Erinnerungen an früher ihn erfüllten und dieses Verlangen zurück brachten, dass er eben so lange gehabt hatte. Weil er um sich selbst weinte und darum, dass ein Stück von ihm immer so sein würde, wie Brian es noch war. Und vielleicht weinte er auch um den anderen Mann. Im nächsten Moment hörte es auf weil automatisch Worte aus seinem Mund kamen und alleine die Erinnerung ihm eine perverse Zufriedenheit gaben.
„Wenn man langsam das Leben aus ihnen weichen sieht, wenn man darüber entscheiden kann, wie sie verenden und was sie vorher erleben… dann gibt es kein besseres Gefühl. Man hat Macht und man weiß, dass man alles schaffen kann. Durch jede Ader fließt die Gewissheit, dass man stärker ist als der Rest. Es fühlt sich so unglaublich gut an und deswegen tut man es immer und immer wieder. Man hört nicht auf. Egal wie man deswegen angefangen hat, es wird besser und besser. Man vergisst das man hilflos war und das man angefangen hat, weil man vielleicht keine andere Wahl hatte oder weil man verstehen wollte. Es ist auch scheißegal.“ Shiro grinste Brian an und in seinen Augen lagen die gleichen Abgründe wie in Brians. Doch fast augenblicklich verschwand dieser Augenblick und vor Brian saß ein geschlagener Mann und Shiro kam sich unglaublich alt vor. „Aber danach… irgendwann kommt immer die Verzweiflung und die Leere… weil man sonst nichts hat. Doch warum sollte man sich deswegen aufregen. Es dauert nie lange, bis der nächste auftauchte.“ Shiro sah auf seine Hände. Vielleicht würde Brian den Augenblick nutzen um zu gehen. „Aber es gibt noch mehr. Man muss nur die Möglichkeit dazu bekommen.“ Shiro schlang die Arme um sich. Er machte sich nicht die Mühe all seine Gefühle vor Brian zu verstecken. Vielleicht würde es ihm helfen. Die ganze Zeit hatte man auf Shiros Gesicht alles ablesen können. Dieselben Abgründe wie bei Brian, der selbe Schmerz wie den der er empfand wenn er machtlos war, den Schmerz, das Leid, den Genuss, die Hilflosigkeit und jetzt… Shiro wusste nicht, was man jetzt sah. Trotzdem sprach er weiter. „Ich hab nie daran geglaubt, dass es besser wird. Ich wollte auch nicht, dass es besser wird. Ich habe meine Familie gehasst, ja. Mich selbst auch, aber es war mir egal. Wenn ich jemanden in meiner Hand hatte, wenn ich ihnen zeigen konnte, dass sie nichts waren, dass sie unwichtig waren und dass sie nur gelebt hatten um durch mich zu Ende zu gehen, dann wusste ich, dass alles gut war so wie es war. Aber ich wurde weggeschickt. Uruha hat mich gezwungen zu gehen und hat mich nach Hogwarts geschickt. Ich habe versucht nach außen anders zu sein, damit ich niemanden verletze, weil es in diesem scheiß Gefängnis von Schloss nicht einfach wäre es zu verheimlichen. Aber das Verlangen verschwand nicht. Das ist es nie wirklich und wenn ich schlafe kommen die Bilder und ich will aufstehen und mir jemanden suchen, der es verdient hat zu sterben. Noch heute. Aber ich tue es nicht. Es reicht mir nicht, aber ich bin hier und mache mir essen.“ Shiros Ton war kurz abfällig. „Aber das kann ich nur, weil ich gemerkt habe, dass es doch nicht das Einzige ist, so wie ich immer gedacht hatte. Und auch bei dir ist es nicht das Einzige.“ Shiro stand auf, holte seine Jacke und zog sie an, bevor er zu Brian ging und sich neben ihn stellte. Er wollte ja schließlich gehen. Aber er war trotzdem noch nicht fertig. „Du kannst es. Mein Vater konnte es nicht, ich gehe davon aus, dass deiner es auch nicht kann und ich konnte es auch sehr lange nicht. Aber du liebst. Du liebst sie. Sie ist dir wichtig und du würdest alles für sie tun, auch wenn du das vielleicht nicht weißt. Abby liebst du auch.