Please earth, just stop moving // 15.03.2010, 0.25 Uhr

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Please earth, just stop moving // 15.03.2010, 0.25 Uhr

Beitrag von Kale Moon am Mi März 08, 2017 4:16 pm

Der Abend war nun wirklich nicht so verlaufen wie Kale ihn sich vorgestellt hatte. Hunters Absage hatte er viel zu spät gesehen. Hätte er mal auf sein Handy geschaut bevor er in den Club gegangen war. Oder wäre er wenigstens einfach gegangen nachdem er die Nachricht gelesen hatte. Aber nein, er hatte da bleiben müssen. Jedenfalls ein bisschen hatte er bleiben wollen. Vielleicht etwas trinken und mit den anderen reden. Irgendwem begegnete man hier nämlich immer. So war es ja auch. Dass er Ayden hier über den Weg lief wunderte ihn nicht besonders. Kale begegnete ihm ziemlich oft. Er war sich noch immer nicht sicher ob es Zufälle waren oder nicht. Er konnte nicht behaupten, dass er Ayden nicht zutrauen würde ihn zu stalken. Generell hatte er nichts gegen den Jungen. Er kannte ihn nicht wirklich. Bis Ayden verkündete, dass er jetzt ihm gehörte oder so etwas war er Kale nicht einmal sonderlich aufgefallen. Mittlerweile hatte er einige Geschichten über ihn gehört. Viele fanden ihn eher seltsam und redeten ziemlich schlecht über ihn. Wenn Ayden dabei war und die anderen so über ihn sprachen sagte Kale einfach nichts dazu. Er reagierte nicht einmal darauf. So als hätte er nichts davon gehört. Schlecht über jemanden zu reden, wenn diese Person auch noch dabei saß war nicht nur unhöflich sondern auch demütigend. Ayden sollte nicht das Gefühl haben als würde Kale zu den Leuten gehören den diese Gerüchte interessierten. Wenn er alleine war sagte er auch hin und wieder etwas dazu. Es gefiel ihm nicht, dass sie so über ihn sprachen aber er musste nicht mitkriegen, dass er ihn verteidigte. Ayden würde das nur falsch verstehen und der Junge war so schon anstrengend genug.
Wie gesagt wunderte es ihn nicht ihn hier zu treffen. Ayden hatte auch kurz versucht sich an ihn zu hängen aber irgendwie hatte Kale es erstmal geschafft ihn los zu werden. Eine Zeit lang hatte er an der Bar gesessen und etwas getrunken, sich dabei mit Simon unterhalten. Ja bis zu diesem Zeitpunkt war der Abend eigentlich ganz unterhaltsam gewesen. Nicht so wie er es sich vorgestellt hatte aber auch nicht so schlimm wie er wenig später noch geworden ist. Niemals hätte Kale damit gerechnet ihm hier zu begegnen. Niemals hätte er damit gerechnet, dass Hal plötzlich hier auftauchte. Vor einigen Wochen noch haben sie sich gesehen und sind nicht gerade fröhlich auseinander gegangen. Noch vor einigen Wochen hätte Kale fast alles dafür gegeben, dass Hal mit ihm nach Ashvale käme. Noch vor einigen Wochen hätte er sich unglaublich gefreut, wenn der Junge plötzlich hier aufgetaucht wäre. Aber er hatte damit abgeschlossen. Hal hatte ihm deutlich gezeigt, dass sie nicht mehr zusammen gehörten und Kale hatte sich damit abgefunden. Egal wie schwer es auch war hatte er versucht Hal und alles was er für ihn empfand aus seinem Leben zu streichen. Und jetzt gerade wo er es geschafft hatte. Jetzt als er eigentlich ziemlich zufrieden mit seinem Leben war tauchte er hier auf und zerstörte alles. Wie kam er auf die Idee, dass es in Ordnung war hier auf zu tauchen und sich in Kales Leben zu drängen. Alles was Kale in dem Moment in dem er plötzlich vor ihm stand und ihm verkündete, dass er jetzt auch hier wohnte, war Wut und Verzweiflung. Ja Hal hatte er geschafft den Jungen mit einem Satz und seiner blöden überheblichen Art  völlig aus dem Konzept zu bringen. Alles war in Ordnung. Im Grunde verlief alles so wie Kale es wollte und jetzt saß er hier und trank für seine Verhältnisse viel zu viel. In seinem Kopf drehte sich alles und langsam wurde ihm schlecht. Immer wieder tauchte dieses dämlich grinsende Gesicht vor ihm auf und alles in seinem Inneren zog sich unangenehm zusammen. Warum nur reagierte er so empfindlich auf Hal. Es sollte ihm einfach egal sein. Es sollte ihm egal sein was er tat und für wie toll er sich hielt. Aber bei dieser Vorstellung musste Kale nur über sich selber lachen. So weit war er längst noch nicht.
Seufzend kippte der Junge das letzte Glas runter bevor er aufstand und erstmal ins Schwanken geriet. Er griff nach dem Hocker, fiel dabei aber fast um und bekam gerade noch so die Theke zu fassen um nicht auf dem Boden zu landen. Ein paar Sekunden blieb er stehen und wartete bis die Welt um ihn herum auch stehen blieb. Was fiel der auch ein sich gerade jetzt so schnell zu bewegen. Anscheinend waren gerade alle gegen ihn. Kale schüttelte genervt den Kopf und ließ die Theke dann los. Er nickte Simon zu bevor er sich Richtung Ausgang begab. Wahrscheinlich hatte er Recht und es wäre besser für Kale jetzt nach Hause zu gehen. Da wollte er also jetzt hin. Den Weg nach draußen hatte er recht schnell gefunden. Ihm hatten dabei zwar einige Leute im Weg gestanden aber die hatte er zur Seite gedrückt und ihnen ziemlich unfreundlich seine Meinung über Leute verkündet die nur im Weg rumstanden. Draußen schlug ihm die kalte Nachtluft entgegen. Wie tausend kleine, spitze Steinchen direkt in sein Gesicht. Genervt stieß Kale Luft aus und sah sich auf der Straße um. Er war sich nicht sicher ob er hier schon einmal gewesen ist. Dass Robert ihn ansprach und ihm sagte, dass er seine Jacke drinnen vergessen hatte bekam er überhaupt nicht mit. Jedenfalls fühlte er sich nicht angesprochen. Er kannte den Mann ja überhaupt nicht. Skeptisch musterte er ihn und verzog dann leicht das Gesicht bevor er sich in Bewegung setzte. Er hatte keine Ahnung wo er hinlief. Er wusste wo er hin wollte. Aber wie sollte er sich in einer fremden Stadt zu recht finden? Nach einer Weile seufzte er. Immer noch drehte sich alles aber die frische Luft sorgte dafür, dass seine Laune sich ein wenig hob. Irgendwann hatte er seinen Spaß daran gefunden am Straßenrand zu balancieren. Auch wenn er immer wieder daneben trat und auf der Straße landete. Einige Autos die vorbei fuhren hupten ihn an. Eine Frechheit war das. Sollten sie halt eine andere Straße entlang fahren, wenn Kale sie so sehr störte. Mittlerweile hatte der Junge sämtliche Orientierung verloren aber mittlerweile war ihm das auch ziemlich egal.


Zuletzt von Kale Moon am Sa Apr 08, 2017 2:46 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Please earth, just stop moving // 15.03.2010, 0.25 Uhr

Beitrag von Ayden Knight am Di März 21, 2017 11:21 pm

Ayden war auf der Suche nach seiner Schwester. Das und nichts anderes war der Grund, warum er heute aus dem Haus gegangen war. Sie hatte es vielleicht vergessen, er selbst aber nicht. Morgen war für Tain ein wichtiger Tag und wenn sie wieder nüchtern war dann würde sie es bereuen wenn sie ihn verpassen würde. Deswegen suchte er sie. Sie würde ihre Prüfungen ganz bestimmt nicht verpassen wollen. Dafür war es viel zu wichtig. Aber Ayden wusste, dass sie Momentan wahrscheinlich in einem Sumpf aus Drogen und Alkohol verschwunden war. Ähnlich wie er selbst, nur sehr viel schlimmer. Ayden hasste es. Diese ganze Sache, aber verhindern konnte er sie nicht, Nein, dafür steckte er inzwischen viel zu weit drin. Was er dran allerdings am allerschlimmsten fand war weder das er selbst Drogen nahm, noch das Tain welche nahm. Nein, nicht mal sein Wissen, dass Kas sauer auf sie wäre, wenn er es wüsste, wenn er sie irgendwie sehen könnte war das schlimmste.
Das Schlimmste war, dass er obwohl er Drogen genommen hatte noch so viel Platz in seinen Gedanken hatte. Das er klar denken konnte und sich nicht in einer Welt aus Farben und Lichtern verlor. Natürlich lag das daran, dass er in letzter Zeit Drogen nahm, die ihn eben nicht in solch einen Zustand versetzten, sondern eher in einen der ihn in eine Tiefe Ruhe versetzte. Das hatte auch seinen Grund. In letzter Zeit gab es etwas, dass er nicht verpassen wollte und er wusste nie, wann er diesem Jemand über den Weg lief. Also musste er immer bereit sein, denn er wollte nicht auch nur einen Moment verpassen in dem er Kale sehen konnte. Denn wenn er den Jungen sah, dann konnte er frei atmen. In den Moment in denen Kale auf der Bühne seines Lebens auftauchte war Aydens Schmerz fast verschwunden. So hatte er sich bis jetzt nur in Kas Nähe gefühlt und er wollte es nicht wieder verlieren. Deswegen ging er dem wunderschönen Jungen auch weiter auf die Nerven, obwohl er ganz genau wusste, dass dieser davon nicht im Mindesten begeistert war. Doch wie sollte sich Ayden dagegen wehren? Kale war zu Aydens wichtigster Droge geworden. Denn er brachte ihn tatsächlich dazu etwas zu fühlen und nicht… nun ja nichts zu empfinden. Das hatten andere künstliche Substanzen nie erreichen können. Ja, durch Kale war Ayden einem Entzug näher als jemals zuvor in seinem Leben. Doch es war schwer. So schwer. Manchmal war der Schmerz, das Verlangen nach diesen gefährlichen Chemikalien so übermächtig, dass er schummeln musste. Dann griff er auf schwache Drogen zurück, die seinen Geist beruhigten.
Doch diese Ruhe vernebelte ihn auch. Sie sorgte dafür, dass er sich eben kaum Sorgen machte, obwohl er wusste, wo seine Schwester gerade war und was sie in Begriff war zu tun. Ayden blieb kurz vor dem Club stehen und so etwas wie ein kurzer Stich Mitleid überkam ihn. Dann betrat er diese andere Welt voller zuckender Leiber, die sich in mehr oder minder harmonischem Einklang mit der Musik bewegten. Seung versuchte wirklich sein besten Drogen und ähnlichen Scheiß aus seinem Club heraus zu halten und weitestgehend klappte es auch. Doch immer wieder schlichen sich neue Löcher in die Mauer und solche Leute schafften es rein. Sie blieben nicht lange, blieben lange weg, aber ab und an tauchten sie eben doch noch einmal auf. Und heute war das auch der Fall und kaum, dass sie hier waren wusste auch Tain Bescheid. Generell war sie immer noch viel zu gut über diese ganze Szene informiert. Doch es hatte auch seine praktischen Seiten. Ayden schüttelte sich kurz in Erinnerungen an die Schmerzen  die die Abstinenz von bestimmten Mitteln bei ihm auslösten. Beinahe verlor er sich in diesen Gedanken, doch dann tauchte sein Heilmittel auf. Vielleicht war das ebenfalls ein Grund, weshalb Ayden so an Kale hing. Er tauchte immer dann auf, wenn Ayden die Luft zum Atmen fehlte, wenn er eine Ablenkung am allermeisten brauchte. Automatisch trugen seine Füße ihn zu Kale. Es war alles so viel einfacher, so viel angenehmer wenn er bei ihm war. Also blieb er eine Weile. Doch dann ließ er sich abwimmeln. Der Effekt seiner Drogen nahm so langsam ab und er erinnerte sich wieder an den Grund, aus dem er sich hier durch die Menschen zwängte obwohl ihn deren Schweiß und Verhalten anekelte. Es war so ein wichtiger Grund. Es ging ihm ein bisschen besser und er wollte seine Schwester so gerne in diese etwas klarere Welt mitnehmen. Das Einzige, was sie manchmal noch dazu bringen konnte, war ihr Studium. Also löste er sich schweren Herzens von dem einzigen was seinem Leben Sinn gab und folgte dem Schatten den er gesehen hatte und der ihr so ähnlich sah.

Ayden sollte Recht behalten. Die Silhouette stellte sich als seine Schwester heraus und Ayden versuchte alles damit sie mit ihm nach Hause kam. Er wusste dass Tain die steril eingerichtete, weiße Wohnung nicht wirklich als ihr zuhause betrachtete, aber sonst kam ja nichts auch nur annähernd daran heran. Vorsichtig um ihr nicht weh zu tun, zog er sie von diesem Typ weg. In dem Moment wurde ihm klar, dass sie heute nicht nur wehgegangen war um sich eine Dröhnung zu gönnen, sondern auch um zu arbeiten. Am liebsten hätte er sie jetzt nach Hause gezwungen, aber das konnte er nicht. Sie machte all dies freiwillig, nicht weil sie irgendjemand dazu zwang. Es widerte Ayden noch mehr an, als diese ganze Drogensache. Er verstand es einfach nicht. Vor allem weil sie sich als Kunden stets so widerliche Arschlöcher aussuchte. Wären sie wenigstens in Ordnung gewesen. Es gab genug anständige Menschen die sich Nutten suchten, aber sie ging nicht zu eben diesen. Sie lies sich nicht von diesen kaufen und sie hatte ihm nie erklärt wieso. Auch wenn er ihr immer wieder klar zu machen versuchte, dass sie das nicht Wert war. Dass sie so viel besser war als das, was sie sich antat. Es nutzte nie was. Ayden konnte so viel auf sie Einreden wie er wollte. Er konnte sie bitten, er konnte überzeugende Argumente anbringen, er konnte sauer auf sie werden, er konnte sie anflehen. Nichts davon half. Sie hörte nicht auf ihn. Niemals. Er war nicht Kas. Auf Kas hatte sie immer gehört. Alles war schlimmer geworden, seit Ayden zu schlecht gewesen war um ihn zu retten. Er hatte alles zerstört. Es war seine ganz eigene Schuld. Für einen kurzen Moment überwältigte ihn dieser unglaubliche Schmerz als er an seinen Bruder dachte und Tain nutzte ihn um sich den Typen zu schnappen und zu verschwinden. Doch Ayden konnte das nicht zulassen. Dass er an Kas denken musste machte ihn auch ein bisschen stärker. Er wollte nicht das seine Schwester etwas tat von dem Kas enttäuscht gewesen wäre. Deswegen lief er ihr hinterher und versuchte weiter sie aufzuhalten. Er erinnerte sie noch einmal an ihre Prüfungen, sie waren inzwischen draußen auf der Straße, sie halb im Auto, doch jetzt stockte sie. Irgendetwas spielte sich in ihrem Gesicht ab, das Ayden nicht deuten konnte und er nutzte die Chance. „Komm einfach mit und ich bring dich morgen dahin. Und danach sehen wir einen Film und ich koche für dich. Du wolltest doch vor ein paar Tagen unbedingt dieses Risotto essen. Ich koch es für dich, Tain.“ Doch es half nichts. Wenn Ayden nur wüsste, dass er eben viel zu sehr war wie Kas. Das jeder Blick von ihm seine Schwester an ihre verlorene Liebe erinnerte. Dann würde er sich vielleicht anders benehmen. Aber das wollte sie nicht. Sie wollte das Ayden so blieb auch wenn es ihr so sehr weh tat ihn zu sehen. Deswegen schüttelte sie den Kopf und ging. Sie würde da morgen hingehen. Davon hatte  Ayden sie überzeugt. Aber sie konnte nicht bleiben, denn wenn sie blieb müsste sie ihn sagen, an wen er sie erinnerte und sie wusste das Ayden besser werden würde als sie, wenn er sich weiter ähnlich entwickelte wie Kas. Denn Ayden brachte dazu noch seien Intelligenz und seine Erfahrungen, die dafür sorgen würden, dass er einen besseren Weg einschlagen würde als ihr Bruder.

Ayden sah seiner Schwester hinterher als sie mit dem Auto davon fuhr und aus irgendeinem Grund entrag sich ihm ein Aufschrei. Warum klappte nie etwas so wie er wollte? Warum bekam er nichts richtig hin? Der Junge fühlte sich elend und hilflos. Er wusste nicht was er tun sollte und dachte sich, dass Alkohol ihm vielleicht helfen würde. Gerade noch rechtzeitig drehte er sich um, um zu sehen wie Robert mit Kale sprach und der Junge ihn nur skeptisch musterte und davon ging. Der große Asiate hatte nicht gemerkt wie viel Zeit vergangen war. Anscheinend genug, dass der Junge sich in seiner Abwesenheit bis zu Besinnungslosigkeit betrinken konnte. Ayden hatte mitbekommen, dass Kale seine Jacke vergessen hatte. Kurz sah er seinem Klassenkameraden hinterher um sicher zu gehen in welche Richtung er ging, dann beeilte er sich in den Club zu kommen, Kales Jacke zu holen und ihm dann hinterher zu gehen. Doch in der dummen Zeit die er gebraucht hatte sich durchzuschlagen, zu warten bis er die Jacke bekam, weil er die Frau in der Garderobe überzeugen musste, dass er nichts klauen wollte, hatte er Kale aus den Augen verloren. Flüchtige Panik machte sich in ihm breit, schnürte ihm die Kehle zu und legte sich wie eine Presse um sein Herz. Er war in die Richtung gegangen in die Kale gegangen war, er war gerannt, doch dann kam eine Kreuzung und er wusste nicht wo er hingehen sollte. Er sah ihn nicht. Doch im nächsten Moment hörte er eine laute Hupe und ein Keuchen entrang sich seiner Kehle. Das konnte nicht sein. Würde er an Gott glaube, hätte er ein Stoßgebet losgeschickt. Doch jetzt rannte er ohne ein solches in die Richtung aus der dieser Laut gekommen war. In diesem Moment war er unglaublich froh, dass er so viel Sport machte. Vor allem das er so viel Sport machte der nur aus Rennen bestand. Er konnte sich auf seine Leistung verlassen, er würde nicht stolpern oder sonstiges. Ein paar Sekunden später war er dort angekommen wo Kale auf der Straße lief. So wie er die Arme ausgebreitet hatte dachte er wahrscheinlich, dass er auf dem Gehweg lief, oder er war gerade davon abgekommen. Was auch immer, es war Ayden egal. Kurz bevor ein Auto den Jungen erfassen konnte, packte Ayden ihn am Arm und zog ihn auf die Straße. Kales Schultern waren eiskalt als Ayden sie umfasste und den Jungen leicht schüttelte. „Bist du verrückt?“ Ayden schrie die Person an ohne die er nicht leben konnte. Noch nie in seinem Leben war er so wütend gewesen. „Willst du dich umbringen?“ Er hatte in diesem kurzen Augenblick so furchtbare Angst gehabt. Pure Panik hatte dafür gesorgt, dass er den Jungen angeschrien hatte. Jetzt standen ihm die Tränen in die Augen. Tränen aus Schock, Panik, Angst und Schmerz von der Vorstellung er könnte Kale verlieren. „Was tust du denn? …Dir darf doch nichts passieren.“
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Re: Please earth, just stop moving // 15.03.2010, 0.25 Uhr