“ Shiro zuckte mit den Schultern und nahm Brians Arm um ihn zu der einzigen Stelle zu ziehen, von der sie apparieren konnten. „Darum beneide ich dich. Eine einzige Person auf diese Art und Weise zu lieben. Ich liebe niemanden so. Hab es auch nie getan. Aber ich habe Kida getroffen…“ Shiro lachte kurz und sah Brian an. „Vielleicht hatte ich mich ja in ihn verliebt, aber ich glaube das hätte ich gemerkt. Auf jeden Fall ist der Kleine Schuld daran, dass ich meine Freunde lieben kann. So wie man Freunde nun einmal liebt und das reicht mir. Denn ich will nicht, dass irgendjemand ihnen jemals wehtut. Vor allem nicht ich selbst.“ Shiro zeigte auf den Boden und zeigte Brian die Stickerei in diesem Teil der Matte. Sie war nur dort. „Merk dir das.“ Shiro holte tief Luft und sah den Mann ernst an. Er hasste es wie er sich gerade fühlte. Er war traurig wegen Brian, er machte sich unglaubliche Sorgen um ihn und er wusste nicht, wie er ihm helfen sollte. Aber er wollte nicht, dass Brian stecken blieb. Es war nicht richtig dort zu sein, wo der Mann gerade feststeckte. Shiro seufzte, sagte nichts und hielt den Mann schon wieder fest um mit ihm zu apparieren. Sie landeten an einer Straße in der Nähe von dem Ufer, das zur Zauberschule führte. Shiro ließ Brian nicht los. Stattdessen sah er ihn an. „Wenn du jemals Ruhe brauchst… wenn du weg von allem willst, dann komm zu mir. Die Stelle die ich dir gezeigt habe ist die Einzige, an die man Apparieren kann.“ Shiro zog die Augenbrauen zusammen und sah Brian ernst an. „Wenn die irgendjemand dir jemals aus deinen Gedanken fischt oder du sie verrätst, dann bring ich dich um. Ich will nicht irgendwelche verrückten Todesser in meinem Haus.“ Dann ließ er Brian los und lächelte ihn wieder an, allerdings sah er vermutlich immer noch traurig aus. „Ich hab es ernst gemeint, als ich gesagt habe, dass du mehr wert bist, als dieses Leben. Vergiss das nicht.“
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Re: For whom the Bell tolls // 19. April 2010 // 21.37 Uhr

Beitrag von Brian Hyun am Mo Apr 24, 2017 6:31 pm

Ganz automatisch hob Brian seinen Blick als er das Nein von Shiro vernahm und richtete seinen Blick auf den Mann. Vielleicht hatte er irgendeine Reaktion von ihm erwartete. Jeder hätte wohl mindestens dann eine Reaktion erwartet als er ihn weinen sah. Aber auf Brians Gesicht war nicht die kleinste Veränderung zu sehen. Er stand nur da, sah den Mann ausdruckslos an und wartete. Wenn er ihm nicht noch etwas zu sagen hatte oder irgendwas machen wollte, dann würde Brian jetzt gehen. Aber Shiro sprach wieder und was er sagte machte Brian innerlich nur wütend. Er brauchte ihm nicht erzählen welches Gefühl das Morden in einem auslöste. Wie gut es sich anfühlte diese Macht zu haben. Brian kannte das alles. Es machte ihn wütend, weil er nicht wusste worauf der Andere hinaus wollte. Brian wusste selber, dass er verrückt war. Aber, dass seine Worte ihn aufregten merkte man dem jungen Zauberer von außen nicht an. Er stand da. Sah Shiro an und wartete. Aber ihn dort sitzen zu sehen. Man konnte sagen es widerte ihn an. Shiro sah schwach aus und er schien sich nicht einmal die Mühe zu machen das zu verstecken. Er ließ Brian all seine Gefühle sehen und das widerte ihn nicht nur an es regte ihn auf. Er verstand nicht wie man freiwillig diese Schwäche zeigen konnte. Wie man so dumm sein konnte. Shiro gab gerade so viel von sich preis und er