Beitrag von Kale Moon am Fr März 24, 2017 7:25 pm

Kale fühlte wie er von etwas weg gezogen wurde. Dass ihn wirklich eine Person von der Straße zog realisierte er erst kurze Zeit später. Im ersten Moment drehte sich durch die schnell Bewegung nur alles in seinem Kopf. Und auch sein Magen so hatte er das Gefühl drehte sich einmal um sich selber. Kein angenehmes Gefühl. Kurz verzog der Junge das Gesicht. Für diese kurzen Sekunden wusste er, dass er die Aktion von heute Abend noch bereuen würde. Spätestens morgen früh würden sich sein Kopf und sein Magen sicher noch richtig bei ihm bedanken. Jetzt allerdings war alles recht schnell wieder verflogen. Außerdem wurde er ziemlich unangenehm aus seinen Gedanken gerissen. Jemand hielt ihn an seinen Schultern, schüttelte ihn sogar leicht und schrie ihn an. Erst jetzt realisierte Kale, dass er nicht mehr alleine war. Warum der Junge ihn aber so anschrie verstand er nicht. Kale hatte nicht gemerkt, dass er beinahe von einem Auto überfahren wurde und er ihm somit wahrscheinlich das Leben gerettet hatte. Er verstand nicht wovon der andere sprach. Warum sollte Kale sich umbringen wollen. Und warum durfte ihm nichts passieren. Er war doch nur auf dem Heimweg, wie sollte ihm da etwas passieren. Manchmal verstand er ihn einfach nicht. Trotzdem grinste er ihn breit an als er ihn jetzt endlich ansah und seine Hände auf seine Arme legte. „Ayden! Bist du mir schon wieder hinterher gelaufen?“ Erst jetzt sah er den Jungen bewusst an und stockte. Das Grinsen entglitt aus seinem Gesicht als er die Tränen in Aydens Augen wahrnahm. Verwirrt zog er die Augenbrauen zusammen, weil er nicht verstand warum er so verzweifelt aussah. Kale versuchte seine Gedanken zu ordnen. Es war ziemlich schwierig, weil sein Kopf sich noch immer ziemlich benebelt anfühlte und er die letzten Minuten immer noch nicht ganz verstand. Kale weiß nicht, was er gemacht hatte aber es musste nicht gut gewesen sein. So wie Ayden sich aufgeregt hatte und so verzweifelt wie er jetzt aussah. Kurz glitt Kales Blick nach unten und fiel auf den Gehwegrand. Sie standen neben der Straße. Wenigstens war Kale auch noch betrunken recht gut darin eins und eins zusammen zu zählen. Ein leises Seufzen entkam ihm und er hob seinen Blick wieder an um Ayden beruhigend anzulächeln. „Mir darf also nichts passieren, mh?“ Der Junge hob eine Hand und legte sie kurz, leicht auf Aydens Haare. „Keine Angst. Mir wird doch nichts passieren. Schließlich bist du fast immer in meiner Nähe um auf mich aufzupassen.“ Es sollte kein Vorwurf sein. Kale hoffte, dass er es auch richtig betonte, damit Ayden ihn auch nicht falsch verstand. Vielleicht war er nicht immer ganz begeistert von seiner Aufdringlichkeit. Aber im Grunde hielt Ayden sich selbst in seiner Aufdringlichkeit zurück. Er war zwar ständig da und heftete sich an Kale aber er bedrängte ihn nicht. Er kam ihm nie zu nahe und Kale behauptete einfach mal, dass Ayden dies tat, weil er wusste, dass es Kale unangenehm wäre. Ja das war etwas, dass er sehr an ihm schätzte. Aus diesem Grund ließ er das alles auch mehr oder weniger über sich ergehen. Irgendwann würde Ayden schon das Interesse verlieren. Jemanden finden der ihn erwiderte und ihm das gab was er brauchte. Aber wie gesagt war Kale ihm nicht böse. Und jetzt gerade in diesem Moment war er einfach dankbar, dass er ihm geholfen hat. „Ich halte dich übrigens nicht für einen Freak. Hör einfach nie auf die anderen, okay?“ Kale lächelte den Jungen noch einmal an. Er hatte es immer gehasst, wenn die Leute so über ihn sprachen. Er hatte es auch bei Hal imme gehasst. Sie hatten es beide nicht verdient. Sie waren beide keineswegs Freaks. Er nahm die Hand wieder weg und auch die andere, welche noch auf Aydens Arm gelegen hatte fiel jetzt an seiner Seite hinunter. Plötzlich fühlte Kale sich ziemlich fertig und müde. Er spürte wie Kälte seine Knochen entlang glitt und er innerhalb von einigen Sekunden am ganzen Körper fror. Kurz versuchte er die Müdigkeit weg zu blinzeln. Es brachte absolut gar nichts. Ein weiter Seufzer entkam ihm. Er hätte nicht damit gerechnet, dass er alles so schnell noch bereuen würde. Er hatte in diesem Moment keine Ahnung warum er sich das angetan hatte. Halstead hin oder her. Es nervte ihn einfach gewaltig wie sehr er sich von ihm beeinflussen lies. Er wollte das ja nicht einmal aber hatte auch nichts dagegen machen können. Und jetzt stand er hier. Alles um ihn herum war viel zu laut obwohl es mitten in der Nacht war, ihm war zu kalt und er hatte keine Ahnung wie er nach Hause kommen sollte. Noch dazu hatte er sich fast von einem Auto überfahren lassen. Dass alles für diesen Idioten. Kale hasste sich selber in diesem Moment so sehr. Kurz fuhr er sich mit der Hand durch das Gesicht und stöhnte leicht gequält. Ihm ging es so beschissen wie schon lange nicht mehr und er wollte einfach nur weg. Irgendwohin wo es ihm besser ging. Er wollte Ruhe und Wärme und ein Bett. Ja vor allem wollte Kale ein Bett und sich vor allem verkriechen. Bei dem Gedanken an einen solchen Ort wurde der Junge nur noch müder. Er fühlte seine Beine langsam nicht mehr und hatte das Gefühl sein Körper würde gerade einfach verschwinden. Sein Körper tauchte längst ab in einen erholsamen, verdienten Schlaf. Automatisch ließ er sich nach vorn fallen und hielt sich an Ayden fest. Sein Kopf wurde viel zu schwer und sackte immer wieder leicht nach vorne. Kurz riss er leicht die Augen auf in dem Versuch wieder wach zu werden, doch als er Ayden ansah waren sie schon wieder winzig. „Bist du nicht auch furchtbar müde? Ich bin furchtbar müde. Und mir ist furchtbar kalt.“ Kale klammerte sich etwas fester an Ayden um nicht umzufallen. Langsam wurde um ihn herum alles sehr verschwommen. Seine Kraft war verschwunden. Er wollte einfach nur noch weg.
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Re: Please earth, just stop moving // 15.03.2010, 0.25 Uhr

Beitrag von Ayden Knight am So März 26, 2017 4:24 pm

Die Panik und die Angst wollten einfach nicht von Ayden abfallen. Seine Kehle war zugeschnürt und er hatte das Gefühl kaum Luft zu bekommen. Seine Hände zitterten an Kales Armen und er weinte immer noch. Vielleicht war es ja nicht nur der Alkohol gewesen, der Kale dazu verleitet hatte auf der Straße zu laufen. Vielleicht war es ja noch etwas anderes gewesen. Diese Gedanken machten Ayden furchtbare Angst und er wollte nicht, dass so etwas vielleicht real war. Kale sollte sich nicht umbringen wollen. Natürlich war es wirklich nur der Alkohol gewesen, aber das wusste Ayden eben nicht. Deswegen gingen diese Ängste auch nicht weg. Deswegen antwortete er dem Jungen auch nicht. Ja, er war ihm hinterher gelaufen aber tatsächlich nur um ihm seine Jacke zu bringen. Gut, er hatte auch gehofft, dass er eine Weile bei ihm bleiben konnte. Damit er das vergaß, was gerade mit seiner Schwester passiert war. Zwar hatte das geklappt, aber so hatte er es sich wirklich nicht erhofft.
Erst als Kale seine Hand auf Aydens Haare legte, kam er aus seiner Schockstarre heraus. Sofort änderte sich sein Blick und er sah den Jungen leicht verwundert und forschend an. Kale hatte nie solche Nähe gezeigt. Zumindest nicht was Ayden betraf. Und Kales Hand auf seinem Haar fühlte sich schön an. Es war beruhigend und angenehm. Von einem Moment auf den anderen vergaß er alles andere und lächelte Kale nun ebenfalls an. Er hatte Recht. Ayden war fast immer da um auf ihn aufzupassen. Es war ihm nie klar gewesen, dass er das tatsächlich auch des Öfteren getan hatte. Auf ihn aufzupassen. Jetzt hoffte Ayden einfach nur, dass dieses fast auch reichen würde.
„Was?“ Auf einmal war Ayden wieder verwirrt, denn er wusste nicht was sein Schulkamerad meinte. Ja, meistens blendete er die Leute um sich herum aus und nahm nicht einmal auf was sie sagten. Daher war es nur sehr selten vorgekommen, dass er die Leute über einen Freak hatte reden hören. Er war auch nie auf die Idee gekommen, dass es dabei um ihn selbst ging, deswegen wusste er auch nicht wovon Kale da sprach. Es verwirrte ihn einfach, aber er wollte wissen, worum es hier ging. Allerdings kam er nicht wirklich dazu nachzufragen, denn im nächsten Moment nahm Kale seine Hand, besser seine Hände, wieder von Aydens Körper und alles an ihm änderte sich. Die komplette Haltung des Jungen war auf einmal anders und er sah aus, als ob ihm irgendetwas wehtat. Besorgt und irritiert zugleich beugte sich Ayden ein wenig vor, seine Hände unschlüssig erhoben. Kale sah aus als ob er gleich umkippen würde. Kurz schoss Ayden der Gedanke durch den Kopf, dass der Andere Alkohol anscheinend wirklich nicht gut vertrug. Zumindest hoffte er, dass es nur der Alkohol war.
Als Kale plötzlich an ihn kippte, hielt Ayden ihn automatisch fest und ein wenig aufrecht. Jetzt beugte er sich noch weiter vor um den Jungen besser zu verstehen, da er sehr leise nuschelte. Wenigstens verstand er jetzt, weshalb der Junge auf einmal so seltsam war. Wenn er müde war, war das Verhalten seines Körpers kein Wunder und das ihm kalt war, war auch sehr verständlich.
„Ich hab deine Jacke hier…“ Ayden starrte auf die Hände, die sich an ihm klammerten, bis seine eigenen Worte zu ihm durchdrangen. Irgendwie gelang es ihm, sich nach der Jacke zu bücken, die er vorhin hatte fallen lassen um den Jungen von der Straße zu helfen, und Kale gleichzeitig festzuhalten. Dann half er ihm in die Jacke, was eigentlich ein übertriebener begriff war. Er zog ihn eher als das er ihm dabei half sich anzuziehen. Dann hielt er den Jungen wieder fest, der schon so gut wie weg war. „Ich bring dich jetzt in ein Bett okay? Dann kannst du schlafen.“ Irgendwie brachte er es zustande, dass er Kale huckepack nahm und stand dann auf. „Halt dich fest, ja?“ Ayden befürchtete ein wenig, dass der Junge sich nicht richtig würde festhalten können, weswegen er mit der Hand, die ihn nicht auf seinem Rücken hielt, seine Arme nahm und enger um seine Hals zog.
Ein leises Seufzen kam über Aydens Lippen. Er wusste, dass er nicht in die Schule reinkommen würde. Zumindest nicht um diese Uhrzeit. Außerdem wäre es so weit weg und er wusste nicht einmal ob Kale dort wohnte. Nach Hause war er dem Jungen nie gefolgt. Seine eigene Wohnung wäre viel näher dran. Und genau da wusste Ayden wo er den Jungen hinbringen würde. Im ersten Moment widerstrebte es ihm, Kale zu sich nach Hause zu bringen. Nicht wegen etwaiger falscher Gedanken, die der Andere deswegen vielleicht haben würde. Er hatte einfach Angst, den Jungen in seine Wohnung zu lassen. Sie war seine Sicherheit, niemand war dort jemals gewesen. Doch als er den Jungen auf seinem Rücken höher schob, wusste er dass er nicht wirklich eine andere Wahl hatte. Seine Füße hatten unbewusst auch schon lange den Weg zu seiner Wohnung eingeschlagen.

Vorsichtig legte Ayden den Jungen in sein Bett. Kale war schon lange eingeschlafen. Noch bevor sie Aydens Wohnung erreicht hatten, war Kale auf seinem Rücken immer schwerer geworden. Immer noch vorsichtig, damit er den Jungen nicht weckte, zog Ayden ihm die Schuhe aus, stellte sie neben das Bett und zog ihm dann die Decke über den Körper. Eigentlich hätte er ihm die Jacke auch noch ausziehen sollen, aber er machte das Mal lieber nicht. Es wäre sicherlich besser für den schönen Jungen, wenn er jetzt in Ruhe schlafen können würde. Ayden ging aus dem Zimmer, kam aber noch einmal wieder und stellte dem Jungen ein Glas und eine Flasche Wasser auf den Beistelltisch. Aus irgendeinem Grund setzte er sich vorsichtig neben den Jungen und sah ihn eine Weile an. Vielleicht war das nicht Kales Wahl gewesen, aber Ayden war froh, dass sie einander begegnet waren. Dass merkte er immer wieder, wenn er den Jungen ansah. Langsam beugte er sich vor um den Jungen dann sanft Haare aus dem Gesicht zu streichen. Für eine Weile verharrte Aydens Hand an Kales Haaren, bevor er sich zurück zog, aufstand und aus dem Zimmer ging. Es wäre Kale bestimmt nicht angenehm, wenn er mit Ayden neben sich im Bett aufwachen würde. Außerdem war er noch viel zu wach um jetzt schlafen zu gehen. Er würde noch für eine paar Minuten an seinem Modelkarusel arbeiten und dann auf dem Sessel in seinem Spielzimmer schlafen.
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Re: Please earth, just stop moving // 15.03.2010, 0.25 Uhr

Beitrag von Kale Moon am Mo März 27, 2017 6:31 pm

Kale erinnerte sich noch daran wie die Welt um ihn herum immer dunkler wurde. Langsam verschwand Aydens Gesicht vor seinen Augen. Er sah ihn noch wie er mit ihm sprach. Hörte ganz leise seine Worte und nickte lächelnd. Er war wirklich froh, dass der Junge da war um ihm zu helfen. Er merkte wie er ihm die Jacke anzog, wie ihm langsam wärmer wurde. Aber auch, weil er jetzt irgendwie auf seinem Rücken gelandet war und die Wärme des anderen fühlte. Eigentlich hatte er ja nichts gegen Ayden. Er war wirklich nett. Dass er ihm jetzt half war wirklich nett. Kale legte seinen Kopf auf der Schulter des Größeren ab und klammerte sich so gut es ging an ihn. Die Welt drehte sich weiter, aber irgendwie war das jetzt kein so großes Problem mehr. Er hatte ja Ayden der auf ihn aufpasste. Irgendwann verlor sich alles in Dunkelheit. Die Müdigkeit hatte ihn jetzt endlich vollkommen überwältigt und so schlief Kale auf dem Rücken des anderen ein ohne es zu merken.
Die Dunkelheit wurde vertrieben durch ein helles, blendendes Licht. Kale öffnete die Augen und sah nichts als Weiß. Alles war weiß und kalt. Eine unendliche weiße Landschaft erstreckte sich vor seinem Blick. Es schnürte Kale die Kehle zu. Er wusste nicht wo er war und er wusste nicht wo er hin sollte. Die Kälte drang immer weiter in seine Knochen und sein Körper fing an zu zittern. Er würde laufen müssen sonst würde er erfrieren. Mit all seiner Kraft die er aufbringen konnte stand er auf. Die Luft lag schwer auf ihm und drückte ihn immer wieder nach unten. Irgendwann hatte er es geschafft aufzustehen. Seine Füße begannen ihn in eine Richtung zu tragen. Er folgte einem Weg den er nicht kannte und von dem er nicht wusste wo er ihn hinführen würde. Unter ihm knirschte der Schnee. Nach einer gefühlten Ewigkeit drehte er sich um. Er hatte nicht das Gefühl weiter zu kommen. Entsetzt fiel sein Blick auf den Boden. Auf seine roten Fußspuren. Blutrot zeigten sie ihm den Weg den er bis jetzt gegangen war. Sein Körper zitterte wieder. Diesmal nicht vor Kälte sondern vor Anspannung und Angst. Das Blut aus seinen Fußspuren setzte sich in Bewegung. Langsam floss es auf ihn zu. Blutige Hände gruben sich aus dem Boden und versuchten nach ihm zu greifen. Kale rannte los. Rannte dem Blut und den Händen davon. Der Wind wurde immer stärkte, kämpfte gegen ihn an, versuchte ihn aufzuhalten und machte es irgendwann unmöglich weiter zu laufen. Der Wind spielte eine Melodie. Eine dieser alten Spielkastenmelodien wie man sie von alten Jahrmärkten kannte. Sie wurde immer lauter und dröhnte in seinen Ohren. Eine Hand schloss sich um seinen Knöchel und brachte ihn mit einem Fall endgültig zum Stoppen.
Kale schreckte nach oben. Sein Atem war schwer und eine Weile nahm er nichts anderes wahr. Er hatte geträumt. In letzter Zeit hatte er solche Träume ständig. Seit dem Ereignis vor einigen Wochen schlief er nicht mehr sehr gut. An den wenigen Schlaf hatte er sich eigentlich gewöhnt. Es waren diese Träume die ihn störten. Sie zerrten langsam an seinen Nerven und sorgten dafür, dass er sich immer häufiger nicht konzentrieren konnte. Seufzend fuhr der Junge sich durch die Haare. Sein Blick fiel auf die weiße Decke unter der er saß und etwas verwirrt zog er die Augenbrauen zusammen. Erst jetzt sah er sich in dem Raum um in dem er saß und für einen kurzen Moment blieb ihm wieder die Luft weg. Er träumte nicht mehr. Es fühlte sich anders an zu träumen. Irgendwann hatte er sich beruhigt und sah sich genauer in dem Raum um. Er hatte keine Ahnung wo er war oder wie er hier her gekommen war. Alles um ihn herum war weiß. Er konnte nicht einen einzigen Flecken Farbe finden außer eben sich selber. Sein Blick glitt kurz an ihm runter. Er hatte seine Jacke an. Kale kramte in seinem Kopf nach den letzten Stunden. Er erinnerte sich an Hal…und an Ayden. Er war ihm hinterher gelaufen und er hatte ihm doch gesagt er würde ihn in ein Bett bringen. Der Junge hob seinen Blick wieder. Ob Ayden hier wohnte? Er war sich ziemlich sicher, dass er zuletzt bei Ayden gewesen ist. Aber was wenn nicht. Er hatte keine Ahnung wo er war, und wer hier noch war. Kurz musterte er das Bett in dem er wohl geschlafen hatte. Er war alleine hier. Eine Weile blieb er einfach sitzen. Er wusste nicht so recht wie er jetzt weiter machen sollte. Er musste lächerlich gewesen sein. Seufzend strich er sich die Haare aus dem Gesicht und stand auf. Er zog seine Jacke aus und legte sie auf das Bett. Ihm war plötzlich furchtbar heiß. Langsam ging er zu der Tür und vorsichtig ins nächste Zimmer. Stockend blieb er in der Tür stehen. Dieser Raum war ebenfalls…vollkommen weiß. Langsam war sich Kale nicht mehr sicher ob er wirklich wach war. Das konnte nicht wirklich eine Wohnung sein. Wer richtete sich…einfach weiß ein. Irgendwie fand er es ein wenig unangenehm. Es war nicht gerade eine Umgebung zum wohl fühlen fand er. Es war fast unheimlich… . Kale schreckte zusammen als er jetzt diese Melodie wieder hörte. Sein Blick glitt zu der Richtung aus der sie kam. Für einen kurzen Moment überlegte er was er machen sollte. Er könnte seine Jacke holen und so schnell es ging einen Ausgang finden. Aber irgendwie tat man nie das was offensichtlich schlauer war. Wie in Büchern ließ man immer seine Neugierde siegen. In diesem Fall bedeutete das der unheimlichen Melodie zu folgen. Leise schlich er durch diese Wohnung die wirklich nicht den Eindruck machte als würde hier irgendjemand wohnen. Die Töne wurden immer lauter und Kale merkte wie sein Puls immer schneller wurde. Irgendwann blieb er vor einer Tür stehen. Er war sich sicher, dass das was diese Melodie hervorbrachte hinter dieser Tür war. Langsam öffnete er die Tür und war ziemlich erstaunt über das was er dahinter sah. Es war quasi das genaue Gegenteil von den anderen Räumen in dieser Wohnung. Alles war bunt und auffällig. Überall stand Spielzeug. So viel Spielzeug in einem Raum hatte Kale zuletzt in einem Kaufhaus gesehen. Verwirrter als zuvor betrat er den Raum und musterte alles genau. Er musste zugeben obwohl der Raum so voll war strahlte er eine unglaubliche Ruhe aus. Kale merkte wie er direkt etwas entspannte. Nur diese Melodie machte ihn verrückt. Sie dröhnte in seinem Kopf und gab ihm das Gefühl, dass er gleich platzen würde. Er brauchte eine kurze Zeit bis er die Ursache fand und sie ausstellen konnte. Eine erholsame Ruhe legte sich über alles und Kale atmete einmal erleichtert aus. Jetzt wollte er sich genauer umgucken. Vielleicht würde er eine Antwort finden die ihm half das alles hier zu verstehen. Sein Blick glitt zu dem Raum und blieb an einem Sessel hängen. Er musterte Ayden wie er in diesem Sessel schlief. Erleichterung machte sich in ihm breit, weil er wirklich bei Ayden war. Kurz musterte er den anderen und lächelte dann leicht. Seufzend schüttelte er den Kopf und ging zurück zu dem Schlafzimmer. Er würde sich wohl allmählich damit abfinden müssen, dass Ayden noch für einige Zeit irgendein merkwürdiger Teil seines Lebens sein würde. Kale nahm sich eine Decke und ging noch einmal zurück in das Spielzeugzimmer. Vorsichtig, um ihn nicht zu wecken, deckte er Ayden zu. Wer weiß wie lange er hier schon schlief. Wenigstens eine Decke sollte er haben. Danach verließ er den Raum und schloss leise die Tür. Irgendwie hatte er das Gefühl er hätte diesen Raum nie sehen sollen. In Gedanken ging Kale einfach zurück in das Schlafzimmer und setzte sich wieder unter die Decke. Aus seiner Jackentasche zog er das Buch, welches er gestern eingesteckt hatte und begann zu lesen und zu warten. Er hätte gehen können. Aber er wollte Ayden nicht den Schock antun, dass er plötzlich verschwunden war. Außerdem konnte er sich nicht daran erinnern sich bei dem anderen schon bedankt zu haben.
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Re: Please earth, just stop moving // 15.03.2010, 0.25 Uhr