dachte nicht einmal darüber nach was das für ihn bedeuten konnte. Brian hatte diesen Fehler gerade selbe begangen das wusste er. Er hatte Shiro zu viel von sich erzählt aber das würde nicht noch einmal vorkommen. Ein solcher Fehler würde ihm nicht noch einmal unterlaufen. Brian fühlte ein Zucken in seinen Fingern. Er fühlte wie die Narben auf seinem Körper anfingen zu kribbeln und zu schmerzen. Es war immer so, wenn er Fehler machte. Alles an ihm schrie nach Bestrafung. Es waren Brians Worte die ihn davon abhielten. Sein Blick klärte sich wieder und er sah den anderen Mann an. Er hätte fast abfällig lachen können. Dass war ja wirklich schön für Shiro, dass er einen Bruder hatte der ihn wegschickte, dass er eine Möglichkeit gefunden hatte aus diesem Leben zu fliehen. Brian hätte ihm für diese Worte eine reinhauen können als er jetzt neben ihm stand. Aber er tat nichts. Nein Shiro hatte heute schon oft genug dafür gesorgt, dass Brian sich von seinen Gefühlen hatte lenken lassen. Im Nachhinein war es nichts Gutes gewesen. Also stand er nur hier und sah den Mann an. Sah ihn an als würde ihn keines seiner Worte auch nur interessieren. Und im Grund war es nicht so falsch. Ja Brian war in der Lage zu lieben. Das war nicht falsch. Er hatte es lange lernen müssen aber er war in der Lage die Gefühle zu haben und sie auch zu verstehen. Allerdings sah er das nicht als etwas Gutes an. Wegen dieser Liebe war sie gestorben und Hyemi in Gefahr. Sie war nichts was Brian aus diesem Leben half und sie war nichts für das man ihn beneiden konnte. Sie war es die Brian nun schon zum zweiten Mal an dieses Leben band. Shiro hatte eine falsche Vorstellung davon. Er war genauso dumm wie sie alle es waren. Er sagte nicht, dass es nicht schön war Hyemi und Aby zu lieben. Mit ihnen zusammen zu sein machte ihn auf eine Art glücklich. Trotzdem war es nichts wofür er zu beneiden war. Sollte Shiro sich freuen, dass er dieses Gefühl nicht kannte. Das alles sagte er ihm nicht. Es ging ihn nichts an wie Brian dachte. Sein Blick glitt kurz zu der Stelle die Shiro ihm zeigte. Danach glitt sein Blick kurz zu Shiros Hand die ihn jetzt festhielt und danach zu seinem Gesicht als sie irgendwo auf der Straße standen. Er hörte ihm zu. Er nahm auch wahr, was er ihm sagte und er glaubte ihm, dass dieses Angebot ernst war aber er würde darauf nicht eingehen. Sie waren keine Freunde. Brian würde nicht auf die Idee kommen je zu ihm zu laufen. Für was auch. Er war bis jetzt mit seinem Leben zurechtgekommen. Er würde schon immer weiter einen Weg finden. Shiro und sein Leben aber waren zu verschieden. Vielleicht waren sie sich einmal ähnlich gewesen. Sehr ähnlich sogar. Aber Shiro war einen anderen Weg eingeschlagen. Einen Weg den Brian in seinem Leben nicht mal ansatzweise sah. Er hatte ihn einmal gesehen. Für einige kurze Momente hatte er diese Wege gesehen. Aber jedes Mal hatte sich ihm Jemand in den Weg gestellt und er wusste, dass es immer so bleiben würde.
Ja vielleicht stimmte es. Vielleicht war er mehr wert als das. Nur bedeutete es nicht, dass er diesem Leben entkommen konnte. Ohne ein Wort zu sagen wandte Brian sich ab und apparierte davon. Wohin wusste er nicht. Hauptsache weg. Hauptsache er hatte seine Ruhe. Er wusste jetzt schon, dass die nächsten Stunden für ihn nicht schön werden würden. Er kannte sich zu gut um es nicht zu wissen.  
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Re: For whom the Bell tolls // 19. April 2010 // 21.37 Uhr

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