Beitrag von Ayden Knight am Do März 30, 2017 1:36 am

Ayden war, als wäre jemand in den Raum gekommen. In den Raum in seinen Gedanken, die weiß waren und an den Ränder rot wie Blut verliefen. Ihm war als wäre jemand in den Raum gekommen in dem sein Körper sich befand. Vielleicht war es seine Schwester gewesen. Vielleicht war Tain endlich nach Hause gekommen um ihn zu sich zu holen. Um ihn in den Arm zu nehmen und wieder die große Schwester zu sein, die sie all die Jahre lang gewesen war. Ayden wollte seine Arme ausstrecken und zu ihr gehen, er wollte ihr beistehen und endlich wollte er ihr gegenseitiges Versprechen wahr werden lassen. Er wollte dass für sie Beide alles besser wurde. Doch dann umfing ihn Wärme und er sank langsam zurück in seinen Geist. Er ging wieder zurück zu seinem Bruder, legte sich neben ihn und wartete, dass die Farben wieder kamen. So wie sie es immer taten, wenn er ihre Welt in seinen Träumen besuchte. Ayden badete in ihrem Leuchten, nahm jede ihrer Nuance in sich auf, erfüllte sich mit ihrem Glanz, war gleichzeitig alles und nichts. Sein Geist war getrennt von seinem Körper, die Wärme drückte auf ihn herab aber er war über ihr, unter ihr, in ihr. Er war überall. Wenn er mit seinem Bruder sprach, hörte er seine Stimme nicht. Er sah ihren weichen klang, sah die Möglichkeit Lieder zu wecken die er nie nutze, sah die rauen Ränder in denen sich Emotionen mischte die er nie richtig zu verstehen gelernt hatte und er tauchte in sie hinein. Angst, Wut, Hass, Trauer, Liebe und Erfurcht mischten sich, schnürten ihm die Luft ab, legten sich um seinen Hals, drückten zu, strangulierten ihn, zogen ihn Unterwasser, erfüllten seine Lunge mit dunkler Schmiere, umfassten sein Herz und ließen es langsamer schlagen. Eine Hand umfasste seine Gelenke, zog ihn nach oben. Sprach mit allen Farben des Lichts, erzählte ihm Geschichten über Ritter und Diebe. Über Helden und Tote. Über Bäume und Flüsse. Ayden ritt auf den Schaumkronen der See um anzukommen am Ufer des Seins. Er blickte über die weltlichen Dinge hinaus, sah in das Reigen des Universum und verlor sich der Unergründlichkeit des Seins, weil er alles so viel klarer sah, als es einem anderen Menschen jemals vergönnt war.
Stille weckte ihn. Schweißnass war sein kalter, zitternder Körper, geborgen unter der Decke seine Bettes. Kraftlos sah er sich um. Sein Kopf rollte von einer Schulter zur anderen. Er atmete und spürte keine Reigen mehr, nur Schmerz. Alles tat ihm weh. Ohne sein zu tun rutschte sein Bein auf den Boden, knallte laut in dem nun stillen Raum, hallte wieder in seinem Körper. Schmerz war alles was da war. Er war gegenwärtig laut und leise zugleich. Schmerz brachte Ayden subtil zum Brennen und er fiel vorn über um sich zu erbrechen. Er lag da. Wartete, wartete, wartete. Der Schmerz blieb, kam in Wellen, wurde leiser lauter, leiser lauter, bis er schließlich erträglich wurde. Bis er so laut wurde, dass er alles einnahm und nach mehr verlangte. Nach mehr Heilung, mehr nichts, mehr sein. Sein Körper erhob sich. Unbewusst außerhalb seiner Kontrolle. Sein Kopf schrie, er wusste er hatte irgendetwas vergessen. Er lief, lief, lief weiter, unendlich weit, bis ans Ende. Das Bad, er kam im Bad an schwitzend, schnaubend, stinkend. Seine Hand griff in den Schrank, griff nach einer Pille, griff nach seinem Anker. Ayden stopfte sich die Pille in den Mund, zog sich aus, stellte sich unter die Dusche, stellte sie an, öffnete seinen Mund, lies Wasser um die Pille fließen, sie umspielen, sie umfangen, sie fassen und schluckte. Er schluckte das Wasser, schluckte die Pille, schluckte sein Seelenheil. Kalt drückten ihm die Fließen in das Gesicht während er an der Wand gelehnt stand, sich umspülen ließ, die Kronen der See über seine Haut tanzen fühlte, fühlte wie sie sich tiefer gruben, immer weiter in seine Haut, tief bis in sein Fleisch, seine Muskeln, seine Sehnen seine Knochen. Er brannte, das Wasser brannte, er schrie und kein Ton kam an, keine Farbe. Er war stumm. Geschlagen durch sich selbst, erdrückt vom Schmerz.
Er flaute ab, der Schmerz. Aydens Geist klarte auf. Sein Körper gehorchte ihm wieder und er richtete sich auf. Er wusch sich, gründlich, auch wenn das Wasser schon längst alle Reste des Erbrochenen hatte verschwinden lassen. Ayden stellte die Dusche aus, ging in seinen Schrank, zog sich an, ging in sein Zimmer, zog seine Decke ab und brachte sie in den Waschraum um den Bezug und die Decke in die Waschmaschine zu stopfen. Er  hatte nur die Decke erwischt, nichts weiter. Er würde nicht putzen müssen. Zumindest nicht mehr als sonst. Er füllte drei Kappen Waschmittel in die Maschine, lies sie an und riss ein Fenster auf um Luft herein zu lassen. Stinkende, ach so saubere, verpestete Luft. Sie blies ihm um den Kopf, gab seinen Gedanken Raum und ließen ihn sich erinnern. Erinnern an das woran er die ganze Zeit gedacht hatte.
Kale. Kale war hier. Er wartete. Hoffentlich, vielleicht, womöglich. Er ging los, zu seinem Schlafzimmer, klopfte und trat dann ein. Sein Blick glitt zu dem Jungen, der dort saß und las. Immer noch ohne Schuhe an den Füßen, verschlafen, zerknittert, müde und verwirrt. In Ayden breitete sich Ruhe aus. Ware innere Ruhe, keine Farben, keine Schaumkronen, keine falschen Bilder. Er war angekommen, ruhig, für diesen einen Moment. Solange er ihn sehen konnte. Solange er das Licht bei sich hatte. Er lächelte den Kleineren an. Besah ihn sich, sog seinen Anblick in sich auf. „Guten Morgen.“ Er war lange nur alleine gewesen. Der Farbfleck dieses wunderschönen Menschen weckte vertraute Freude in ihm. Er hob sich vom Weiß ab, beschrieb ein Stück Papier. Ayden war höflich. Er hatte es nicht vergessen. Hatte nicht verlernt, was man ihm beigebracht hatte. Der Gedanke an Kas schmerzte nicht. Er vermischte sich angenehm mit der Ruhe und dem Glück in Aydens Körper. Mit dem Glück und der Ruhe deren Ursprung Kale war. „Hast du Hunger?“
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Re: Please earth, just stop moving // 15.03.2010, 0.25 Uhr

Beitrag von Kale Moon am Do März 30, 2017 9:33 pm

Wie immer war Kale vollkommen in die Geschichte in seinen Händen versunken. Sobald er anfing zu lesen umschlossen die Worte ihn und zogen ihn hinab in eine andere Welt. Um ihn herum änderte sich alles. Bäume und Blumen wuchsen, Tiere sprangen an ihm vorbei und der Wind wehte ihm um die Nase. Gerüche die er in seinem Leben noch nie wahrgenommen umspielten ihn. Selbst die Atmosphäre um ihn herum schien sich zu verändern. Deswegen liebte Kale seine Bücher. Sie hatten die Gabe ihn in fremde Welten zu ziehen. Wenn er in eine dieser Welten eingetaucht war konnte er alles andere um ihn herum völlig vergessen und ausblenden. Deswegen bekam er auch nicht mit, dass es an der Tür klopfte. Erst als der Junge in den Raum und in seine Welt trat tauchte Kale wieder auf und nahm ihn war. Er saß wieder in diesem merkwürdig weißen Raum und sein Blick glitt zu Ayden. Kale hatte keine Ahnung wie viel Zeit vergangen war. Er hoffte nur er hatte ihn nicht geweckt. Kurz erwiderte er sein Lächeln und klappte dann sein Buch zu um es in seine Jackentasche zu stecken. „Morgen…“ Kale musste zugeben, dass er sich ein wenig komisch vorkam. Und das lag nicht daran, dass er gar nicht wissen wollte wie er aussah. Wenn er jedenfalls so aussah wie er sich fühlte, dann konnte das nicht gut sein. Sein Körper fühlte sich wie gerädert und jetzt als er Aydens Stimme hörte merkte er, dass es in seinem Kopf ziemlich dröhnte. Er würde ganz bestimmt nie wieder so viel Alkohol trinken. Vor allem aber fühlte er sich komisch wegen Ayden. Nicht, weil er in Aydens Nähe war. Tatsächlich störte es ihn kein bisschen, dass er hier aufgewacht war. Egal wie seltsam er diese Wohnung fand. Kale hatte nur  keine Ahnung was an dem Abend noch passiert war. Warum er hier bei Ayden war zum Beispiel. Er konnte sich nur verschwommen daran erinnern, dass er in im Club und auf der Straße getroffen hatte. Aber danach war einfach alles weg. Kurz überlegte er ob er den anderen danach fragen sollte. Aber das würde für ihn selber vielleicht nur peinlich enden. Vielleicht war es manchmal besser solche Dinge im Unklaren zu lassen.  
Bei dem Gedanken an Essen drehte sich Kales Magen einmal um sich selber und sorgte dafür, dass ihm ziemlich übel würde. Nein er hatte nicht das Gefühl, dass er so schnell wieder Nahrung zu sich nehmen würde. Er schüttelte langsam den Kopf. „Nein danke.“ Seufzend fuhr er sich durch die Haare und sah Ayden an. Kurz lächelte er ihn an und hob fragend eine Augenbraue. „Aber hast du vielleicht einen Kaffee und Kopfschmerztabletten?“ Für einen Moment hatte Kale überlegt ob er gehen sollte. Er würde sich natürlich vorher bedanken aber dann wäre er gegangen. Er weiß selber nicht genau warum er sich dagegen entschieden hatte. Aber irgendwie wollte er Ayden jetzt nicht alleine lassen. Irgendwas hielt ihn davon ab. Vielleicht die Tatsache, dass er sich ziemlich sicher war, dass er ohne Aydens Hilfe gestern bestimmt ganz woanders gelandet wäre. Vielleicht fühlte er sich deswegen verpflichtet nicht direkt zu gehen. Vielleicht war es auch die Dankbarkeit die er gerade empfand. Es konnte aber auch an Ayden selber liegen. Er sah irgendwie so glücklich aus. Und Kale glaubte einfach mal es lag daran, dass er noch hier war. Wie sollte er da jetzt bitte seine Sachen packen und gehen. Jetzt gerade gefiel ihm dieser ziemlich glückliche Ayden ganz gut. Er wollte nicht der Grund sein weshalb er jetzt vielleicht wieder traurig war. Er hatte vorhin schon darüber nachgedacht. Die Wohnung hier sah nicht wirklich so aus als würde hier jemand leben. Jedenfalls nicht viele Leute. Vielleicht stimmte das Gerücht, dass Ayden hier ganz alleine war. Kale musste zugeben, dass ihn dieser Gedanke traurig machte. Einsamkeit war etwas, dass man niemandem gönnen sollte. Deswegen hatte er sich wohl entschieden zu bleiben. So machte er Ayden vielleicht noch für eine kleine Zeit weiter glücklich.
Irgendwann standen der Junge auf und streckte sich leicht. Sein ganzer Körper schmerzte und er fühlte sich schrecklich. Vor allem fühlte er sich wirklich ekelig. Der Geschmack des Alkohols hing immer noch in seinem Mund und unangenehmer Weise hatte er das Gefühl, dass er auch nicht gerade besser roch. Kurz musterte er sich selber. Wenigstens waren seine Sachen nicht dreckig. Auch wenn er sich gerade nichts mehr als frische und bequeme Sachen wünschte. Nachdem man darin geschlafen hatte war eine Jeans eben nicht mehr das Beste. Seufzend hob der Junge wieder den Blick und sah jetzt etwas unsicher Ayden an. „Ähm…dürfte ich vielleicht für kurze Zeit dein Bad benutzen?“ Die Frage war irgendwie doof. Die Frage würde immer doof sein, wenn man in einem fremden Haus war. Aber Kale wollte sich unbedingt ein wenig waschen und diesen Geschmack aus dem Mund kriegen. Wenigstens mit Wasser.
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Re: Please earth, just stop moving // 15.03.2010, 0.25 Uhr

Beitrag von Ayden Knight am Fr März 31, 2017 11:26 pm

Es fiel ihm schwer Kale nicht anzusehen. Tatsächlich war das so gut wie unmöglich. Ayden machte sich aber auch nicht die Mühe, etwas anderes zu tun. Er sah Kale schon immer gerne an und gerade jetzt fand er es furchtbar schön. Vielleicht, weil Kale  hier geschlafen hatte. Bei ihm und weil er immer noch hier war. Vielleicht weil er zum ersten Mal seit langem nicht alleine in dieser Wohnung war. Vielleicht weil Ayden so einen unschönen… Traum gehabt hatte. Vielleicht aber auch, weil Kale hier war, er ihn ansehen konnte und der Junge so wunderbar verschlafen aussah. Seine Augen waren zwar nicht mehr müde, das Lesen im Buch hatte sie geweckt, aber seine Haare standen wirr ab, was ihm furchtbar gut stand und seine Lippen waren voll und noch rot, wie seine Wangen, wie sie es nur vom Schlaf sein konnten. Es war ein wirklich schöner Anblick und wenn Kale nichts gesagt hätte, dann hätte er ihn einfach weiter angesehen. Jetzt aber sah er ihn nicht nur an, sondern blickte ihm in die Augen und lächelte zufrieden. „Klar, kann ich dir beides machen.“ Aydens Gesicht verzog sich zu einem leicht belustigtem Grinsen. „Kaffee wirst du hier immer finden.“ Und er konnte immer vorbeikommen wenn er welchen brauchen würde. Kopfschmerztabletten gab es hier auch genug. Und andere Tabletten. Sie vertrieben auch die Kopfschmerzen, aber die würde er Kale nicht geben. Nein, niemals würde er diese ihm reichen. Nicht einmal dann, wenn der Junge ihn darum bitten würde. Auch wenn er sich ziemlich sicher war das er sonst keine einzige Bitte von Kale jemals abschlagen würde. Nicht einmal, wenn er ihn bitten würde für immer aus seinem Leben zu verschwinden. Aber das hatte er bis jetzt noch nicht gemacht. Vielleicht würde es auch gar nie mehr tun. Momentan hatte Ayden das wunderschöne Gefühl, dass Kale vielleicht gar nicht mehr so abgeneigt war Zeit mit ihm zu verbringen.
Aydens Blick blitzte zu dem kleinen Stück nackter Haut, dass sich unter Kales T-Shirt zeigte, als der Junge sich streckte, aber sofort sah er ihm wieder ins Gesicht. Er wusste, dass man nicht gaffte oder zumindest nicht zu gaffen hatten, doch kurz konnte er nicht anders als dort hin zu schauen. Es war wie ein Reflex, jedoch bereute Ayden es nicht. Das kleine Stück Haut hatte noch viel zarter ausgesehen als die in Kales Gesicht. Er fragte sich wie der andere Junge das machte. Das seine Haut immer so rein war und so glatt und sanft aussah. Obwohl Ayden sich Mühe gab, sah er auch immer ein wenig abgekämpft aus. Irgendwie war er ein bisschen neidisch.
„Natürlich.“ Er nickte auf Kales Frage und bedeutete ihm dann mitzukommen. „Ich zeig dir wo es ist.“ Er hatte ja keine Ahnung, dass der Junge schon durch die Wohnung gegangen war. Er wusste nicht, dass Ayden ihn zugedeckt hatte. Die Decke und deren Bezug, die sich beide in der Waschküche in der Maschine drehten, hatte er schon wieder vergessen. Später würden sie ihm gewiss wieder einfallen. „Im Schrank sind ganz viele neue, eingepackte Zahnbürste.  Ich benutze meine nie lange.“ Er fand es ein wenig eklig Zahnbürsten länger als zwei Tage zu benutzen. Eigentlich war das schon zu viel. Ständig putzte man sich mit der gleichen Zahnbürste die Zähne. Die gleiche Zahnbürste, die gestern Lasagne oder irgendwelche Keime von den Zähnen geputzt hatte, musste man noch einmal in den Mund nehmen. Nein, das gefiel ihm wirklich nicht. „Nimm dir da einfach eine davon.“
Ayden zeigte auf die Tür hinter der die Küche war. „Ich mache dir dann solange deinen Kaffee und suche dir deine Tabletten.“ Er wusste, dass er sie in der Küche hatte. Die Paracetamol oder Aspirin. Er wusste nur nicht mehr welche Marke es war. Er war schon losgegangen, nachdem er Kale nochmal angelächelt hatte, als er sich wieder umdrehte. Der Junge war noch nicht ganz im Bad verschwunden. „Ach!“ Ayden ging zu ihm und zeigte dann vom Türrahmen auf eine andere Tür im Bad. „Dahinter ist mein Schrank, wenn du Kleidung brauchst nimm dir einfach was.“ Kurz sah er Kale an und schob belustigt die Lippe vor. „Die Hosen sind vielleicht ein bisschen lang, aber sonst geht es schon.“ Ayden merkte, dass er in ausnehmend guter Laune war. Er konnte es kaum verstehen, er wusste nur das Kale er Grund war. „Dann bis gleich.“ Jetzt ging er wirklich. Seine Füße trugen ihn in die Küche und sogar sein Gang schien ein wenig beschwingter.
Sobald er angekommen war, machte er Kaffee, nicht so stark wie er trank, denn er hatte das Gefühl, dass das vielleicht einige Leute nicht mochten und suchte dann die Tabletten. Während er in eine Schublade kramte kam ihm der plötzliche Gedanke, dass Kale vielleicht gar kein Kaffee wollte. Vielleicht hatte er auch gar nicht wirklich vorgehabt ins Bad zu gehen. Vielleicht verschwand er ja jetzt gerade und Ayden war doch wieder alleine. Auf einmal zitterten seine Hände und er starrte den Kaffee an wie er brodelnd in die Kanne lief. Übermächtige Angst schnürte ihm die Kehle zu. Er wollte nicht wieder alleine in der Wohnung sein. Nicht so schnell. Es war so schön, dass jemand hier war. Er zitterte immer noch und versuchte es abzustellen indem er um die Schubladen griff und sie fest hielt, sich festhielt. Angestrengt lauschte er und versuchte über das Blubbern und Rumoren der Kaffeemaschine irgendein anderes Geräusch zu hören, als die Waschmaschine in der ja die Decke und deren Bezug liefen, wie er sich wieder erinnerte. Eine Zeit lang war da gar nichts, dann meinte er Geräusche aus dem Bad zu hören. Womöglich bildete er sich die nur ein, aber momentan genügte das. Gleich, wenn Kale nicht kam. Dann würde er vielleicht einmal nachschauen gehen. Jetzt nahm er nur die Tabletten aus der Schublade, schloss sie sorgfältig, legte die Packung auf den Tisch, stellte daneben zwei Tassen, den Zucker und die Milch und setzte sich dann um zu warten. Warten bis der Kaffee durchlief oder Kale auftauchte. Warten konnte er gut. Er hatte eine Woche neben Kas gewartet, dass er wieder aufstehen würde. Wieder schnürte sich ihm kurz die Kehle zu. Aber Kale ging es ja gut. Er hatte gerade noch mit ihm gesprochen. Es konnte nichts passiert sein… oder? Ayden starrte in das Weiß des Tisches und wartete. Kale würde bestimmt gleich kommen.
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Re: Please earth, just stop moving // 15.03.2010, 0.25 Uhr

Beitrag von Kale Moon am Sa Apr 01, 2017 1:23 pm

Irgendwie wunderte es Kale kein bisschen, dass Ayden über die Tatsache, dass der Junge noch bleiben wollte so erfreut aussah. Jedenfalls war er sich ziemlich sicher, dass es dieser Grund war der den Größeren plötzlich wie ein kleines Kind aussehen ließ. Nur kurz war Kale erstaunt darüber bei einem fast erwachsenen jungen Mann so eine kindliche Freude zu sehen. Irgendwie schien dies etwas zu sein, was die meisten Menschen mit dem erwachsen werden verloren. Ayden schien jedoch zu denen zu gehören bei denen das nicht so war. Wenn er jetzt so darüber nachdachte, dann wunderte es ihn allerdings nicht mehr. Er hatte Ayden schon öfter als speziell empfunden. Jedoch auf ein positive und interessante Art. Ja, wenn der andere nicht plötzlich in seinem Leben aufgetaucht wäre und sich auf eher merkwürdige Art an ihn gebunden hätte, dann hätte er irgendwann bestimmt Kales Interesse auf sich gezogen. Irgendwann wäre er ihm mit seiner Kamera hinterher gelaufen und hätte ihn Fotografiert. Er gehörte zu diesen Menschen die dieses Interesse des Jungen auf sich zogen. Aber so wie er sich eben an ihn gehängt hatte war Kale immer mehr darauf bedacht ihm aus dem Weg zu gehen anstatt ihn zu beobachten. Irgendetwas irritierte ihn an diesem Gedanken. Kurz versuchte er in seinem Kopf die Antwort zu finden. Herauszufinden was ihn so irritierte. Er kam nur nicht drauf. Er kam sich nur so vor, als hätte er sich gerade selber angelogen obwohl er ganz genau wusste, dass er die Wahrheit gedacht hatte. Skeptisch über sich selber schüttelte Kale den Kopf und fokussierte seine Gedanken und seine Aufmerksamkeit wieder auf Ayden. Er schien immer noch ziemlich glücklich zu sein, als er ihm jetzt deutete mit ihm zu kommen. Auch auf das Gesicht des Kleineren schlich sie ein Lächeln. Immerhin hatte er sich ja auch dafür entschieden hier zu bleiben, weil der andere so zufrieden ausgesehen hatte und er ihm das nicht direkt hatte wegnehmen wollen. Und anscheinend hatte er damit ja alles richtig gemacht. Er schien sogar noch bessere Laune zu haben als vorher. Eher selten hörte er ihn so viel reden. Meistens saß er ja nur da und sah ihn an. Kale musste zugeben, dass ihm das hier jetzt etwas besser gefiel. Wenn Ayden ihn immer einfach ansah fühlte er sich immer ein wenig unbehaglich. Oft fragte er sich auch wie der Junge das konnte. Jemanden so lange einfach ansehen. Kale konnte das nur durch seine Kamera. Wenn er die Menschen einfach so beobachten würde, dann würde er sich selber irgendwann unwohl fühlen. Aber für Ayden schien das kein Problem zu sein.
Kale folgte ihm durch seine Wohnung. Mittlerweile war es heller und das Weiß wirkte nur noch weißer. Tatsächlich überraschte es ihn kein bisschen, dass auch das Bad vollkommen weiß war. Allerdings überraschte einen das bei Bädern wohl generell am wenigstens. Die meisten Bäder waren eher weiß. Wenn nicht waren es noch Relikte aus früheren Tagen. Pissgelb zum Beispiel. Damit man immer das Gefühl hatte man saß direkt in der Toilette. Kale hatte sich schon immer gefragt was die Leute sich bei dieser Fliesenfarbe gedacht haben. Er empfand Weiß, vielleicht mit ein wenig Beige oder einer dezenten Farbe als Akzente für ein Badezimmer am geeignetsten. Jedenfalls nicht Braun wie es eine Zeit lang Trend war. Braun machte die Badezimmer viel zu Dunkel. Und auch den rosa Fliesen Trend hatte wohl jemand gestartet, der gerne zurück in den Leib seiner Mutter wollte. Nein für Kale war das alles nichts. Deswegen freute es ihn, dass sich die Vorliebe die Ayden anscheinend für die Farbe Weiß empfand, auch im Bad fortführte. Bevor er in den Raum eintrat bedankte er sich lächelnd und wartete kurz bis Ayden gegangen war. Dann schloss er die Tür hinter sich und sah sich kurz richtig in dem Bad um. Wieder fragte er sich ob der Junge ganz alleine hier wohnte. Er hatte die Zahnbürsten schnell gefunden und ein kleines Grinsen stahl sich auf sein Gesicht als er sich eine von ihnen nahm und auspackte. Für einen kurzen Moment hatte er ja erwartet weiße Zahnbürsten zu finden. Jedoch waren sie bunt. Das irritierte den Jungen nicht mal. Nein, sie passten herrlich hier rein und komischerweise passte das alles hier herrlich zu Ayden. Kurz schüttelte er den Kopf und begann sich die Zähne zu putzen. Danach sprang er schnell unter die Dusche. Das warme Wasser welches über seinen angespannten Körper floss war das beste Gefühl, das der Junge seit langem hatte. Langsam entspannten sich seine Muskeln und er fühlte wie das Wasser ihn umschloss und einige seiner Sorgen die er gestern noch gehabt hatte einfach davon spülte. Nach der Dusche fühlte er sich viel wohler. Er hatte auch nicht mehr das Gefühl, dass er ekelig war. Erst jetzt war ihm allerdings klar wie ekelig er sich wirklich gefühlt hatte. So gut es ging trocknete er seine Haare mit einem Handtuch, jedenfalls so, dass sie nicht mehr tropften, und ging dann mit ebenso einem bekleidet in den Raum hinter der Tür. Tatsächlich übertrieb er nicht mit dem Wort Raum. Im ersten Moment musste er einfach stehen bleiben und sich verwirrt umsehen. Hatte Ayden nicht gesagt sein Schrank? Das hier war wohl eher eine kleine Boutique. Kale hatte ehrlich gesagt nie darauf geachtet ob der Junge viele unterschiedliche Sachen trug. Etwas unsicher ging er durch den kleinen Raum und suchte nach irgendwas was er sich nehmen konnte. Er entschied sich letztlich für eine Jogginghose die er unten umkrempelte und einfaches Shirt. Das waren so Kleidungsstücke wo wohl die wenigsten ein Problem mit hatten, wenn der Besuch sie sich lieh. Fertig angezogen ging er zurück und rollte seine benutzte Zahnbürste in seine alten Sachen ein. Die Handtücher legte er zum trocknen über die Wanne und verließ dann den Raum. Bevor er aber in die Küche ging brachte er seine Sachen in das Schlafzimmer und legte sie auf seine Jacke.
Schon in der ganzen Wohnung roch es wunderbar nach Kaffee aber als er die Küche betrat zauberte dieser Geruch ein zufriedenes Lächeln auf sein Gesicht. Als er Ayden sah stockt er kurz. Irgendwie sah er nachdenklich aus. Gar nicht so glücklich wie vorher. Kurz fragte sich der Junge ob er vielleicht etwas falsch gemacht hatte. Besorgt zog er nur ganz leicht die Augenbrauen zusammen. Irgendwas störte ihn an dem Bild wie der andere da alleine an seinem Tisch saß. Er fragte sich ob es vielleicht jeden Morgen so war. Ob Ayden hier alleine in seiner weißen Wohnung saß, sich einen Kaffee kochte und den Tisch anstarrte. Es war keine schöne Vorstellung. Die meisten die in einer solchen Situation lebten hatten nicht das glücklichste Leben geführt. Er hoffte für Ayden war das anders. Aber leider hatte er die Befürchtung, dass es absolut zutraf. Tjah was sollte er da machen. Er ließ sich auf den Stuhl ihm gegenüber fallen und grinste ihn dann leicht an. „Hattest du nicht gesagt das wäre dein Schrank? Ich glaube mein Zimmer ist nicht halb so groß.“ Tatsächlich war das die traurige Wahrheit. Kale musterte ganz kurz den Jungen bevor sein Blick auf den Tisch glitt. „Danke.“ Während er sich die Tablettenpackung nahm sah er Ayden wieder an und stockte kurz. Für einen Moment wich er seinem Blick aus und sah sich etwas unsicher im Raum um während er sich die Haare wegstrich die an seiner Stirn klebten und ihn leicht an den Augen kitzelten. Eigentlich hatte er das was er gerade dachte die ganze Zeit schon sagen wollen, aber bis jetzt hatte er noch nicht die richtige Formulierung gefunden. Jetzt aber sah er den Jungen wieder an und verzog leicht das Gesicht. „Danke übrigens auch für gestern. Auch wenn … ich ehrlich gesagt nicht mehr viel weiß.“ Kurz zuckte er mit den Schultern. „Aber ich vermute ohne dich wäre ich ziemlich aufgeschmissen gewesen, mh? Ich hoffe ich habe dir nicht zu viele Umstände bereitet.“ Er lächelte sein Gegenüber kurz an und nahm dann endlich die Tablette die er die ganze Zeit ausgepackt hatte. Plötzlich herrschte Stille. Kale hatte keine Ahnung was er noch sagen sollte. Er wusste auch nicht ob er irgendwas über den gestrigen Abend wissen wollte.
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Re: Please earth, just stop moving // 15.03.2010, 0.25 Uhr

Beitrag von Ayden Knight am So Apr 02, 2017 2:05 pm

Ja, er konnte Warten. Ayden war quasi ein experte darin zu warten. Er saß am Tisch und wartete. Starrte die Platte an und versuchte im Lack irgendwelche verborgenen Muster zu finden, aber in dieser vollkommen glatten Oberfläche war das so gut wie unmöglich. Er sah nur sein eigenes Gesicht, dass ihn anstarrte, sah seine Augen und konzentrierte sich irgendwann auf das Schwarz in ihnen. Er sah sich nicht selbst, nur die schwarzen gerundeten Pupillen geweitet von den Substanzen die er sich eingeflößt hatte. Es war schwierig. Schwierig hier sitzen zu bleiben und nichts zu tun. So viel schwieriger als früher. Das warten machte ihn unruhig. Sein Herz raste immer schneller umso länger er hier saß und nichts passierte. Es machte seinen ganzen Körper kribbelig und das auf eine sehr unangenehme Art und Weise. Es war als ob er in Ohnmacht fallen würde. Aber egal wie schlimm es wurde das passierte nicht. Er wurde nur immer unruhiger. Ein Gefühl, als ob er gleich platzen würde. Dabei wartete er gar nicht so lange. Es kam ihm selbst nur vor wie eine Ewigkeit. Irgendwann tauchte Kale auf. Aber er merkte es nicht einmal. Dafür hatte er sich schon zu lange auf das Schwarz seiner Augen und seinen rasenden Puls konzentriert. Erst als der Andere sprach schnellte Aydens Kopf hoch und schöne Erleichterung machte sich in ihm breit. Sobald er den Jungen sah begann sein Herzschlag sich zu beruhigen. Es war ihm also nichts passiert. Ayden könnte weinen vor Freude. Ihn hatte der unrealistische Gedanke, dass Kale etwas zugestoßen war, etwas so schlimmes wie Kas passiert war, einfach nicht abschütteln können. Dass er jetzt, wohlbehalten, hier war. Das machte ihn unsagbar glücklich. Vor allem, weil er sich entschieden hatte doch bei Ayden zu bleiben. Ihn nicht alleine zu lassen. Es störte den jungen Mann ja eigentlich nicht alleine in der Wohnung zu sein. Nein, die meiste Zeit mochte er es sogar, aber heute, jetzt, nachdem Kale da gewesen war. Er hätte es nicht ertragen. Um so schöner war es, als der Junge sich auf den Stuhl gegenüber Ayden niederließ und eben mit ihm sprach. Ayden grinste nur leicht. Er hatte gar nicht gemerkt, dass sein Schrank besonders groß war. Aber mit Kleidung ging es ihm eben ganz ähnlich mit Zahnbürsten. Natürlich, man konnte sie mit Hygienereiniger säubern, - das war für ihn auch die einzige Art auf die er seine Wäsche wusch, mit Hygienereiniger und sehr viel Waschmittel -, aber es war eben trotzdem nicht das wahre. Meistens behielt er nur Kleidung, die ihm besonders gefiel. Den Rest spendete er, sobald er sie ihn zu oft getragen hatte. Vielleicht besaß er deswegen so viel. Trotzdem war ihm die schiere Größe seines Schrankes nie aufgefallen. Selbst jetzt, wenn er darüber nachdachte vermochte er sie nicht zu sehen. Für ihn war es eben einfach nur sein Schrank.
Kales Danke beantwortete er mit einem Lächeln und als der Junge stockte und sich die Haare wegstrich verlor Ayden sich in den Anblick der diamantenen Wassertropfen die immer noch daran hingen. Wenn es nass war, dann sah Kales Haar ganz anders aus als sonst. Als wäre es auf einmal aus einem gänzlich anderem Stoff zusammen gesetzt, als es bei Haaren sonst der Fall war. Weil sie jetzt nass waren, glänzten und schimmerten sie wie dunkler Samt in starkem Kontrast zu seiner hellen Haut. Es sah sehr schön aus und Ayden fragte sich, wie es sich anfühlen würde sie anzufassen. Waren sie sehr viel weicher als seine eigenen Haare, wenn sie nass waren? Ayden konnte es sich vorstellen. Kales Worte rissen ihn aus seinen Träumereien. Auch wenn… ich ehrlich gesagt nicht mehr viel weiß. Ayden löste seinen Blick von Kales Haaren und sah ihm in die Augen. Er registrierte, dass der Junge sich bei ihm bedankt hatte. Aber er verstand nicht, wie er auf die Idee kam, dass er Ayden Umstände bereitet hatte. Darüber musste er erst einmal eine Weile nachdenken. Er kam aber auf keine befriedigende Antwort. Kale hatte ihn doch nie gestört. Nicht, wenn er sprach, nicht wenn er ihm sagte dass er gehen sollte und nicht wenn er gar nicht erst mit ihm redete. Ayden lächelte und sah den Jungen an. „Ich weiß nicht was du meinst, aber ich bin froh, dass ich da war.“ Ayden stockte und für kurz legte sich wieder die Angst über sein Gesicht, aber er schüttelte sie ab, wenn auch nicht gänzlich, und versuchte wieder Kale anzulächeln. „Du hast mir ganz schön Angst gemacht… Und ohne mich wärst du bestimmt auf der Straße eingeschlafen.“ Jetzt musste Ayden wieder grinsen, als er sich daran erinnerte. Kale hatte wirklich sehr süß ausgesehen und es war auch ein wenig lustig gewesen. Zumindest jetzt im Nachhinein. In dem Moment hatte Ayden sich nur schreckliche Sorgen gemacht. Im Grunde machte er sich immer noch Sorgen. Darüber, dass er sich vielleicht falsch Verhalten hatte. Dass es nicht richtig war, Kale in seine eigene Wohnung zu bringen. „Ich hoffe, es ist nicht so schlimm, dass ich dich hier her gebracht hab.“ Etwas unsicher sah Ayden Kale an und umklammerte seine Kaffeetasse. Er hatte noch gar nichts getrunken. Das war ziemlich ungewöhnlich von ihm. „Aber ich dachte, dass ich wahrscheinlich gar nicht in die Schule kommen würde um dich nach Hause zu bringen. Und dann ist mir eingefallen, dass du da vielleicht gar nicht wohnst, so wie die meisten.“ Er zuckte mit den Schultern. „Ich wohne ja auch hier… also hab ich dich hergebracht. Das war einfacher…“ Kurz sagte er nichts, aber dann legte sich plötzlich so ein sanfter Ausdruck auf sein Gesicht, dass er selbst erstaunt war. „Ich bin ganz froh darüber… Es ist lange her, dass ich zuletzt Besuch hatte. Tain ist auch öfter weg, als hier.“ Als er das sagte legte sich Schmerz über den sanften Ausdruck. Er hatte bis jetzt völlig vergessen, dass er gestern ja wegen seiner Schwester in den Club gegangen war. Ayden machte sich Sorgen. Er wusste nicht wo sie war, ob sie zu ihrer Prüfung gegangen war oder ob sie dazu überhaupt in der Lage gewesen war. Generell. Er wusste nicht wie es ihr ging. Im allgemeinen. Natürlich, er wusste, dass sie litt, aber sonst… Wusste er es nicht. Und er konnte ihr auch nicht helfen. Traurig sank sein Blick auf den Tisch und er trank einen Schluck Kaffee.
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Re: Please earth, just stop moving // 15.03.2010, 0.25 Uhr

Beitrag von Kale Moon am Sa Apr 08, 2017 2:49 pm

Es war interessant Ayden zu beobachten während er sprach. Auf seinem Gesicht schien sich immer genau das zu spiegeln was er dachte. Und zugleich sah es so ausdruckslos aus. Kale fand es faszinierend. Als würden sich ein kleiner, ehrlicher Junge voller Neugierde auf die Welt und ein alter, geschlagener Mann der schon zu viel gesehen hatte einen Körper teilen. Ihm war das vorher nie wirklich aufgefallen. Allerdings hatte er ihn vorher auch nie so direkt beobachtet. Jetzt aber saß er ihr und konnte seinen Blick nicht von ihm wenden. Während er ihn ansah und ihm zuhörte trank er immer wieder einen Schluck von seinem Kaffee. Kale fühlte sich jetzt nicht mehr so schrecklich wie heute Nacht. Die Anspannung fiel langsam von ihm ab. Hier drinnen wirkte alles so ruhig. Die weißen Räume, das Licht welches dezent durch die Vorhänge schien und sogar Aydens Stimme war ruhig. Das alles sorgte dafür, dass seine Anspannung einfach abfiel.
Kurz legte sich ein Lächeln auf das Gesicht des Jungen als er den anderen beobachtete. Er war wirklich dankbar, dass er nicht von Kales Verhalten gestern erzählte. Oder ihn fragte was überhaupt los war. Ayden war so oft bei Kale. Er sollte wissen, dass der Junge sonst eigentlich nicht trank. Vor allem nicht in solchen Mengen. Alkohol vernebelt den Verstand. Und Kale hatte seine Gedanken lieber klar für sich. Dinge nüchtern zu betrachten, in der Lage zu sein sie zu analysieren und sich in seine Gedanken zu stürzen war ihm sehr wichtig. Es gab ihm Sicherheit. Vielleicht nutzten Andere Alkohol um sich in sorglosere Welten zu flüchten aber Kale tat das eigentlich nicht. Dafür hatte er seine Bücher. Wesentlich besser als Alkohol. Sie verließen einen nicht nach einiger Zeit und hinterließen nichts als noch mehr Sorgen. Sie waren immer da und warteten auf einen. Waren immer bereit als Freund zu dienen und einem Trost zu spenden. Und sie kamen nicht auf die Idee einen irgendwann zu zerstören. Ja, eigentlich flüchtete Kale sich zu ihnen. In all die Welten die sie ihm boten. Nur gestern nicht. Gestern hatte er ganz bewusst zum Alkohol geflüchtet mit dem Ziel seinen Geist zu benebeln und nicht nachdenken zu müssen. Es hatte geklappt. So gut, dass er selbst heute nichts mehr davon wusste. Nur den Grund dafür kannte er. Aber der ging niemanden etwas an. Und deswegen war Kale froh, dass Ayden nicht fragte. Er war einfach nur dankbar, dass er ihm geholfen hatte. Er hatte auch kein Problem damit, dass er ihn hier her mitgenommen hatte. Seine Erklärung war ziemlich verständlich und auch so hätte Kale das nie als böse Absicht aufgenommen. Wenn man nicht wusste wohin man eine Person in solch einer Lage bringen sollte, dann war das eigene Zuhause doch immer die beste Wahl. Ayden schien sich aber wirklich Gedanken darüber zu machen. Kale hatte das Gefühl, dass er wirklich Angst hatte etwas falsch gemacht zu haben. Der Junge wollte gerade seine Tasse abstellen und ihm sagen, dass alles in Ordnung war als er diesen Schmerz auf seinem Gesicht sah und stockte. Zuerst hatte er ihn so sanft angeguckt. Und plötzlich war da dieser Schmerz. Nachdenklich, besorgt sah er Ayden an. Kale hatte keine Ahnung wer Tain war und trotzdem verspürte er plötzlich Abscheu gegen diese Person. Es machte ihn fast wütend. Obwohl es anscheinend noch Jemanden gab, Jemanden der hier sein konnte wirkte es so als wäre Ayden fast immer alleine. Kale war sich immer noch sicher, dass Ayden in seinem Leben viel erlebt hatte. Das was eben den Teil des alten, geschlagenen Mannes in ihm geformt hatte. Es sollte eigentlich die Pflicht dieser Person sein, hier zu sein und auf Ayden aufzupassen. Da zu sein wenn er aufwacht, wenn er ins Bett geht, wenn er traurig ist und wenn er glücklich ist. Damit er all diese Momente mit Jemandem teilen konnte. Damit er nicht alleine war. Damit dieser Schmerz in seinem Ausdruck gar nicht erst sein musste. Kale war wütend. Deswegen knallte er die Tasse auch ein klein wenig zu laut auf den Tisch. Er zuckte selber leicht zusammen und stieß leicht Luft aus. Bevor er Ayden wieder ansah atmete er ein paar Mal gezielt ein und aus um sich zu beruhigen. Dann lächelte er den großen Jungen wieder an. Es war ein ganz ehrliches Lächeln. „Ich bin auch froh, dass du mich hier her gebracht hast.“ Für einen kurzen Moment lag ihm die Frage, wer Tain war auf den Lippen. Aber er sprach sie nicht aus. Er hatte das Gefühl nicht in der Position zu sein ihn danach zu fragen. Man konnte nicht behaupten, dass die beiden Freunde waren. Das wäre Kale zwar lieber als das was sie jetzt waren aber Ayden schien ja mehr zu wollen. Hatte er ihm immerhin klar gesagt. Deswegen hatte Kale sich immer ein wenig davor gesträubt den Kontakt zu ihm richtig aufzunehmen und sich vielleicht anzufreunden. Aber jetzt war er eben hier und saß ihm gegenüber. Und er war nicht einmal unzufrieden damit. Wie gesagt, beruhigte ihn alles hier gerade ziemlich. „Ich wäre heute nämlich ungern alleine gewesen.“ Seufzend schüttelte Kale den Kopf. Nein. Er hatte nicht vor jetzt an Hal zu denken Er war hier mit Ayden und nicht mit Hal. Und er wollte, dass Ayden lieber wieder lächelte anstatt so zu gucken. Sonst sah er doch auch immer zufrieden aus, wenn er ihn ansah. Grinsend lehnte er sich auf den Tisch und etwas näher zu dem Jungen. „Also was machen wir beide heute? Außer die Schule zu schwänzen?“
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Re: Please earth, just stop moving // 15.03.2010, 0.25 Uhr

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